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Der Sabbat (hebr. שבת Schabbat (Shabbat) oder jiddisch Schabbes; wörtlich zu deutsch etwa "Ruhepause") ist nach dem Schöpfungsbericht der Tora (christliche Bezeichnung: Fünf Bücher Mose, Pentateuch) der siebente Wochentag, der von Gott gesegnet und geheiligt ist (Gen 2,2f). Er beginnt in der Praxis am Freitagabend und endet am Samstagabend. Der Sabbat wird von den Juden als Feiertag begangen, ist allerdings auch bei einigen christlichen Kirchen der Tag der Ruhe.

Herkunft


Der Sabbat erinnert an das Ruhen Gottes am siebenten Tag der Schöpfungswoche.

Sabbat als Ruhetag


Der Sabbat ist dazu da, um von der Arbeit auszuruhen.Hierzu gibt es 38 Verbote.

Im orthodoxen Judentum wird bis heute aufgrund des Talmud bestimmt, welche Tätigkeiten als "Arbeit" anzusehen sind. Darum ist es zum Beispiel verboten, Feuer anzuzünden, im Garten etwas zu pflanzen oder etwas zu schreiben. Es ist außerdem verboten, am Sabbat etwas zu kaufen oder zu verkaufen, oder Geld auch nur zu berühren. Als Arbeiten, die am Sabbat nicht getan werden sollten, gelten in ihm alle Tätigkeiten, die mit der Erwerbsarbeit oder mit Geldverdienen zu tun haben. Liberale Juden schreiben also am Sabbat, wenn es zur Freizeitgestaltung gehört, aber nicht beruflich. Sie benutzen auch das Auto oder Bahnen, um zum Beispiel zum Gottesdienst zu fahren. Auch liberale Juden tätigen am Sabbat soweit irgend möglich keine Einkäufe.

Brauchtum und Tradition


Shabbat meal.jpg Zum Begehen des Sabbats gehören bestimmte häusliche Bräuche und der Besuch des Gottesdienstes. Auch die Jüdische Küche ist durch den Sabbat und das Verbot, Feuer zu entzünden, stark beeinflusst; dadurch entstanden nämlich viele Speisen, die vor Beginn des Sabbats auf ganz kleiner Flamme aufgesetzt werden und dann sehr lange und langsam vor sich hin kochen.

Im jüdischen Haushalt wird zum Sabbat der Tisch besonders festlich geschmückt, Blumen verschönern ihn. Zwei Kerzen stehen auf dem Esstisch. Zu Beginn des Sabbats entzündet vor Sonnenuntergang die Frau (oder in liberalen oder Singlehaushalten auch der Mann) feierlich die Kerzen.

Shabbat Challos.jpg Nach dem abendlichen Gottesdienstbesuch findet eine besondere Zeremonie statt, der Kiddusch. Bei diesem wird ein Becher Wein mit einer gesungenen Lobpreisung gesegnet, dann dankt man Gott für den Sabbat und trinkt von dem Wein. Anschließend werden zwei Brotlaibe Challah gesegnet und alle essen etwas Brot.

Ein weiteres Charakteristikum des Sabbats sind bestimmte Lieder (Smirot), die im allgemeinen nach dem Essen gesungen werden. Eine Besonderheit der Gottesdienste und privaten Gebete am Sabbat ist, dass einige der sonst im Hauptgebet enthaltenen Bittgebete nicht gesprochen werden – der Sabbat ist ein Vorgeschmack auf die Freuden im Jenseits, und an ihm braucht man sich um nichts zu sorgen, sondern kann auf die Fürsorge Gottes vertrauen.

Im allgemeinen wird die Aufnahme ins Judentum, die Bar Mitzwa am Sabbat nach dem 13. Geburtstag gefeiert. Bei Mädchen ist es der 12. Geburtstag, mit dem es Bat Mizwa wird.

Einen Lobpreis auf den Festtag enthält Heinrich Heines Gedicht Prinzessin Sabbat aus dem Zyklus Romanzero. Der Sabbat sei es, der dem von seiner Umwelt zum Hunde erniedrigten Volk Israel einmal in der Woche seine Würde zurückgebe.

Sabbat außerhalb des Judentums


Der Sabbat wird auch von nicht-jüdischen Religionen gefeiert, hauptsächlich von den christlichen Kirchen der Siebenten-Tags-Adventisten, Evangelische Christen des Sabbattages, Gemeinde Gottes und der Siebenten-Tags-Baptisten, die die Feier des Sonntags ablehnen, da dieser nicht in der Bibel geboten ist.

Ablösung durch den Sonntag


Für die Einsetzung des Sonntags als Feiertag in der frühen Christenheit werden unter anderem folgende Gründe genannt: Erinnerung an die Auferstehung Jesu Christi im Herrenmahl, welches schon früh am ersten Tag der Woche gefeiert wurde (vgl. z.B. it. "domenica" ("Herrentag") = Sonntag), Abgrenzung von der jüdischen Sabbatfeier (vor allem zu Beginn der ersten Judenverfolgungen) und Anpassung an heidnische Kulte im römischen Reich (Mithras-Kult, Sonnenanbetung), um den Heiden die Konvertierung zu erleichtern. Die katholische Kirche sieht die erfolgreiche Verlegung des Feiertages von dem siebenten Tag der Woche auf den ersten Wochentag als Beweis für die von Gott an sie verliehene Vollmacht an (siehe Daniel 7,25 und Matthäus 5,17 ff.). In der orthodoxen Kirche werden aber auch heute noch sowohl der Sabbat als auch der Sonntag besonders behandelt, zum Beispiel durch leichteres Fasten während der Fastenzeiten und durch besondere biblische Lesungen in der Liturgie. Der Sonntag steht aber auch hier wie bei fast allen christlichen Kirchen im Vordergrund.

Sabbatjahr


Jedes 7. Jahr des jüdischen Kalenders ist ein Sabbatjahr, in dem zum Beispiel die Felder brach liegen und bestimmte Schulden erlassen werden. Dies sind Gebote im Sinne einer frühen Umweltschutzgesetzgebung und einer Sozialgesetzgebung in der Tora. Die Feldbrache wird jedoch heute, da andere Feldbauweisen dominieren, gewöhnlich umgangen, indem Ländereien in jüdischem Besitz für einen symbolischen Betrag von 1 Schekel an einen Nichtjuden verkauft werden und am Ende des Jahres zurückgekauft; denn der Talmud erlaubt das Bearbeiten von nichtjüdischen Ländereien auch im Sabbatjahr. Koschere jüdische Bauern halten sich jedoch an die Gesetze, unter Aufsicht der Rabbinen zumeist, zum Beispiel beim koscheren Wein oder beim koscheren Weizen. Das Sabbatjahr ist nicht zu verwechseln mit sogenannten "Sabbatjahren" als "Auszeit" vom Beruf, vgl. Sabbatical, einen Begriff, der aus den christlich dominierten USA stammt.

Siehe auch


Weblinks


Feste und Brauchtum (Judentum) | Adventisten

Shabbat Sxabato | Shabbat שבת Nyugalomnap | 安息日 | Sjabbat Sabbat (jødisk) | Shabat | 安息日

 

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