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Als Schädel (lateinisch cranium) wird der knöcherne Anteil des Kopfes bezeichnet.
Allgemeines
Der Schädel ist ein generelles Merkmal aller Wirbeltiere. Analoge Entwicklungen gibt es bei Gliederfüßern, z. B. Insekten und Krebsen, bei denen das Oberschlundganglion durch das Außenskelett geschützt ist. Noch ähnlicher ist die Parallelentwicklung bei Cephalopoden (Tintenfischen). Diese Weichtiere haben eine Knorpelkapsel, die das Gehirn schützt, und funktionell dem Hirnschädel vergleichbar ist.
Entwicklung
X-Ray_Skull.jpgDie den Schädel betreffenden Unterschiede zwischen Menschen und
Menschenaffen beruhen hauptsächlich auf der Tatsache der vollständigen Aufrichtung des menschlichen Körpers und den aufrechten Gang. Der Kopf balanciert nun auf der
Wirbelsäule, sodass die
Nackenmuskulatur beim Menschen nicht mehr so kräftig ist und dementsprechend die Schädelknochen dünnwandiger sind. Andererseits ist der Gesichtsschädel des Menschen kleiner, ist die Kieferpartie zurückgebildet und der Hirnschädel weiter, um dem größeren Gehirn Platz zu bieten.
Bei neugeborenen Menschen sind die Teile des Hirnschädels noch nicht vollständig verknöchert und verwachsen. Zwischen den einzelnen Schädelplatten befinden sich Knochenlücken, die Fontanellen. Im Lauf der ersten Lebensjahre schließen sich die Fontanellen und der Hirnschädel verknöchert vollständig. An den Schädelnähten (Suturen) sind auch beim Schädel eines Erwachsenen noch die einzelnen Plattenknochen des Hirnschädels zu identifizieren, wobei die Naht zwischen beiden Stirnknochenanteilen sich üblicherweise bis zum 2. Lebensjahr schließt. Schließen sich eine oder mehrere Schädelnähte vorzeitig, so spricht man von einer Craniosynostose (siehe auch "Kraniosynostose").
Beim Neugeborenen beträgt das Verhältnis von Hirnschädel zu Gesichtsschädel noch 8:1, beim Fünfjährigen Kind 4:1, beim Erwachsenen 2:1.
Die Knochen des Schädels
Der Schädel des
Menschen besteht aus 22–30 miteinander über Knochennähte verbundenen
Knochen. Die unterschiedlichen Angaben beruhen darauf, dass sich einerseits das Stirnbein wohl aus zwei Knochenanlagen bildet, aber sich nach dem
Wachstumsabschluss meist als einheitlicher Knochen zeigt, andererseits das
Zungenbein und die
Gehörknöchelchen nur fallweise zu den Schädelknochen gezählt werden. Anatomisch unterscheidet man somit den
- Hirnschädel (lat. Neurocranium), der eine stabile Hülle um das Gehirn bildet, vom
- Gesichtsschädel (lat. Viscerocranium), der die Grundlage für das Gesicht bildet. Als Adjektiv wird für Teile des Gesichtsschädels auch kraniofacial (Facies=Gesicht) verwendet.
Die Knochen des Hirnschädels
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Morphologisch wird der Hirnschädel in das
Schädeldach (Calvaria, Schädelkalotte) und die
Schädelbasis unterteilt. Er wird gebildet durch
- das unpaarige Hinterhauptsbein (lat. Os occipitale)
- das paarige Scheitelbein (lat. Os parietale)
- das paarige Schläfenbein (lat. Os temporale)
- das paarige Keilbein (lat. Os sphenoidale)
- das unpaarige Siebbein (lat. ''Os ethmoidale)
- einen Teil des Stirnbeins (lat. Os frontale)
Von manchen Autoren wird das ganze Stirnbein dem Hirnschädel zugeordnet.
Der Hirnschädel ist durch die Kopfgelenke mit der Halswirbelsäule verbunden.
Die Knochen des Gesichtsschädels
Zum Gesichtsschädel gehören u.a. jene
Knochen, die die
Augen- und
Nasenhöhlen und die
Mundhöhle bilden. Im Einzelnen sind das:
- jene Teile des Stirnbeins, die die Augenhöhle mitbilden
- das paarige Jochbein (lat. Os zygomaticum)
- den Oberkiefer (lat. Maxilla), in Wirklichkeit ein paariger Knochen
- das paarige Zwischenkieferbein (lat. Os incisivum), das beim Menschen schon vor der Geburt mit dem Oberkiefer verschmilzt
- den unpaarigen Unterkiefer (lat. Mandibula)
- das paarige Nasenbein (lat. Os nasale)
- das paarige Tränenbein (lat. Os lacrimale)
- das paarige Gaumenbein (lat. Os palatinum)
- das unpaarige Pflugscharbein (lat. der Vomer)
- das unpaarige Zungenbein (lat. Os hyoideum)
- die Gehörknöchelchen
Siehe auch
Weblinks
Schädel
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