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Wappen Karte
Karte Schoeningen in Deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Helmstedt
Geografische Lage:
Höhe: 114 m ü. NN
Fläche: 35,36 km²
Einwohner: 13.086 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte: 370 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38364
Telefonvorwahl: 05352
Kfz-Kennzeichen: HE
Gemeindeschlüssel: 03 1 54 019
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 1
38364 Schöningen
Website: www.schoeningen.de

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Politik
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Bürgermeister: Jürgen Lübbe (SPD)

Schöningen ist eine Stadt im Landkreis Helmstedt am Höhenzug Elm. Sie liegt ca. 11 km südwestlich der niedersächsischen Kreisstadt Helmstedt und durch sie führt die Deutsche Fachwerkstraße.

Geschichte


SchoeningenSchloss.jpg

Das Gebiet um Schöningen war bereits in der Altsteinzeit besiedelt. Am Rande des Braunkohlentagebaus von Schöningen wurden seit 1995 die 400.000 Jahre alten Schöninger Speere gefunden. Diese altsteinzeitlichen Wurfgeräte sind die ältesten vollständig erhaltenen Jagdwaffen überhaupt. Sie belegen, dass Menschen schon zu dieser Zeit Großwildjagd betrieben haben.

Eine durchgehende Besiedlung ist für die Stadt Schöningen, die wegen ihrer Salzvorkommen besondere Bedeutung erlangte, seit etwa Christi Geburt nachweisbar. Sie war in karolingischer Zeit Königshof, wurde 748 erstmals urkundlich erwähnt und ist damit der älteste Ort im ehemaligen Herzogtum Braunschweig. Sowohl Pippin der Kurze als auch Karl der Große sind auf ihren Kriegszügen in Schöningen eingezogen. 994 und 995 hat auch Kaiser Otto III, dessen Kanzler Erzbischof Willigis von Mainz in Schöningen geboren sein soll, mehrmals hier Hoflager gehalten. Mehrere Adelsgeschlechter hatten am Elmrand ihren Sitz und im 13. Jahrhundert wurde dem Deutsch-Ritter-Orden die im Elm nahe Schöningen liegende Elmsburg übertragen. Die Edelherren von Warberg, waren reichsunmittelbar und nur dem König Untertan. Als das Geschlecht in Fehden verarmte, trug es seine Besitztümer den Welfen als Lehen auf. Die Welfen hatten bereits um 1347 in Schöningen eine gewaltige Befestigung zum Schutz ihrer östlichen Landesgrenze angelegt. Die Welfenherzöge kamen oft von ihrer Residenz in Wolfenbüttel zur Jagd nach Schöningen. Bei einer Jagd sollen sie mit 3000 Treibern in den Elm gezogen sein.

Der Schlossbau beruht auf Welfenherzog Magnus, der hier um 1350 eine Burg errichten ließ. Die Anlage nahm Schaden, als der Schmalkaldische Bund gegen Herzog Heinrich den Jüngeren in einen Religionskrieg zog. Das Schloss wurde später in ein Wohngebäude umgestaltet und diente zwischen 1568 und 1659 drei Braunschweiger Herzoginnen als Witwensitz. Es gehörte zu den prunkvollsten Gebäuden, die einst den Elm umgaben, verlor aber nach wechselhafter Nutzung als Scheune, Stallung und Wohnhaus seinen Charakter. Nach umfassender Restaurierung steht es seit einigen Jahren als eleganter Rahmen für vielfältige Veranstaltungen zur Verfügung.

Kloster und Kirche St. Lorenz


Schoeningen markt.jpg Die Türme der heutigen St. Lorenz-Kirche und des früheren Klosters sind von weither sichtbar. Sie liegen ungewohnterweise im Osten der Kirche. Begründer des Klosters war der Bischof Reinhard von Halberstadt. 1120 erhielt Thietmar den Auftrag, das seit 983 in Schöningen (Ostendorf) bestehende Benediktinerinnen-Nonnenkloster in ein Augustiner-Männerkloster umzuwandeln. Die Räumlichkeiten des alten Nonnenklosters waren für die Mönche nicht ausreichend und auch ungeeignet. So wurde der Auftrag erteilt, im oberen Teil Schöningens ein geeignetes neues Kloster zu errichten, das dem Heiligen Lorenz geweiht war. Der als flachgedeckt begonnene Bau wurde schon Ende des 12. Jahrhunderts im Chor mit einem Kreuzgewölbe versehen, wobei Vorbild der Kaiserdom Königslutter war. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde der Hauptbau völlig zerstört. Es ist bis heute nicht bekannt, ob das einstige Hauptschiff einer Brandkatastrophe zum Opfer gefallen ist oder ob statische Probleme durch sackenden Boden das Hauptschiff zum Einsturz brachte. In der zweiten des 15. Jahrhunderts entstand als bescheidene Notlösung eine behelfsmäßige Ergänzung im gotischen Stil. Zu dieser Zeit haben die beiden romanischen Osttürme ihre gotischen Spitzen erhalten, wobei jedoch der südliche - der "Lange" genannt - wesentlich höher war, wie es ein Kupferstich von etwa 1650 durch Merian bestätigt. Hier schlug 1690 ein Blitz ein und spaltete den Turm, der erst Jahrzehnte danach ausgebessert wurde.

Von dem auf der Nordseite gelegenen Kreuzgang ist nur ein bescheidener Rest erhalten geblieben. In einem an das nördliche Querschiff anschließenden Gang sieht man noch rot-schwarz gemalte Ranken, einen romanischen Bogen, der auf die westlich anschließende Fortsetzung hinweist, und zwei gotische Portale, die in das östliche Wirtschaftsgebäude führen. Die soziale Not im Mittelalter führten zu großen Verlusten, so dass weder die notwendigen Mittel zur Instandsetzung und Erhaltung der Kirche und des Klosters, noch genügend Geistliche vorhanden waren. Als am 16. Oktober 1542 Braunschweigs großer Reformator Johannes Bugenhagen in Schöningen weilte, um das Kloster in die Verwaltung der neuen Lehre zu übernehmen, waren außer dem Propst nur noch ein Mönch und einige Laienbrüder zugegen; alle übrigen waren nach Hamersleben geflüchtet. Der alte Propst lieferte Briefe und Siegel aus, während das Kloster mit seinen Gütern in staatliche Verwaltung kam. Die offizielle Säkularisation erfolgte 1648 unter Aufsicht der Klosterstube.

Seit vielen Jahren forschen auf dem Klostergelände Denkmalpfleger nach dem historischen Grund des Kirchegebäudes und vor allem die Reste des Nord- und Westkreuzganges. Bei Ausgrabungen wurde eine 2,4 Meter breite Kalksteinmauer entlang des heutigen Langschiff der Kirche gefunden, die aus vorromanischer Zeit stammt. Für Mauerwerk dieser Dimension kommt eigentlich nur ein Wehrturm als Vorgänger der Kirche in Frage. Der Mauerfund gab Spekulationen neue Nahrung, dass die Curia gefunden sei. Seit Jahrzehnten wird in Schöningen die karolingische Pfalz vermutet, der Vorposten gegen die Slawen im Osten im 8. Jahrhundert.

Sehenswürdigkeiten


schoeningen_museum.jpg Das städtische Heimatmuseum Schöningen, Markt 33, das im Herbst 1981 im 1593 errichteten Renaissancegebäude der alten Lateinschule “Anna-Sophianeum” wiedereröffnet wurde, gibt einen guten Überblick über die Entwicklung dieses Raumes seit der Vorgeschichte.

Das großzügige Badezentrum Negenborn mit einem 50 m Wettkampfbecken, 115 m Riesenrutsche, Whirlpool, Sauna und Liegewiese im Sommer ist Anziehungspunkt für viele Besucher der Landkreise Helmstedt, Wolfenbüttel sowie aus Sachsen-Anhalt.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) betreibt in Schöningen gegenüber dem Golfplatz am Waldrand eine große Abhöranlage unter dem Decknamen der "Bundesstelle für Fernmeldestatistik". Hier sind mehrere große Satellitenspiegel zu sehen.

Städtepartnerschaften


Die Stadt Schöningen unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
Beni Hassen in Tunesien
Oschersleben im Sachsen-Anhalt
Solotschiw in der Ukraine
Outokumpu in Finnland

Weblinks


Ort in Niedersachsen | Schöningen

 

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