Als Schädel-Hirn-Trauma (auch SHT) bezeichnet man jede Verletzung des Schädels mit Hirnbeteiligung, aber keine reinen Schädelfrakturen oder Kopfplatzwunden. Wegen der Gefahr von Hirnblutungen muss jeder Patient mit Schädel-Hirn-Trauma (auch "nur" Gehirnerschütterung) in ein Krankenhaus zur Beobachtung. Notruf, stabile Seitenlage und Atemspende bei Atemstillstand sind Maßnahmen der Ersten Hilfe.
Man unterteilt das Schädel-Hirn-Trauma in
- offenes SHT (Zerreissung der Dura Mater).
Schweregrade
Es erfolgt eine Einteilung in drei Schweregrade, die sich an der Dauer der Bewusstlosigkeit, der Rückbildung der Symptome und den Spätfolgen orientieren:
- SHT 1. Grades (commotio cerebri oder Gehirnerschütterung): Ist als eine leichte, gedeckte Hirnverletzung ohne Bewusstlosigkeit bzw. mit Bewusstlosigkeit bis zu einer Stunde definiert. Sie heilt in ca. 5 Tagen vollständig aus. Die Patienten haben in der Regel lediglich eine retrograde Amnesie und Übelkeit zu beklagen.
- SHT 2. Grades (contusio cerebri oder Gehirnprellung): Bewusstlosigkeit bis 24 Stunden. Die Symptome bilden sich innerhalb von 30 Tagen wieder zurück. Spätfolgen sind unwahrscheinlich.
- SHT 3. Grades (compressio cerebri oder Gehirnquetschung): Bewusstlosigkeit länger als 24 Stunden, verursacht durch Einklemmung des Gehirns durch Blutungen, Ödeme oder ähnliche Vorgänge. Hierbei sollte man bedenken, dass das Gehirn der einzige große Körperteil des Menschen ist, der fast vollständig von Knochen umgeben ist. Dieser besondere Schutz kann jedoch bei solchen raumfordernden Prozessen gleichzeitig zur Gefahr werden, da somit das gesamte Gehirn unter dem Druckanstieg und der folgenden Einklemmung leiden kann. Die Folge ist oftmals ein lang andauerndes Koma, ein komaähnlicher Zustand oder gar der Tod. Dauerhafte Schäden sind zu erwarten.
Symptome
Die folgenden Symptome deuten auf ein Schädel-Hirn-Trauma hin.
Merke: Einige Symptome können sich erst nach dem Trauma entwickeln (Latenz)!
- Bewusstseinsstörung, evtl. mit zunehmender Eintrübung
- Kopfschmerzen
- Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
- Schielen
- Pupillendifferenz (unterschiedlich große Pupillen)
- Übelkeit und Erbrechen
- Bewusstlosigkeit
- Erinnerungslücken (Amnesie)
Dabei müssen die Pupillendifferenz und zunehmende Bewusstseinsstörungen als besondere Warnzeichen betrachtet werden, da sie Hinweise auf eine intrakranielle Blutung sein können.
Behandlung
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| Erste Hilfe bei Kopfverletzungen
- Ansprechbarer Patient ohne Symptome nach Kopf-Trauma
- beobachten, nicht alleine lassen (Symptome entwickeln sich teilweise erst nach Stunden)
- Ansprechbarer Patient mit Eintrübung, Erinnerungslücke, Schwindel, Übelkeit o.a. Symptomen
- Notruf 112
- Beruhigen-Ermutigen-Trösten
- Oberkörper erhöht lagern (zur Hirndrucksenkung)
- Decke unterlegen-Zudecken
- Bewusstsein regelmäßig kontrollieren
- nicht ansprechbarer Patient:
- Notruf 112
- Atmung kontrollieren
weitere Maßnahmen:
- Schwellung(Beule) ohne Wunde: Kühlen
- Kopfwunde: steril abdecken und verbinden
- Blutung/Flüssigkeit aus Nase oder Ohr: so belassen, keine Tamponade o. ä.
(gemäß Erste Hilfe Lehrunterlage des DRK)
Therapie
Jeder Patient mit SHT sollte 24 Stunden im Krankenhaus überwacht werden (auch wenn „nur“ eine Gehirnerschütterung vermutet wird)
Im Rahmen des SHT können verschiedene Komplikationen auftreten, deren Therapie jeweils in dem entsprechenden Artikel beschrieben sind: Bewusstlosigkeit, Hirndruck, Epiduralblutung, Subduralblutung, Schädelbasisbruch,
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