Scapa Flow ist eine Art Bucht, die sich aus der Lage der, im südlichen Teil der Orkney (Schottland, Großbritannien) gelegenen, Inseln Mainland, Burray, South Ronaldsay, Flotta und Hoy ergibt. Durch Scapa Flow verläuft die Fährverbindung zwischen Houton auf Mainland und Lyness auf Hoy sowie Flotta.
Da diese Bucht gut geschützt liegt, wurde sie in der Geschichte öfter als Naturhafen benutzt. Schon die Wikinger versammelten hier im 13. Jahrhundert ihre Schiffe und gaben ihr den Namen "Skalpafloi". Auch zu Napoleons Zeiten spielte dieser Hafen eine wesentliche Rolle. Die Briten versammelten dort, zwecks einer Handelsbeziehung mit dem Baltikum, ihre Schiffe. Noch heute erinnern einige Relikte aus dieser Zeit daran. So z.B die 1813-1815, zum Schutz einer möglichen Invasion Napoleons, erbauten Martello Türme am Longhope im Südosten von Hoy. Die britische Marine richtete sowohl im Ersten Weltkrieg als auch im Zweiten Weltkrieg hier den Hauptstützpunkt ihrer Flotte ein. In beiden Weltkriegen versuchten deutsche U-Boote, in die Bucht einzudringen.
Am 31. Mai 1916 lief die Grand Fleet, unter dem Kommando von Admiral John Jellicoe, von Scapa Flow zur Skagerrakschlacht aus. Am 5. Juni 1916 wollte der britische Kriegsminister, Lord Horatio Herbert Kitchener, an Bord des Panzerkreuzers HMS Hampshire nach Archangelsk fahren, um mit Russland wichtige Verhandlungen zu führen. Die Hampshire verließ Scapa Flow durch den Hoy Sound. Wenig später lief sie, westlich von Mainland, auf eine Mine und sank binnen 15 Minuten. Es gab nur 12 Überlebende. Lord Kitchener und über 600 Personen ertranken.
Am 18. Oktober 1918 versuchte UB 116 (Oberleutnant zur See Hans-Joachim Emsmann), mit einer freiwilligen Besatzung, in Scapa Flow einzudringen. Angeblich sollte der Hoxa Sound frei von Netzen und Minen sein. Doch das Gegenteil war der Fall. Durch zusätzlich installierte Unterwasserhorchgeräte vernahm man die Schraubengeräusche des Bootes und sichtete gegen 23.30 Uhr, im Licht der Suchscheinwerfer, dessen Sehrohr. Per Fernzündung wurde eine ganze Minensperre ausgelöst, welche UB 116 vernichtete.
Nach dem Waffenstillstand wurden 74 Schiffe der deutschen Hochseeflotte in Scapa Flow interniert. Dort gab Konteradmiral Ludwig von Reuter am 21. Juni 1919 den Befehl zur Selbstversenkung der Flotte. Er vermutete, dass die deutsche Regierung den Friedensvertrag von Versailles nicht annehmen und deshalb am nächsten Tag wieder Kriegszustand herrschen würde. Die deutsche Flotte sollte den Briten nicht unzerstört in die Hände fallen. Mit Ausnahme von einem Linienschiff, drei Kleinen Kreuzer und elf Torpedobooten, versanken alle deutschen Schiffe. Die Wracks der gesunkenen Schiffe wurden zwischen 1923 und 1939 größtenteils gehoben. Es verblieben jedoch sieben Schiffe am Meeresgrund, die heute als beliebtes Ziel für Tauchausflüge dienen.
SMS Bayern, SMS Friedrich der Große, SMS Großer Kurfürst, SMS Kaiser, SMS Kaiserin, SMS König Albert, SMS König, SMS Kronprinz Wilhelm, SMS Markgraf und SMS Prinzregent Luitpold. Die SMS Baden wurde vor der Selbstzerstörung durch Aufgrundsetzen gerettet und endete später als Zielschiff.
Die Wracks der SMS Kronprinz Wilhelm, SMS Markgraf und SMS König liegen noch heute auf dem Grund von Scapa Flow
SMS Derfflinger, SMS Hindenburg, SMS Moltke, SMS Seydlitz und SMS Von der Tann.
Alle Schiffe wurden später wieder gehoben.
SMS Cöln II, SMS Karlsruhe II, SMS Dresden II, SMS Brummer sowie SMS Bremse. SMS Nürnberg II, SMS Frankfurt und SMS Emden II wurden auf Grund gesetzt.
Von den versenkten Schiffen wurden SMS Cöln II, SMS Karlsruhe II, SMS Dresden II und SMS Brummer nicht geborgen.
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