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Saxophone :: Saxophonists
 

[[Bild:Komposit2.jpg|350px|thumb|Verschiedene Saxophone; v.l.n.r: Bass-, Bariton-, Tenor-, Alt-, Sopran- und Sopraninosaxophon]]

Das Saxophon bzw. Saxofon ist ein Musikinstrument und gehört zur Familie der Holzblasinstrumente.

Geschichte


Das Saxophon wurde von dem Belgier Adolphe Sax im Jahre 1840 erfunden und schließlich am 28. Juni 1846 in Frankreich patentiert. Es ist ein Blasinstrument und gehört zur Familie der Holzblasinstrumente. Im Patentantrag begründet Sax seine Erfindung mit dem Fehlen gut klingender Holzblasinstrumente der tiefen Lage. Ursprünglich für den Einsatz im Sinfonieorchester gedacht, fand es aber zunächst Anwendung in Marsch- und Militärkapellen, da zeitgenössische Komponisten das neue Instrument zunächst weitgehend ignorierten.

Erst mit dem Aufkommen des Jazz begann der eigentliche Siegeszug dieses Instruments mit seinem sehr variablen Klang und einem großen dynamischen Umfang. Inzwischen ist es bei Konzert- und Tanzmusik eines der beliebtesten Soloinstrumente, und viele bekannte Solisten haben ihre eigenen Bands oder Combos gegründet.

Technik


Bill Clinton and Boris Yeltsin 1994.jpg ist (auch) für sein Spiel am Saxophon bekannt]]

Das Saxophon wird zwar aus Metall gebaut, so dass es wie ein Blechblasinstrument aussieht, da aber bei der Tonerzeugung die Luftsäule durch das Rohrblattmundstück (wie bei einer Klarinette) geteilt wird, spricht man von einem Holzblasinstrument. Jenes Rohrblatt besteht aus dem Bambusähnlichen Arundo Donax.

Das eigentliche Saxophon ist in 4 Einzelteile zerlegbar:

  1. das Rohrblatt
  2. das Mundstück mit Blattschraube
  3. der Bogen
  4. der Korpus

Zum Spielen wird das Instrument meist mittels eines Tragriemens (Halsgurt) um den Hals des Spielers gehängt, insbesondere für größere Ausführungen wie das Bariton-Saxophon gibt es jedoch auch Rücken- oder Schultergurte. Sopran und Sopranino in gerader Bauform werden oft ohne Trageriemen gespielt.

Typen


Saxophone alto.jpg | Baritonesax.jpg Die Ähnlichkeit von Saxophon und Klarinette wird oft betont. Das Saxophon überbläst jedoch nicht wie die Klarinette in die Duodezime, sondern wie die Querflöte oder Oboe in die Oktave. Dies entsteht durch den konischen Zuschnitt des Instrumentes (eng am Mundstück und sehr weit am Schallbecher). Grifftechnisch ist das Instrument mit der modernen Querflöte verwandt. Die Griffe entsprechen auch denen einer B-Klarinette mit Boemsystem von den Tönen d²-h³.

Das Saxophon wird in acht Dimensionen gebaut: Saxophone aigu in es', Sopraninosaxophon, nicht zu verwechseln mit der Sonderbauform des Soprillo (s.u.), Sopran- (in Bb oder C), Alt- (in Es oder F), Tenor- (in Bb oder C -> Melody-Saxophon), Bariton- (in Es oder F), Bass- (in Bb oder C) und sehr selten Kontrabasssaxophon (in Eb). Vereinzelt gibt es sogar spielbare Subkontrabasssaxophone in Bb (diese haben eine Länge der Schallröhre von 4,30m).

Seit Anfang dieses Jahrtausends gibt es sogar ein noch kleineres Saxophon als das Sopranino: Das Soprillo in Bb-Stimmung, in gerader Bauform mit Applikatur bis zum hohen es, bei normalem Fingersatz. Eine Besonderheit ist die obere Oktavklappe, die im Mundstück eingebaut ist. Die Schallröhre des Soprillos hat eine Länge von 30cm.

Weiterhin gibt es etwa seit der gleichen Zeit auch sehr gut spielbare Kontrabass- und Subkontrabassaxophone. Ihre Bauform weicht etwas von der klassischen Form ab: Das Hauptrohr ist nochmals verschlungen. Dadurch werden diese Instrumente sehr kompakt: Das Kontrabassaxophon ist nicht im Gehen spielbar. Das Subkontrabassaxophon in Bb dieser von ihrem Erfinder Benedikt Eppelsheim "Tubax" genannten Bauform wird im Ständer gespielt. Beide zeichnen sich dank ihrer engen Mensurierung durch einen geringen Luftverbrauch aus. Die Intonation dieser Instrumente ist als hervorragend zu bezeichnen. Die C- und F-Varianten, die von Sax für den Einsatz in sinfonischen Orchestern konzipiert waren, werden heute praktisch nicht mehr hergestellt und hatten nie die Bedeutung, die sie nach ihrem Erfinder hätten haben sollen. Einzig das C-Melody Saxophon, in der Baugröße zwischen Alt- und Tenorsaxophon angesiedelt, wurde bis in die 50-er Jahre des 20. Jahrhunderts gebaut und verwendet.

Die Beweglichkeit und Vielseitigkeit des Saxophones führte zu zahlreichen Experimenten. Das Conn-O-Sax (um 1928) wurde in einer geraden Form mit einem bauchigen Schallstück gebaut. Die gerade Form des Saxophones verleiht dem Saxophon einen Oboen-artigen Klang. Beim Conn-O-Sax wird durch das Kugel-artige Schallstück der nasale Klang eines Doppelrohr-Instrumentes (Oboe, Englischhorn oder Fagott) erreicht. Die Stimmung dieses Instrumentes ist gleich der Stimmung des Englischhorns, nämlich F, liegt dadurch zwischen Alt- und Tenorsaxophon und entspricht den Ambitionen Saxs ein Symphonieorchester-taugliches Instrument zu generieren. Obwohl die Vorteile gegenüber einem Englischhorn überwiegen, hat sich das Instrument nicht durchgesetzt.

Eine andere Entwicklung des Saxophons war, dass man versuchte das Saxophon aus Holz zu bauen, um einen noch hölzernen Klang zu erzielen. Diese Formen sind kaum bekannt, weil sie instrumentenbaulich sehr schwer herzustellen sind, der Klarinette zu ähnlich sind und starke Stimmungsprobleme aufweisen. Das Holz-Saxophon ist dem ungarischen Tarogato sehr ähnlich.

Auch in Bezug auf die Technik zur Abdeckung der Tonlöcher wurden verschiedentlich neue Ansätze verfolgt. Der Regelfall ist auch heute noch die Verwendung hohler Metallklappen, die innen mit einem mit Leder überzogenen Filzpolster ausgefüllt sind. Das Material dieser Polster wurde im Zuge der technischen Entwicklung auch durch moderne Kunststoffmaterialien (Codera, TopTone oder Jim Schmidt (USA)) ersetzt, die gepolsterte Klappe ist jedoch bis heute Standard. Zur Verbesserung des Resonanzverhaltens werden bei den größeren Klappen verschiedene Auflagen aus Metall oder Kunststoff (sog. Resonatoren) verwendet, die auf das Polster aufgeklebt oder aufgenietet sein können.

Eine absolute Ausnahme stellt ein vorübergehend in der Zeit von 1938-1941 von Selmer USA produziertes Saxophon dar: In Zusammenarbeit mit dem damals renommierten US-amerikanischen Hersteller Buescher wurde ein Saxophon ohne Klappenpolster ("Padless") entwickelt, bei dem die Dichtung der Tonlöcher durch einen Lederring am Tonloch selbst und die Verwendung absolut plangeschliffener Messingklappen erzielt wurde. Obwohl das Resonanzverhalten und die Ansprache des Modells als sehr gut beschrieben wurden, waren die dünnen Dichtungsringe auf die Dauer zu anfällig und das System verschwand wieder vom Markt.

Am häufigsten in Gebrauch sind Alt- und Tenorsaxophon, gefolgt von Sopran und Bariton, während die Varianten in den extremen Lagen manchmal solistisch oder zur Bereicherung der Klangfarben in größeren Ensembles eingesetzt werden.

Spieltechnik


Klaus Doldinger mit Saxophon.jpg mit Tenorsaxophon]] Um auf dem Saxophon, wie übrigens auf jedem Einzelrohrblattinstrument, Töne und Melodien zu produzieren, kommt es auf die richtige Koordination von Anblas- und Fingertechnik an. Der richtige Grad an Lockerheit ist ebenso wichtig wie eine Grundspannung, die einem einerseits eine gute Atemstütze, andererseits schnelle (Re)aktionszeiten ermöglicht.

Besetzungen

Blasorchester

Die längste Tradition hat das Saxophon in den Blasorchestern. Schon ein Jahr vor der Patentierung verwendete die französische Militärmusik zwei Saxophone. In Blasorchestern hat das Saxophon eine wichtige klangliche Bedeutung. Es verbindet das Holz-Register Holzblasinstrumente mit dem Blech-Register Blechblasinstrumente. Einerseits hat das Saxophon die Beweglichkeit eines Holzblasinstrumentes, anderereseits steht es der Lautstärke eines Blechblasinstrumentes kaum nach. 1844 prophezeite Berlioz dem Saxophon durch seine Eigenschaften eine große Zukunft.

Klassische Musik

In der klassischen Musik wird das Saxophon vor allem als Soloinstrument, in Saxophonformationen und in Kammermusikbesetzungen verwendet. Im Sinfonieorchester findet man es seltener, wird aber in der Regel von einem der Klarinettisten als Nebeninstrument verlangt.

= Saxophon Solo
=

Besonders in der Neuen Musik wird das Saxophon als Soloinstrument verwendet. Die Komponisten betonen in ihren Kompositionen dabei besonders die Klangmöglichkeiten und die technische Aspekte des Saxophons. Einige der Komponisten, die Werke für Saxophonsolo geschrieben haben, sind: Paul Bonneau, Pierre-Max Dubois, Jean Francaix, Alexander Konstantinowitsch Glasunow, Jacques Ibert, Christian Lauba, Jean-Marie Londeix, Ryo Noda, Guido Rennert oder Fuminori Tanada.

= Saxophon in Kammermusikbesetzung
=

In der Kammermusikbesetzung wird das Saxophon in Kombination mit anderen Soloinstrumenten verwendet. Einige der Kombinationen, die in Kompositionen Verwendung finden, kombinieren das Saxophon unter anderem mit Gesang, Geige, Flöte, Klarinette, Oboe, Fagott, Trompete, Posaune oder Schlagzeug.

Besonders häufig wird das Saxophon als Hauptinstrument mit Begleitung verwendet. Verbreitet sind hier insbesondere die Kombination von Saxophon und Klavier, aber auch Stücke in Begleitung von Orgel, Akkordeon, Harfe und Gitarre existieren.

= Saxophonformationen
= Die Formationen, in denen das Saxophon in der klassischen Musik verwendet werden, sind an die Formationen der Streichinstrumente angelehnt. Insbesondere wird das Saxophon im Saxophonquartett und im Saxophonensemble, das aus 12 Saxophonen besteht, verwendet.

Das Saxophonquartett besteht aus Bariton-, Tenor-, Alt-, und Sopransaxophon.

Die Besetzung des Saxophonensembles variiert je nach Ensembleleiter und Kompositionen. Die Standardzusammensetzung des Saxophonensembles, die Jean-Marie Londeix eingeführt hat, besteht aus einem Bass-, zwei Bariton-, drei Tenor-, drei Alt-, zwei Sopran- und einem Sopraninosaxophon. Andere Saxophonensemble, wie zum Beispiel das Raschèr Saxophonorchester, verändern je nach Komposition die Zusammenstellung der Instrumente. Auch hier werden die sechs gängigen Saxophonarten verwendet.

Jazz

Der Jazz ist "saxophonisiert". Es gab und gibt kaum ein Jazzensemble, in dem das Saxophon nicht zumindest eine wichtige Solistenrolle ausfüllen würde. Am häufigsten findet man Quartettbesetzungen, also Rhythmusgruppe plus Saxophon. Davon abgeleitet muss man die Triobesetzungen sehen, bei denen das Harmonieinstrument, also Gitarre oder Piano weggelassen werden. Reine Saxophonbesetzung sind seltener, nehmen aber in der modernen ernsthaften Musik und in Grenzgebieten des Jazz aufgrund der fast unbegrenzten Klangmöglichkeiten eine interessante Rolle ein. Wichtig sind Saxophone auch in einer Big Band, hier sind sind sie meist wie folgt besetzt: erstes und zweites Altsaxophon, erstes und zweites Tenorsaxophon sowie ein Baritonsaxophon. Um im Jazz eine individuelle Klangfarbe erzielen zu können, ist neben dem eigentlichen Instrument die Wahl des Equipments, also der Zubehörausstattung, entscheidend. Nicht nur das Material des Mundstückes (meist Metall oder Ebonit) und dessen Form, sondern auch die Bauart der Ligatur beeinflussen die Klangfarbe. Hierbei ist es nicht selten, dass Mundstücke nachträglich in der Form angepasst ("getuned") werden.

Saxophonisten

Siehe dazu Kategorie:Saxophonist

Cannonball Adderley, Sidney Bechet, Michael Brecker, Ornette Coleman, John Coltrane, Dexter Gordon, Charlie Parker, Sonny Rollins, Lester Young

Ensembles

Pindakaas Saxophon Quartett, Quintessence Saxophon Quintett, Deutsches Saxophon-Ensemble, Raschèr Saxophonquartett, Itchy Fingers, Kölner Saxophon Mafia, World Saxophone Quartett, Nuclear Whales Saxophone Orchestra, Danubia Saxophon Quartett Wien, London Saxophonic, Tübinger Saxophon Ensemble, Ardey Saxophonquartett, Saxofourte, Alliage Quartett, OSax, Les Femmes Saxales, Berliner Saxophon Quartett, Four in a row, The Osland Saxophone Quartet, BigBand

Hersteller


  • Amati Kraslice
  • B&S
  • Borgani
  • Eppelsheim
  • Jupiter
  • Julius Keilwerth (seit 2003 "The Music Group")
  • Richard Keilwerth
  • Rampone & Cazzani
  • Selmer
  • Yamaha
  • Yanagisawa
  • ZeuS
  • Toptone

Literatur

  • Eugen Brixel, Schriftenreihe für Jungmusiker, Heft 1, Die Klarinette und das Saxophon, Musikverlag Stefan Reischel, Oberneunkirchen, Österreich, 1983
  • Peter Ninaus, Voraussetzungen für den Bläserunterricht am Beispiel der Klarinette, Eine Betrachtung unter den Aspekten der Musikpädagogik, Psychologie, Physiologie und des Instrumentenbaus, Bakkalaureatsarbeit an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz, 2004
  • Jean-Pierre Thiollet, Sax, Mule & Co, H & D (Paris), 2004 ISBN 2 914 266 03
  • Uwe Ladwig, regelmäßig Aufsätze (Vintage-Saxophonen, Test-Berichte) in "SONIC Wood & Brass", PNP-Verlag, Neumarkt, Deutschland
  • Venzke / Raumberger / Hilkenbach, Die Saxophone, Beiträge zu Baucharakteristik, Funktion und Geschichte, Fachbuchreihe Das Musikinstrument, PPV Medien

Weblinks


Rohrblattinstrument

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