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Der Saumagen, auch Pfälzer Saumagen genannt, ist ein traditionelles Gericht der Pfälzer Küche. Der Magen stammt vom Schwein und wird nur selten mitgegessen. Er enthält selbstverständlich auch niemals den letzten Mageninhalt des Tieres, sondern dient, ähnlich wie die Darmhülle bei einer Weißwurst, nur als Pelle für die Füllung.

Zubereitung


Die Füllung besteht überwiegend aus einer Mischung von magerem Schweinefleisch, Bratwurstbrät und Kartoffeln (durch den Fleischwolf gedreht oder gewürfelt); gelegentlich wird die Füllung mit Esskastanien verfeinert. Dazu kommen manchmal Eier und Karotten. Außerdem werden zahlreiche Gewürze, u. a. Zwiebeln, Majoran, Muskat und Pfeffer hinzugefügt. Verschiedene Rezepte nennen auch - in wechselnden Kombinationen - gemahlene Gewürznelken, Koriander, Thymian, Knoblauch, gemahlenes Lorbeerblatt, Kardamom, Basilikum, Kümmel, Piment und Petersilie.

Der gefüllte Saumagen muss in heißem Wasser ziehen, darf jedoch nicht kochen, da er sonst platzen kann. Serviert wird er in Scheiben geschnitten, die häufig noch in der Pfanne angebraten werden. Dann wird manchmal auch der Magen mitgegessen.

Als Beilagen zum Saumagen werden Kartoffelpüree und Sauerkraut sowie ein trockener Pfälzer Weißwein, z. B. ein Riesling, empfohlen.

Geschichte


Der Saumagen entstand angeblich im 18. Jahrhundert als „Arme-Leute-Essen“, das von Bauern erfunden wurde, um Schlachtreste von Schweinen auf diese Weise zu verwerten. Andere wehren sich gegen diese Darstellung und behaupten, die Herstellung des Saumagens, für den man ja nur die besten Zutaten verwende, sei in der Pfalz schon immer der Höhepunkt eines jeden Schlachtfestes gewesen. In den 1980er und 1990er Jahren erlangte der Saumagen große Popularität durch den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl, der in seiner pfälzischen Heimat Staatsgäste wie Margaret Thatcher, Michail Gorbatschow, Ronald Reagan und François Mitterrand mit dem typischen Gericht bewirten ließ.

Saumagen-Orden


Seit 1992 vergibt die Schifferstadter Karnevalsgesellschaft „Schlotte“ an Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur oder Sport, die sich um die Pfalz verdient gemacht haben, den Saumagen-Orden. Die von Helmut Kohl angeregte Auszeichnung war zunächst nur auf elf Verleihungen angelegt, die jeweils während der Karnevalssaison stattfinden. Wegen des großen Erfolges und wegen des Aufsehens, das die Ordensverleihung erzielte, entschied man sich 2002 zur Fortsetzung und gleichzeitig Ausweitung des in Frage kommenden Personenkreises auf ganz Deutschland.

Der Orden besteht aus einem 400 g schweren Stück Rosenquarz, das in der Schmuckstadt Idar-Oberstein in die Form eines Saumagens geschliffen wird und mit einer Silberkette um den Hals getragen werden kann. Die Verleihung wird mit einem zünftigen Saumagenessen gefeiert, bei dem die Laudatio auf den neuen Ordensträger von seinem Vorgänger gehalten wird.

Bisherige Träger des Saumagen-Ordens

Saumagen-Wettbewerb


Seit 2002 findet im pfälzischen Landau der Internationale Pfälzer Saumagen-Wettbewerb statt, bei dem der beste Saumagen gekürt wird. Meist reichen etwa 150 Teilnehmer ihre Kreationen ein, unter denen sich auch außergewöhnliche Varianten finden, z. B. mit Wild- oder Fischfüllung.

Trivia rund um den Saumagen


  • Dass Kartoffeln ein wesentlicher Bestandteil des Saumagens sind, ist unbestritten. Ob diese jedoch gewürfelt oder durch den Fleischwolf gedreht werden müssen, ist eine Glaubensfrage, die die Saumagen-Esser in zwei Lager spaltet.

Siehe auch


Weblinks


Fleischgericht | Pfälzer Küche

Saumagen

 

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