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Kreisteilungskörper sind Studienobjekte des mathematischen Teilgebietes der algebraischen Zahlentheorie. Sie sind in gewisser Hinsicht besonders einfache Verallgemeinerungen des Körpers der rationalen Zahlen.

Definition


Es sei n>2 eine natürliche Zahl. Dann ist der n-te Kreisteilungskörper diejenige Körpererweiterung \mathbb Q(\mu_n) von \mathbb Q, die durch Adjunktion der Menge \mu_n aller n-ten Einheitswurzeln entsteht.

Eigenschaften


\mathbb Q(\mu_n)\cong\mathbb Q(\zeta_n)\cong\mathbb Q*/(\Phi_n(T)).
Insbesondere ist der Körpergrad Q(\mu_n):\mathbb Q=\varphi(n) mit der eulerschen φ-Funktion.

  • Die Adjunktion der m-ten Einheitswurzeln zu \mathbb Q(\mu_n) ergibt \mathbb Q(\mu_N) mit N=\mathrm{kgV}(m,n).

  • Die Erweiterung \mathbb Q(\mu_n)|\mathbb Q ist galoissch. Die Galoisgruppe ist isomorph zu (\mathbb Z/n\mathbb Z)^\times; ist \zeta_n eine primitive n-te Einheitswurzel, so entspricht einem Element k\in(\mathbb Z/n\mathbb Z)^\times der durch
\zeta_n\mapsto\zeta_n^k
definierte Automorphismus von \mathbb Q(\mu_n).

  • Der Ganzheitsring von \mathbb Q(\mu_n) ist \mathbb Z* mit einer beliebigen primitiven n-ten Einheitswurzel \zeta_n. Insbesondere ist der Ganzheitsring von \mathbb Q(\mu_4)=\mathbb Q(\sqrt{-1}) isomorph zum Ring der ganzen gaußschen Zahlen, der Ganzheitsring von \mathbb Q(\mu_3)=\mathbb Q(\mu_6)=\mathbb Q(\sqrt{-3}) ist isomorph zum Ring der Eisenstein-Zahlen.

  • Eine Primzahl p\ne2 ist genau dann verzweigt in \mathbb Q(\mu_n), wenn p ein Teiler von n ist. p ist genau dann voll zerlegt, wenn p\equiv 1\pmod n gilt.

  • Ist n=\ell^\nu eine Primzahlpotenz und \zeta_n eine primitive n-te Einheitswurzel, so ist \ell in \mathbb Q(\mu_n) rein verzweigt, und das Primideal über \ell ist ein Hauptideal, das von 1-\zeta_n erzeugt wird:
(\ell)=(1-\zeta_n)^{\varphi(n)}.

Satz von Kronecker-Weber


Der Satz von Kronecker-Weber (nach L. Kronecker und H. Weber) besagt, dass jeder algebraische Zahlkörper mit abelscher Galoisgruppe in einem Kreisteilungskörper enthalten ist. Die maximale abelsche Erweiterung von \mathbb Q entsteht also durch Adjunktion aller Einheitswurzeln.

Zahlentheorie | algebraische Zahlentheorie

cyclotomic field | corps cyclotomique

 

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