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Eine Parabolantenne ugs. Satellitenschüssel genannt wird für den Empfang von Fernseh- und Rundfunkprogrammen aber auch zum Empfang von Datenströmen wie z.B. SkyDSL benötigt, die von einem Satelliten auf der geostationären Erdumlaufbahn ausgestrahlt werden. Aufgrund der großen Distanz von etwa 36.000 km sind auf der Erde relativ schwache Signale zu empfangen, die mittels eines Parabolspiegels gebündelt und elektronisch verstärkt werden müssen. Die Antenne besteht aus drei Teilen: dem Parabolspiegel, dem Empfangskopf Low Noise Block Converter (LNB) und handelsüblichem Koaxialkabel zur Weiterleitung des Empfangssignals an einen Receiver oder eine Verteileranlage.

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Technischer Aufbau


Parabolspiegel

Die Größe einer Parabolantenne wird mit dem Durchmesser des Parabolspiegels angegeben. Die meist gebräuchlichsten Antennentypen haben einen Durchmesser von 60 oder 85 cm. Je größer der Durchmesser einer Antenne ist, umso größer ist folglich ihre Fläche, die wiederum entscheidend für die Empfangsqualität ist. Wegen der Kreisfläche wird meist unterschätzt, dass sich ein kleiner Unterschied beim Durchmesser signifikant auf den Empfangspegel auswirkt. So besitzt eine 85 cm Antenne bereits die doppelte Fläche einer 60 cm "Schüssel" und empfängt demnach die doppelte Energie. Eine größere Parabolantenne bietet so beim Schlechtwetterempfang (Regen, Schnee auf der Schüssel ...) mehr Reserven für ein gutes Bild, während bei einer kleineren Antenne das Bild vielleicht schon zusammenbricht. Auch bei der Installation von zwei oder mehr LNBs (Multifeed) sind größere Antennendurchmesser empfehlenswert.

Low Noise Block Converter (LNB)

Zum Empfang von Satellitenprogrammen mit relativ kleinen Antennen wird das KU-Band (10,7 bis 12,7 GHz) genutzt. Die Verstärkung der Satellitensignale erfolgt dabei durch Low Noise Block Converter (LNB), die auf den Brennpunkt des Parabolspiegels ausgerichtet, und in verschiedensten Ausfertigungen erhältlich sind.

Da die Herstellung der LNB bei Einführung der Satellitentechnik sehr kostspielig war, stellte man zunächst ausschließlich LNB her, die den damals gebräuchlichsten Frequenzbereich um 11,0 GHz abdeckten, und auf dem wenige analoge Programme übertragen werden konnten.

Im Laufe der Zeit wuchs jedoch die Vielzahl der Programme, und man ging dazu über das gesamte "KU-Band" zu nutzen. Dazu entwickelte man LNB, die den gesamten Frequenzbereich abdeckten. Zur Unterscheidung werden ältere LNB "Normal-LNB" und neuere LNB "Universal-LNB" genannt.

In der Bevölkerung besteht fälschlicherweise die Auffassung, dass man mit einem "Normal-LNB" keine digitalen Programme empfangen kann. Dies trifft jedoch nur zu, wenn die gewünschten Digitalprogramme nicht im Frequenzbereich des LNB senden.

Die 1996 begonnene Umstellung von analog auf digital Fernsehen DVB-S wurde auf den Satelliten etwa 2002/2003 abgeschlossen, allein deutsche Programme werden vorläufig zur Grundversorgung noch analog und digital ausgestrahlt.

Normalerweise ist es üblich Parabolantennen unmittelbar auf den Satelliten auszurichten. Da jedoch benachbarte Satelliten mit einer Antenne zu empfangen sind, nutzt man "Multifeedhalter" um zwei LNB an einer Antenne zu befestigen. Weil die LNB in diesem Fall nicht auf den Brennpunkt der Antenne ausgerichtet sind, nennt man solche Antennen auch "schielende Schüsseln".

Wenn der Einsatz mehrerer LNB zu aufwendig ist, setzt man einen Antennenmast mit Motor und einer "Polarmounthalterung" ein, die bei Drehung die geostätionäre Bahn ähnlich dem Verlauf der Sonne abfährt. Schaltbefehle für den Motor werden dabei mittels DiSEqC-Schaltungen übertragen.

Offsetantenne

Die Offsetantenne ist im Prinzip Teil einer Primärfokus-Antenne. Die Spiegelfläche ist nicht mehr kreisrund, sondern oval. Im Gegensatz zu der Primärfokus-Antenne „schaut“ der Spiegel nicht direkt zum Satelliten, sondern er weist eine erhebliche Winkelabweichung (Offsetwinkel) auf. Dies kann sogar soweit führen, dass die Reflektorfläche der Offsetantenne regelrecht nach vorn zu kippen scheint. Der LNB befindet sich natürlich trotzdem im Brennpunkt des Antennespiegels. Der Vorteil dieser Antennenform liegt vor allem in den etwas günstigeren Abmessungen; auch sammelt sich nicht so leicht Schnee in dieser Art von Schüssel an.

Kabel

Zur Verkabelung der Satellitenanlage wird handelübliches abgeschirmtes Koaxialkabel mit F-Steckern verwendet. Bei den Koaxialkabeln sollte nur darauf geachtet werden, dass der Kupferkern des Kabels nicht aus verdrillten Kupferdrähten besteht, sondern aus einem ganzen Kupferstrang.

Sonstiges


Mehrparteiensatellitenlösung

Berlin-neukoelln satellite-dishes 20050314 p1010596.jpg An Mietshäusern darf häufig keine Parabolantenne aufgestellt werden. Um jedoch jeder Wohnpartei das volle Programmangebot anbieten zu können, wird oft eine "Kopfstation" dazwischen geschaltet, die das Satellitensignal in ein herkömmliches Fernsehsignal im VHF- und UHF-Bereich umwandelt, und ein einfaches Anschließen des Fernsehgerätes ohne zusätzlichen Satellitenempfänger ermöglicht. Auf diesem Prinzip basiert auch die Technik der Kabelnetzbetreiber, die auf diese Weise bis zu einige zehntausend Teilnehmer mit Fernseh- und Radioprogrammen versorgen. Eine preiswertere und einfachere Lösung ist es, das Satellitensignal über einen "Multischalter" auf mehrere Leitungen zu verteilen; dann braucht aber jede Mietpartei einen eigenen Satellitenempfänger. Auch kann auf diese Weise nur eine begrentzte Teilnehmerzahl (ca. 100) pro Antenne versorgt werden.

Rechtsanspruch auf Parabolantenne (Deutschland)

Auch wenn es der Mietvertrag nicht erlaubt, eine "Satellitenschüssel" an der Hausfassade anzubringen, hat ein ausländischer Mieter oder Journalist unter Umständen einen Rechtsanspruch zur Anbringung einer Parabolantenne, sofern das gewünschte Programm nicht über Kabelfernsehen inklusive Zusatzangebote (Pay-TV) angeboten wird.

Siehe auch


Weblinks


Fernsehtechnik | Satellitenfernsehen

Antena parabòlica | Satellite dish | Antena parabólica | Schotelantenne | Parabolantenne | Antena satelitarna

 

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