Die Tobis-Sascha-Filmindustrie ging 1933 aus der 1910 von Alexander Joseph Graf Kolowrat-Krakowsky in Pfraumberg in Böhmen gegründeten Sascha-Film-Fabrik hervor. Nach seiner Übersiedlung nach Wien im Jahr 1912 gründete er 1913 im heutigen Wiener Gemeindebezirk Liesing die Sascha-Film-Fabrik Wien. 1938 ging das Unternehmen in den Besitz der Nationalsozialisten über und wurde als Wien-Film GmbH wiedergegründet.
Während der Kriegsjahre lag der Schwerpunkt der Tätigkeiten fast ausschliesslich in der Produktion von Propagandafilmen und Wochenschauberichten.
1918 wurde die Vertretung der Paramount für Österreich übernommen. Im Wiener Prater, westlich der Rotunde, ließ das Unternehmen im Jahr 1920 „Alt-London“ errichten, ähnlich der Kulissenstadt „Venedig in Wien“, jedoch kleiner. Dort drehte Regisseur Alexander Korda für die Sascha-Film „Prinz und Bettelknabe“, basierend auf einem Roman Mark Twains. 1922 erhielt Alexander Kordas' Sascha-Film-Produktion „Eine versunkene Welt“ in Mailand sogar einen Filmpreis.
In „Sodom und Gomorrha“ aus dem Jahre 1922 spielte die Frau des Regisseurs Alexander Corda, Maria Corda, die Hauptrolle. Der kräftige Samson wurde von Alfredo Gal gespielt. Weiteres Großprojekt dieser Jahre war „Harun al Raschid“, der dem Fritz Lang-Film „Dr. Mabuse, der Spieler“ nachempfunden war. Regisseur war Michael Kertész.
Die Ablösung des Stummfilms durch den Tonfilm stürzte das Unternehmen in eine schwere Krise, die 1930 zum Ausgleich führte. 1932 übernahm die Pilzer-Grupper (die Brüder Oskar, Kurt, Severin und Viktor) die Sascha-Film. Im Frühjahr 1933 konnte man die Tobis-Tonbild-Syndikat AG als Investor gewinnen, und das Unternehmen wurde in Tobis-Sascha-Filmindustrie AG umbenannt.
Ende 1933 entstanden die ersten Aufnahmen in den neu adaptierten Rosenhügel-Ateliers, wo 1934 der Film „Maskerade“ unter der Regie von Willi Forst und mit den Hauptdarstellern Hans Moser, Paula Wessely und Adolf Wohlbrück fertig gestellt wurde, der zum Aushängeschild des „Wiener Films“ werden sollte. Es blieb auch der letzte Film, den die Tobis-Sascha abdrehte. Die Studios wurden seither vermietet. Tobis-Sascha verlegte seine Aktivitäten auf die Distribution von Filmen, zu welchem Zwecke eine eigene Gesellschaft gegründet wurde.
Da 1935 von den Nationalsozialisten in Deutschland der Transfer von in Deutschland erzielten Erlösen nach Österreich verboten wurde, geriet das an sich gut situierte Unternehmen unter großen Druck. Die Filmproduktion kam wegen Geldmangels in Österreich zum Erliegen. Zwar lagen eine Million Reichsmark auf einem eingefrorenen Konto in Deutschland, doch konnten diese nicht transferiert werden. Auch die Hausbank, die Creditanstalt (CA), die im geringen Ausmaß auch am Unternehmen beteiligt war, gewährte keine weiteren Darlehen mehr.
Da Verhandlungsversuche bezüglich des Geldtransfers von Oskar Pilzer mit den Nationalsozialisten daran scheiterten, dass diese nicht mehr mit Nichtariern verhandeln wollen, sah Pilzer sich gezwungen aus dem Unternehmen auszutreten. Am 23. Jänner 1937 verkaufte er seine Geschäftsanteile „im Nennbetrage von 33.333,33 Schilling“ für lediglich 1000 Schilling an die CA. Ausbezahlt bekam er jedoch nicht einmal diese.
Die Creditanstalt schloss wenig später ein Syndikatsabkommen mit der deutschen Tobis AG, die bereits im Besitz der nationalsozialistischen Treuhandgesellschaft Cautio war. Das Unternehmen wurde aufgelöst und 1938 als Wien-Film GmbH wiedergegründet.
Nach Kriegsende, vor allem in den 1950er und 1960er Jahren produzierte die Sascha-Film wieder unter eigenem Namen eine Reihe von Unterhaltungsfilmen.
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