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S:
Strukturformel
Sarin.png
Allgemeines
Name Methylfluorphosphonsäureisopropylester
Andere Namen Sarin
Summenformel CH3P(O)(F)OCH(CH3)2
CAS-Nummer -
Kurzbeschreibung stark flüchtige, farb- und geruchlose Flüssigkeit
Eigenschaften
Molmasse 140,1 g/mol
Aggregatzustand flüssig
Dichte - kg/m³
Schmelzpunkt -56 °C
Siedepunkt 158 °C
Dampfdruck 2,9 Pa (25 °C)
Löslichkeit gut in Alkoholen, Chlorkohlenwasserstoffen, Aceton, Toluol, Benzol
Sicherheitshinweise
R- und S-Sätze
MAK -
LD50 (Mensch) 0,75 mg / kg
Sarin ist ein chemischer Kampfstoff. Die systematische Bezeichnung ist Methylfluorphosphonsäureisopropylester. Seinen Trivialnamen hat er von seinen Erfindern Schrader, Ambros, Rüdiger und Linde.

Geschichte


Die Substanz wurde 1938 während der Forschung an Phosphorverbindungen für den Einsatz als Insektenvernichtungsmittel von einer Forschungsgruppe um den Chemiker Gerhard Schrader entdeckt. Auftraggeber der Forschung war wie auch bei Tabun und Soman die IG Farben.

Eingesetzt wurde Sarin bisher im Krieg Irak gegen den Iran, sowie 1988 gegen kurdische Minderheiten im Irak (siehe Giftgasangriff auf Halabdscha). Bei zwei terroristischen Anschlägen der japanischen Aum-Sekte (1994 in Matsumoto und 1995 in Tokio) wurde ebenfalls Sarin verwendet.

Wirkungsweise


Sarin_Wirkungsweise.png
Die Aufnahme von Sarin ist über die Haut und die Atmung möglich. Nur ein Ganzkörperschutz verhindert sicher eine Aufnahme des Stoffes. Im Körper blockiert Sarin die Acetylcholinesterase in den Synapsen des parasympathischen vegetativen Nervensystems, es kommt zu einem Anstieg des Neurotransmitters Acetylcholin in der Synapse und damit zu einer Dauerreizung des Parasympathikus.

Daher kommt es je nach Stärke der Vergiftung zu folgenden Symptomen: Nasenlaufen, Sehstörungen, Pupillenverengung, Augenschmerzen, Atemnot, Speichelfluss, Muskelzucken und Krämpfe, Schweißausbrüche, Erbrechen, unkontrollierbarer Stuhlabgang, Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und letztendlich zum Tod.

Die Wirkung ähnelt den verwandten chemischen Kampfstoffen Tabun, Soman und VX, aber auch Vergiftungen mit verschiedenen Insektiziden wie Parathion (E605).

Als Entgiftungsmittel wird eine heiße Lösung von Seife, Alkalilösung, Ammoniak oder Chlorkalk verwendet.

Darstellung


Durch Einwirken von Methyliodid CH3I wird aus dem Phosphorigsäureester der Phosphonsäureester Sarin hergestellt.

(CH3)2CH - O \ P - F + CH3I



-> Sarin + (CH3)2CH - I / (CH3)2CH - O Phosphorigsäureester Methyliodid

Die amerikanische Methode Sarin herzustellen benutzt als Ausgangsstoff Dimethyl-methylphosphonat (DMMP; CAS 756-79-6).

CH3 CH3 | Thionylchlorid | CH3-O-P-O-CH3




---> Cl - P - Cl || || O O DMMP Methylphosphonsäuredichlorid CH3 CH3 | Flusssäure | Cl - P - Cl

--> F - P - F || || O O Methylphosphonsäuredichlorid Methylphosphonsäuredifluorid

Nun liegt der Binärkampfstoff vor und kann durch Hinzufügen von Isopropanol "scharf" gemacht werden.

CH3 CH3 | / F - P - F + HO - CH



-> Sarin + HF || \ O CH3 Methylphosphonsäuredifluorid Isopropanol

Schutzmaßnahmen


Nervenkampfstoffe sind bereits in kleinsten Mengen tödlich. Angriffsfläche ist der gesamte Körper. Deshalb bietet auch nur ein Ganzkörper-Schutzanzug mit Schutzmaske ausreichenden Schutz. Vor einem Kampfstoffeinsatz können Oxim-Tabletten eingenommen werden. Bei einer Vergiftung spritzt man Atropin (vgl. Hyoscyamin, Gift der Tollkirsche), ein krampflösendes Mittel. Im Verlauf der wochenlangen Nachbehandlung versucht man mit Obidoxim die AcChE zu regenerieren. Für die Dekontamination kann man Oxidationsmittel und alkalische Lösungen verwenden, da die Hydrolyse von Nervenkampfstoffen im basischen Milieu beschleunigt wird. Bewährt haben sich auch Chlorkalk für unempfindliche Oberflächen und Natriumcarbonatlösungen für empfindliche Gegenstände.

Weblinks


Siehe auch


Chemiewaffe | Chemische Verbindung | Gas | Gift | Nervengift | Nervenkampfstoff

Sarin | Sarín | Sariini | Sarin | סארין | Sarin | サリン | Zarīns | Sarin | Sarin | Sarin | Зарин (химическое оружие) | Sarin | Sarin | Sarina | Sarin | 沙林

 

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