Das Saprobiensystem ist ein System zur Ermittlung des biologischen Verschmutzungsgrades von Fließgewässern und Einordnung in Gewässergüteklassen. Dazu nutzt man die im Gewässer aufgefundenen Saprobien (bestimmte Arten von Pilzen, Bakterien und Protozoen) als Bioindikatoren.
Nach der so genannten Prager Konvention wird Saprobität folgendermaßen definiert:
Die Saprobität von Gewässern kann umfassend folgendermaßen eingeteilt werden:
Von ökologischer Bedeutung ist die Limnosaprobität.
Zur Ermittlung der Gewässergüteklasse anhand des Saprobiensystems werden biochemische und biozönotische Merkmale herangezogen und anhand dieser Messergebnisse eine Einordnung des Fließgewässers in Gewässergüteklassen vorgenommen.
Die Saprobität wird mit allen Vorgängen gleichgesetzt, die im Wasser vorhandenen Sauerstoff verbrauchen. Maßstäbe für den Gesamtsauerstoffverbrauch sind der
Als Anhaltspunkt für die Verschmutzung eines Fließgewässers dient dabei der Einwohnergleichwert (z.Zt. in Deutschland 60-65 g pro Tag und Einwohner). Teilt man den gemessenen BSB5-Wert durch den Einwohnergleichwert, erhält man eine Angabe über die rechnerische Zahl der Einwohner, die ihre Abwässer am Messpunkt eingeleitet haben.
Bestimmte Arten von Saprobien sind typisch für einen bestimmten Belastungsgrad des Fließgewässers an organischen Stoffen. Es lassen sich anhand der gefundenen Saprobien vier verschiedene Güteklassen sehr trennscharf ermitteln.
Man unterscheidet nach Kolkwitz & Marsson Leitsaprobien (Zeigerorganismen), die in der
Zur Unterscheidung werden 48 Leitsaprobien herangezogen.
Jedem gefundenen Zeigerorganismus wird nun eine Häufigkeitsstufe, Abundanz (A), zugeordnet. Sie reicht von (A) = 1 (Einzelfund) bis (A) = 7 (massenhaft). Der Saprobiewert (s) ist eine Zahl zwischen 1,0 und 4,00, wobei z.B. s = 1,1 einen Indikatororganismus für Obligosaprobie, s = 3,8 einen Inikatororganismus für Polysaprobie kennzeichnet. Das Indikationsgewicht (g) kann den Wert 1,2,4,8 oder 16 annehmen, wobei G = 16 einen Organismus mit kleiner Toleranz kennzeichnet, und es sich somit um einen sehr guten Indikator handelt. Der Saprobienindex wird mit folgender Formel berechnet:
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"Saprobiensystem".
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