Sanskrit.png Sanskrit (संस्कृत, n., saṃskṛta, von sam "zusammen" und kṛta "gemacht", wörtl: "zusammengefügt", saṃskṛtā vāk: "zusammengesetzte Sprache") ist die Sprache der ältesten indischen Literatur, der Veden und spielt vor allem im Hinduismus eine wesentliche Rolle. Sanskrit ist die klassische Sprache der Brahmanen, die erstmals von Panini im 4. Jahrhundert v. Chr. systematisiert wurde.
Die Entstehung wird auf 1200 v. Chr. datiert, das zu dieser Zeit übliche Vedisch unterscheidet sich jedoch noch vom klassischen Sanskrit. Beim Sprachausbau des Hindi wurden sehr viele Sanskrit-Wörter verwendet. Sanskrit wird (seit einigen Jahrhunderten) nur noch in Devanagarischrift geschrieben. Sanskrit ist heute eine weitgehend "tote" Sprache wie Latein, aber immer noch die heilige Sprache der Hindus, da alle religiösen Schriften, von den Veden und Upanishaden bis zur Bhagavad-Gita in Sanskrit verfasst wurden. Auch für religiöse Rituale wie Gottesdienste, Hochzeiten und Totenrituale ist sie noch heute unerlässlich.
Beispiele für Sanskrit-Lehnwörter im Deutschen: Arier, Ashram, Avatar, Bhagwan, Chakra, Guru, Dschungel, Ingwer, Orange, Kajal, Mandala, Mantra, Moschus, Nirwana, Swastika, Tantra, Yoga
Sanskrit wurde im Gegensatz zum Prakrit als die reine und heilige Sprache bewertet und war immer eine Hoch- bzw. "Literatur"-Sprache für religiöse und wissenschaftliche Themen. Viele Sanskrittexte wurden mündlich überliefert, bevor sie in späteren Jahrhunderten (oft erst im Mittelalter) niedergeschrieben wurden. Die älteste erhaltene Grammatik zum Sanskrit stammt von Panini, der bereits im 5. bzw. 4.Jh. v.Chr. in seinem Werk Ashtadhyayi die fast 4000 Regeln der Sanskrit-Morphologie beschrieb. In seiner ausgeklügelten Systematik entwickelte er die Konzepte der Phoneme, Morpheme und Wurzeln, die in die westliche Linguistik erst 2500 Jahre später Eingang fanden:
An erster Stelle stehen bei Panini die Vokale (a ā i ī u ū ṛ ṝ ḷ ḹ e ai o au), dann kommen - nach der Artikulationsstelle - von hinten nach vorne die Konsonantenreihen:
Am Ende der Liste stehen:
Diese (auf der genauen Beobachtung von Klängen basierende) Systematik des Sanskrit wurde einige Zeit vor den indischen Schriften (Brahmi, Devanagari) entwickelt.
Sanskrit gehört zum indischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie und hat damit einen gemeinsamen Ursprung mit der Mehrheit der modernen europäischen Sprachen, aber auch mit den klassischen Sprachen wie Latein und Griechisch. Die Verwandtschaft kann beispielsweise illustriert werden mit den Worten für Mutter und Vater: matri und pitri in Sanskrit; mater und pater in Latein sowie meter (μητηρ) beziehungsweise pater (πατηρ) im Altgriechischen, aber auch der Begriff yoga geht auf die selbe Wortwurzel wie lat. jugum, dt. Joch zurück. Bemerkenswert ist auch die ähnliche Grundstruktur in der Grammatik, etwa Geschlechter, Funktion der Kasus (Fälle), Tempora (Zeitgefüge), Modi.
Im Sanskrit sind alle acht Fälle der indogermanischen Ursprache erhalten geblieben: Nominativ, Vokativ, Akkusativ, Instrumentalis, Dativ, Ablativ, Genitiv und Lokativ. Zusätzlich zu Singular und Plural gibt es im Sanskrit noch den Dual.
Die Ähnlichkeiten zwischen Latein, Griechisch und Sanskrit spielten eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Indogermanistik; erst als im Rahmen der Kolonialisierung Europäer nach Indien kamen und begannen, indische Literatur zu übersetzen, wurde die auffallende Ähnlichkeit der Sprachen entdeckt.
Die Phoneme werden hier in ihrer traditionellen Reihenfolge beschrieben: Vokale, Plosive und Nasale (geordnet nach dem Artikulationsort, von hinten nach vorne) und schließlich Approximanten und Frikative.
Die Transliteration erfolgt in den beiden Systemen IAST (International Alphabet of Sanskrit Transliteration) und HK (Harvard-Kyoto).
Anmerkung: Die langen Vokale werden etwa doppelt so lang wie ihre kurzen Gegenstücke ausgesprochen. Darüber hinaus existiert für die meisten Vokale eine dritte Quantitätsstufe 'sehr lang', die z.B. im Vokativ Anwendung findet.
| Devanāgarī | Diakritisches Zeichen mit “” | Aussprache | Aussprache mit / p / | IAST | ITRANS | Deutsch |
| a | a | kurzer Schwa: wie e in alte | ||||
| ā | A | langer Ungerundeter offener Hinterzungenvokal: wie a in Vater | ||||
| i | i | kurzer Ungerundeter geschlossener Vorderzungenvokal: wie i in singen | ||||
| ī | I | langer Ungerundeter geschlossener Vorderzungenvokal: wie ie in Spiel | ||||
| u | u | kurzer Geschlossener hinterer gerundeter Vokal: wie u in Hund | ||||
| ū | U | langer Geschlossener hinterer gerundeter Vokal: wie u in tun | ||||
| e | e | langer Ungerundeter halbgeschlossener Vorderzungenvokal: wie e in dem | ||||
| ai | ai | ein langer Diphthong: wie ei in heilig | ||||
| o | o | langer Gerundeter halbgeschlossener Hinterzungenvokal: wie o in rot | ||||
| au | au | ein langer Diphthong: wie au in haus | ||||
| R | kurzer syllabischer Stimmhafter retroflexer Approximant wie ein Vokal: ungefähr wie ir in Americanisch Englisch bird | |||||
| RR | langer syllabischer Stimmhafter retroflexer Approximant wie ein Vokal: Eine längere Variante von | |||||
| LR | kurzer syllabischer Stimmhafter lateraler retroflexer Approximant wie ein Vokal: ungefähr wie l in Englisch handle | |||||
| LRR | langer syllabischer Stimmhafter lateraler retroflexer Approximant wie ein Vokal: Eine längere Variante von | |||||
Anders als in den meisten europäischen Sprachen einschließlich des Deutschen sind ', ' und ' im Sanskrit Vokale. Einige Grammatiken erwähnen noch ॡ ', eine längere Version des , aber dieser Vokal tritt eigentlich im Sanskrit nicht auf und ist augenscheinlich in Analogie zu den anderen Vokalen hinzugefügt worden, um eine Symmetrie von langen und kurzen Vokalen zu komplettieren. Die Sanskrit-Grammatiker klassifizieren / eː / und / oː / für grammatikalische Zwecke als Diphthonge, aber sie werden als Monophthonge ausgesprochen. Wenn ein einzelner Konsonant ohne Vokal geschrieben werden soll, wird der sogenannte „halanta/virama“ () verwendet. Dieser wird besonders am Ende eines Wortes verwendet. Ein Konsonant ohne irgendein diakritisches Zeichen wird angenommen, den kurzen Vokal schwa (/ /) nachdem sich zu haben.
Alle Vokale können nasaliert werden.
| Labial | Labiodental | Dental | Retroflex | Palatal | Velar | Pharyngal | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Plosive | unaspiriert | p | b | t | d | c (ch) | j | k | g | |||||
| aspiriert | ph | bh | th | dh | ch (chh) | jh | kh | gh | ||||||
| Nasale | m | n | (N) | ñ (J) | (G) | |||||||||
| Halbvokale | v | y | ||||||||||||
| Approximanten | l | r | ||||||||||||
| Frikative | s | (S) | ś (z) | h | ||||||||||
Daneben gibt es noch das anusvāra (), das entweder die Nasalierung des vorhergehenden Vokals oder einen zum folgenden Konsonanten homorganen Nasal anzeigt.
Diese Tabelle zeigt die Liste der Sanskrit Konsonanten mit Aussprachebeispielen in Deutsch und Englisch.
| Plosive | |||||
| unaspiriert Stimmlosigkeit | aspiriert Stimmlosigkeit | unaspiriert Stimmhaftigkeit | aspiriert Stimmhaftigkeit | Nasal | |
|---|---|---|---|---|---|
| Velar | ; Deutsch: klar | ; ≈Deutsch: kein | ; Deutsch: gehen | ; Aspirated / g / | ; Deutsch: ring |
| Palatal | ; ≈Deutsch: Deutschland | ; aspiriert / c / | ; ≈Englisch: joke | ; aspiriert | ; Englisch: finch |
| Retroflex | ; Americanisch Eng: hurting | ; aspiriert | ; Americanisch Eng: murder | ; aspiriert | ; Americanisch Eng: hunter |
| Apico-Dental | ; Tomate | ; aspiriert | ; Spanish: donde | ; aspiriert | |
| Labial | ; Deutsch: Platz | ; Deutsch: Pik | ; Deutsch: Beruf | ; aspiriert / b / | ; Deutsch: mein |
| Non-Plosives/Sonorants | ||||
| Palatal | Retroflex | Dental/ Alveolar | Velar/ Glottal | |
|---|---|---|---|---|
| Approximant | ; Deutsch: Jude | ; Americanisch Eng: tearing | ; Deutsch: lieben | |
| Sibilant/ Frikative | ; Deutsch: Schaf | ; Retroflex | ; Deutsch: wissen | ; ≈Deutsch: heim |
Im Sanskrit werden Silben durch einen sogenannten melodischen oder musikalischen Akzent betont, d.h. die betonte Silbe durch eine hörbar anderen Tonhöhe markiert. Sanskrit ist also eine gemäßigte Tonsprache. Indische Grammatiken definieren drei Töne (svara): udātta 'erhöht', anudātta 'nicht erhöht' und svarita. In der Transliteration wird udātta üblicherweise mit einem Akut (´) und anudātta mit einem Grave (`) angezeigt. Svarita tritt nur als Produkt euphonischer Vokalkombinationen auf und ist dadurch deutlich seltener als die beiden anderen Töne. Der Tonakzent ist im klassischem Sanskrit verloren gegangen (und wurde nur in vedischen Gesängen bewahrt).
Sanskrit hat ein komplexes System phonologischer Regeln namens Sandhi und Samaas, die auch in der Schriftsprache (außer in sogenannten pada-Texten) wiedergegeben werden. Sandhi meint die beim Kombinieren von Phonemen auftretenden Veränderungen, insbesondere an Wortgrenzen. Diese Vorgänge sind in jeder gesprochenen Sprache anzutreffen, im Sanskrit jedoch sind sie genau reguliert und kodifiziert.
Beispiele:
a + u -> o (Kathopanishad)
o + i -> avi
t + c -> cc (Saccit)
Anfängern und ungeübten Lesern können Sandhi erhebliche Schwierigkeiten beim Lesen von Sanskrittexten bereiten. Sie erzeugen außerdem Mehrdeutigkeiten, die von guten Dichtern genutzt werden, um Gedichte zu schreiben, die auf verschiedenartige und durchaus widersprüchliche Weisen gelesen werden können - je nachdem, wie der Leser die Sandhi auflöst.
Seit dem Mittelalter und insbesondere heute ist Devanāgarī ('die in der Stadt der Götter benutzte (Schrift)') die am weitesten verbreitete und gebräuchlichste Schrift für Sanskrit. Gelegentlich finden sich in Gegenden Indiens, in denen Devanagari nicht die übliche Gebrauchsschrift ist, noch Texte in lokalen Schriften.
Die Schrift kam erst relativ spät nach Indien und war auch dann nur von untergeordneter Bedeutung, da Wissen meist mündlich vermittelt und auswendig gelernt wurde. Nach Thomas William Rhys Davids könnte die Schrift von Händlern aus dem Nahen Osten nach Indien gebracht worden sein. Sanskrit, das ausschließlich zu sakralen Zwecken benutzt wurde, blieb jedoch bis weit in die klassische Periode Indiens eine rein mündliche Sprache.
Seit dem 19. Jhd. gibt es auch eine Transliteration des Sanskrit in lateinischer Umschrift. Die gebräuchlichste Umschrift ist gegenwärtig IAST (International Alphabet of Sanskrit Transliteration), der akademische Standard seit 1912. Andere Transliterationssysteme wurden entwickelt, um die Schwierigkeiten bei Anzeige und Druck der notwendigen Sonderzeichen für Sanskrit zu umgehen, so etwa das früher gängige Harvard-Kyoto und ITRANS, ein verlustloses Transliterationssystem, das vor allem im Internet weite Verbreitung findet.
Im akademischen Gebrauch ist Devanāgarī für die Transskription und Reproduktion ganzer Texte und längerer Ausschnitte üblich. Individuelle Namen und einzelne Wörter werden in Texten, die in europäischen Sprachen verfasst sind, hingegen meist in lateinischer Umschrift wiedergegeben.
Die Verben des Sanskrit wurden von den alten indischen Grammatikern in 10 Klassen zur Formbildung im Präsenssystem eingeteilt. Viele Verben können nach mehreren Präsensklassen flektiert werden. Man vermutet, dass diese Klassen ursprünglich auch semantische Unterschiede kennzeichneten. Im Sanskrit gibt es meist jedoch keine Bedeutungsdifferenzierung mehr (z.B. bibharti (3. Kl.) und bharati (1. Kl.) sind synonym). Die 10 Klassen kann man in athematische und thematische Klassen kategorisieren. Thematisch bedeutet dabei, dass der Stamm mittels eines Themavokals - im Sanskrit a als letzter Vokal des Stammes - gebildet wird. Bei athematischen Stämmen erfolgt die Bildung anders. Nach Zählung der indischen Grammatiker hat man folgende Präsensklassen:
Mit den so gebildeten Stämmen können im Präsenssystem die Präsens- und Imperfektformen im Aktiv und Medium gebildet werden. Die folgende Tabelle zeigt die Präsens- und Imperfektkonjugation für die 1. Präsensklasse am Beispiel des Verbs √bhṛ (tragen).
| Präsens | Imperfekt | ||||||
| Indikativ | Optativ | Imperativ | Prohibitiv | Indikativ | |||
| Aktiv | Singular | 1. Person | bhar-ā-mi | bhar-ey-am | bhar-ā-ni | mā bhar-am | a-bhar-a-m |
| 2. Person | bhar-a-si | bhar-e-ḥ | bhar-a | mā bhar-aḥ | a-bhar-a-ḥ | ||
| 3. Person | bhar-a-ti | bhar-e-t | bhar-a-tu | mā bhar-at | a-bhar-a-t | ||
| Dual | 1. Person | bhar-ā-vaḥ | bhar-e-va | bhar-ā-va | mā bhar-āva | a-bhar-ā-va | |
| 2. Person | bhar-a-thaḥ | bhar-e-tam | bhar-a-tam | mā bhar-atam | a-bhar-a-tam | ||
| 3. Person | bhar-a-taḥ | bhar-'''e-tām | bhar-a-tām | mā bhar-atām | a-bhar-a-tām | ||
| Plural | 1. Person | bhar-ā-maḥ | bhar-e-ma | bhar-ā-ma | mā bhar-āma | a-bhar-ā-ma | |
| 2. Person | bhar-a-tha | bhar-e-ta | bhar-a-ta | mā bhar-ata | a-bhar-a-ta | ||
| 3. Person | bhar-a-nti | bhar-ey-uḥ | bhar-a-ntu | mā bhar-an | a-bhar-a-n | ||
| Medium | Singular | 1. Person | bhar-e | bhar-ey-a | bhar-ai | mā bhar-e | a-bhar-e |
| 2. Person | bhar-a-se | bhar-e-thāḥ | bhar-a-sva | mā bhar-athāḥ | a-bhar-a-thāḥ | ||
| 3. Person | bhar-a-te | bhar-e-ta | bhar-atām | mā bhar-ata | a-bhar-a-ta | ||
| Dual | 1. Person | bhar-ā-vahe | bhar-e-vahi | bhar-āvahai | mā bhar-āvahi | a-bhar-ā-vahi | |
| 2. Person | bhar-ethe | bhar-ey-āthām | bhar-ethām | mā bhar-ethām | a-bhar-ethām | ||
| 3. Person | bhar-ete | bhar-ey-ātām | bhar-etām | mā bhar-etām | a-bhar-etām | ||
| Plural | 1. Person | bhar-ā-mahe | bhar-e-mahi | bhar-āmahai | mā bhar-āmahi | a-bhar-ā-mahi | |
| 2. Person | bhar-a-dhve | bhar-e-dhvam | bhar-a-dhvam | mā bhar-adhvam | a-bhar-a-dhvam | ||
| 3. Person | bhar-ante | bhar-eran | bhar-a-ntām | mā bhar-anta | a-bhar-a-nta |
Man beachte das Augment a im Imperfekt, das dem Stamm vorangesetzt wird. Auch der Prohibitiv wird vom Präsensstamm gebildet, er entspricht der Form nach dem Imperfekt ohne Augment und existiert im Sanskrit nur noch in der verneinten Form (mā) des ehemaligen Injunktivs.
Neben den oben genannten primären Stämmen (Präsensstamm, Futurstamm, Perfektstamm, Aoriststamm) für die Tempora gibt es noch weitere sekundäre Stammformen für den Passiv, Kausativ, Desiderativ, Intensiv und Denominativ.
Das Passiv besitzt im Präsens einen besonderen Stamm, der mit dem Suffix ya gebildet wird, welches direkt an die (schwundstufige) Wurzel tritt. Die Personalendungen sind identisch mit den Medialendungen im Präsens. Obige Tabelle kann also folgendermaßen ergänzt werden.
| Präsens | Imperfekt | ||||||
| Indikativ | Optativ | Imperativ | Prohibitiv | Indikativ | |||
| Passiv | Singular | 1. Person | bhri-ye | bhri-yeya | bhri-yai | mā bhri-ye | a-bhri-ye |
| 2. Person | bhri-yase | bhri-yethāḥ | bhri-yasva | mā bhri-yathāḥ | a-bhri-yathāḥ | ||
| 3. Person | bhri-yate | bhri-yeta | bhri-yatām | mā bhri-yata | a-bhri-yata | ||
| Dual | 1. Person | bhri-yāvahe | bhri-yevahi | bhri-yāvahai | mā bhri-yāvahi | a-bhri-yāvahi | |
| 2. Person | bhri-yethe | bhri-yeyāthām | bhri-yethām | mā bhri-yethām | a-bhri-yethām | ||
| 3. Person | bhri-yete | bhri-yeyātām | bhri-yetām | mā bhri-yetam | a-bhri-yetam | ||
| Plural | 1. Person | bhri-yāmahe | bhri-yemahi | bhri-yāmahai | mā bhri-yāmahi | a-bhri-yāmahi | |
| 2. Person | bhri-yadhve | bhri-yedhvam | bhri-yadhvam | mā bhri-yadhvam | a-bhri-yadhvam | ||
| 3. Person | bhri-yante | bhri-yeran | bhri-yantām | mā bhri-yanta | a-bhri-yanta |
Der Kausativ wird in der Regel mit dem Suffix aya gebildet, welches an die Verbalwurzel tritt. Zum Beispiel wird aus karoti ("er macht") kār-aya-ti ("er lässt machen").
Der Desiderativ ist in der Regel gekennzeichnet durch Reduplikation der Wurzel und dem Suffix sa. Zum Beispiel wird aus karoti ("er macht") ci-kīr-ṣa-ti ("er wünscht zu tun"). Dies kann auch mit dem Kausativ kombiniert werden, z.B. wird aus kār-aya-ti (er lässt machen) ci-kār-ay-i-ṣa-ti ("er wünscht machen zu lassen").
Der Intensiv (auch Frequentativ genannt) bezeichnet eine wiederholte oder besonders intensive Tätigkeit. Bei Verben der Bewegung bedeutet er soviel wie "hin und her". Gebildet wird der Intensiv durch eine besondere Reduplikation und das Suffix ya mit medialer Flexion bei thematischen Stämmen, ansonsten ohne Suffix und aktiver Flexion bei athematischen Stämmen. Z.B. wird aus bhramati ("er schweift umher") baṃ-bhram-ya-te ("er schweift kreuz und quer umher")
Neben dem einfachen Futur gibt es noch das periphrastische Futur. Es wird wie bei den Nomina Agentis mit dem Suffix tar gebildet und Formen der Wurzel √as ("sein").
Alle Passivformen sind identisch mit dem Medium. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über alle Formen des Futurstamms.
| Indikativ | |||||
| einfaches Futur | Konditional | periphrastisches Futur | |||
| √bhṛ (tragen) | √kṛ (tun/Täter sein) | ||||
| Aktiv | Singular | 1. Person | bhar-i-ṣyā-mi | a-bhar-i-ṣya-m | kar-tā-smi |
| 2. Person | bhar-i-ṣya-si | a-bhar-i-ṣya-ḥ | kar-tā-si | ||
| 3. Person | bhar-i-ṣya-ti | a-bhar-i-ṣya-t | kar-tā | ||
| Dual | 1. Person | bhar-i-ṣyā-vaḥ | a-bhar-i-ṣyā-va | kar-tā-svaḥ | |
| 2. Person | bhar-i-ṣya-thaḥ | a-bhar-i-ṣya-tam | kar-tā-sthaḥ | ||
| 3. Person | bhar-i-ṣya-taḥ | a-bhar-i-ṣya-tām | kar-tār-au | ||
| Plural | 1. Person | bhar-i-ṣyā-maḥ | a-bhar-i-ṣyā-ma | kar-tā-smaḥ | |
| 2. Person | bhar-i-ṣya-tha | a-bhar-i-ṣya-ta | kar-tā-stha | ||
| 3. Person | bhar-i-ṣya-nti | a-bhar-i-ṣya-n | kar-tār-aḥ | ||
| Medium & Passiv | Singular | 1. Person | bhar-i-ṣy-e | a-bhar-i-ṣy-e | kar-tā-he |
| 2. Person | bhar-i-ṣya-se | a-bhar-i-ṣya-thāḥ | kar-tā-se | ||
| 3. Person | bhar-i-ṣya-te | a-bhar-i-ṣya-ta | kar-tā | ||
| Dual | 1. Person | bhar-i-ṣyā-vahe | a-bhar-i-ṣyā-vahi | kar-tā-svahe | |
| 2. Person | bhar-i-ṣy-ethe | a-bhar-i-ṣy-ethām | kar-tā-sāthe | ||
| 3. Person | bhar-i-ṣy-ete | a-bhar-i-ṣy-etām | kar-tār-au | ||
| Plural | 1. Person | bhar-i-ṣyā-mahe | a-bhar-i-ṣyā-mahi | kar-tā-smahe | |
| 2. Person | bhar-i-ṣya-dhve | a-bhar-i-ṣya-dhvam | kar-tā-dhve | ||
| 3. Person | bhar-i-ṣya-nte | a-bhar-i-ṣya-nta | kar-tār-aḥ | ||
Das einfache Perfekt ist die verbreitetste Form und wird von den meisten Wurzeln gebildet. Hierbei wird der Perfektstamm durch Reduplikation und gegebenenfalls durch Stammabstufung gebildet. Die konjugierte Form erhält besondere Perfektendungen.
Das periphrastische Perfekt wird bei Kausativen, Desiderativen, Denominativen und Wurzeln mit prosodisch langem anlautenden Vokal (außer a/ā) verwendet.
Nur wenige Wurzeln können sowohl das einfache als auch das periphrastische Perfekt bilden. Diese sind √bhṛ (tragen), √uṣ (brennen), √vid (wissen), √bhi (sich fürchten), √hu (opfern).
Die Substantive im Sanskrit werden in vokalische und bukkalische Stämme geteilt.
| a-Stamm | ā-Stamm | i-Stamm | ī-Stamm | ||||||
| √kāma (m) (Liebe) | √rūpa (n) (Schönheit) | √bāla (f) (Mädchen) | √agni (m) (Feuer) | √vāri (n) (Wasser) | √mati (f) (Meinung) | √dhī (f) (Gedanke) | √nadī (f) (Fluss) | ||
| Singular | Nominativ | kāmaḥ | rūpam | bālā | agniḥ | vāri | matiḥ | dhīḥ | nadī |
| Vokativ | kāma | rūpam | bāle | agne | vār* | mate | dhīḥ | nadi | |
| Akkusativ | kāmam | rūpam | bālām | agnim | vāri | matim | dhiyam | nadīm | |
| Instrumental | kāmena | rūpena | bālayā | agninā | vāriṇā | matyā | dhiyā | nadyā | |
| Dativ | kāmāya | rūpāya | bālāyai | agnaye | vāriṇe | mat* | dhi* | nadyai | |
| Ablativ | kāmāt | rūpāt | bālāyāḥ | agneḥ | vāriṇāḥ | mat* | dhi* | nadyāḥ | |
| Genitiv | kāmasya | rūpasya | bālāyāḥ | agneḥ | vāriṇāḥ | mat* | dhi* | nadyāḥ | |
| Lokativ | kāme | rūpe | bālāyām | agnau | vāriṇi | mat* | dhi* | nadyām | |
| Dual | Nominativ | kāmau | rūpe | bāle | agnī | vāriṇī | matī | dhiyau | nadyau |
| Vokativ | kāmau | rūpe | bāle | agnī | vāriṇī | matī | dhiyau | nadyau | |
| Akkusativ | kāmau | rūpe | bāle | agnī | vāriṇī | matī | dhiyau | nadyau | |
| Instrumental | kāmābhyām | rūpābhyām | bālābhyām | agnibhyām | vāribhyām | matibhyām | dhībhyām | nadībhyām | |
| Dativ | kāmābhyām | rūpābhyām | bālābhyām | agnibhyām | vāribhyām | matibhyām | dhībhyām | nadībhyām | |
| Ablativ | kāmābhyām | rūpābhyām | bālābhyām | agnibhyām | vāribhyām | matibhyām | dhībhyām | nadībhyām | |
| Genitiv | kāmayoḥ | rūpayoḥ | bālayoḥ | agnyoḥ | vāriṇoḥ | matyoḥ | dhiyoḥ | nadiyoḥ | |
| Lokativ | kāmayoḥ | rūpayoḥ | bālayoḥ | agnyoḥ | vāriṇoḥ | matyoḥ | dhiyoḥ | nadiyoḥ | |
| Plural | Nominativ | kāmāḥ | rūpāni | bālāḥ | agnayaḥ | vārīṇi | matayaḥ | dhiyaḥ | nadyaḥ |
| Vokativ | kāmāḥ | rūpāni | bālāḥ | agnayaḥ | vārīṇi | matayaḥ | dhiyaḥ | nadyaḥ | |
| Akkusativ | kāmān | rūpāni | bālāḥ | agnīn | vārīṇi | matīḥ | dhiyaḥ | nadyīḥ | |
| Instrumental | kāmaiḥ | rūpaiḥ | bālābhiḥ | agnibhiḥ | vāribhiḥ | matibhiḥ | dhībhiḥ | nadībhiḥ | |
| Dativ | kāmebhyaḥ | rūpebhyaḥ | bālābhyaḥ | agnibhyaḥ | vāribhyaḥ | matibhyaḥ | dhībhyaḥ | nadībhyaḥ | |
| Ablativ | kāmebhyaḥ | rūpebhyaḥ | bālābhyaḥ | agnibhyaḥ | vāribhyaḥ | matibhyaḥ | dhībhyaḥ | nadībhyaḥ | |
| Genitiv | kāmānām | rūpānām | bālānām | agnīnām | vārīnām | matīnām | dh* | nadīnām | |
| Lokativ | kameṣu | rūpeṣu | bālāsu | agniṣu | vāriṣu | matiṣu | dhīṣu | nadīṣu |
| u-Stamm | ū-Stamm | Diphthong-Stamm | |||||||
| √vāyu (m) (Wind) | √madhu (n) (Honig) | √dhenu (f) (Kuh) | √bhū (f) (Erde) | √vadhū (f) (Frau) | √rai (f) (Besitz) | √nau (f) (Schiff) | √go (f) (Rind) | ||
| Singular | Nominativ | vāyuḥ | madhu | dhenuḥ | bhūḥ | vadhūḥ | rāḥ | nauḥ | gauḥ |
| Vokativ | vāyo | madh* | dheno | bhūḥ | vadhu | rāḥ | nauḥ | gauḥ | |
| Akkusativ | vāyum | madhu | dhenum | bhuvam | vadhūm | rāyam | nāvam | gām | |
| Instrumental | vāyunā | madhunā | dhenvā | bhuvā | vadhvā | rāyā | nāvā | gavā | |
| Dativ | vāyave | madhune | dhenave | bhu* | vadhvai | rāye | nāve | gave | |
| Ablativ | vāyoḥ | madhunāḥ | dhen* | bhu* | vadhvāḥ | rāyaḥ | nāvaḥ | goḥ | |
| Genitiv | vāyoḥ | madhunāḥ | dhen* | bhu* | vadhvāḥ | rāyaḥ | nāvaḥ | goḥ | |
| Lokativ | vāyau | madhuni | dhen* | bhu* | vadhvām | rāyi | nāvi | gavi | |
| Dual | Nominativ | vāyū | madhunī | dhenū | bhuvau | vadhvau | rāyau | nāvau | gāvau |
| Vokativ | vāyū | madhunī | dhenū | bhuvau | vadhvau | rāyau | nāvau | gāvau | |
| Akkusativ | vāyū | madhunī | dhenū | bhuvau | vadhvau | rāyau | nāvau | gāvau | |
| Instrumental | vāyubhyām | madhubhyām | dhenubhyām | bhūbhyām | vadhūbhyām | rābhyām | naubhyām | gobhyām | |
| Dativ | vāyubhyām | madhubhyām | dhenubhyām | bhūbhyām | vadhūbhyām | rābhyām | naubhyām | gobhyām | |
| Ablativ | vāyubhyām | madhubhyām | dhenubhyām | bhūbhyām | vadhūbhyām | rābhyām | naubhyām | gobhyām | |
| Genitiv | vāyvoḥ | madhunoḥ | dhenvoḥ | bhuvoḥ | vadhvoḥ | rāyoḥ | nāvoḥ | gavoḥ | |
| Lokativ | vāyvoḥ | madhunoḥ | dhenvoḥ | bhuvoḥ | vadhvoḥ | rāyoḥ | nāvoḥ | gavoḥ | |
| Plural | Nominativ | vāyavaḥ | madhūni | dhenavaḥ | bhuvaḥ | vadhvaḥ | rāyaḥ | nāvaḥ | gāvaḥ |
| Vokativ | vāyavaḥ | madhūni | dhenavaḥ | bhuvaḥ | vadhvaḥ | rāyaḥ | nāvaḥ | gāvaḥ | |
| Akkusativ | vāyūn | madhūni | dhenūḥ | bhuvaḥ | vadhūḥ | rāyaḥ | nāvaḥ | gāḥ | |
| Instrumental | vāyubhiḥ | madhubhiḥ | dhenubhiḥ | bhūbhiḥ | vadhūbhiḥ | rābhiḥ | naubhiḥ | gobhiḥ | |
| Dativ | vāyubhyaḥ | madhubhyaḥ | dhenubhyaḥ | bhūbhyaḥ | vadhūbhyaḥ | rābhyaḥ | naubhyaḥ | gobhyaḥ | |
| Ablativ | vāyubhyaḥ | madhubhyaḥ | dhenubhyaḥ | bhūbhyaḥ | vadhūbhyaḥ | rābhyaḥ | naubhyaḥ | gobhyaḥ | |
| Genitiv | vāyūnām | madhūnām | dhenūnām | bh* | vadhūnām | rāyām | nāvām | gavām | |
| Lokativ | vāyuṣu | madhuṣu | dhenuṣu | bhūṣu | vadhūṣu | rāṣu | nauṣu | goṣu |
Im Rahmen des Hindu-Nationalismus gibt es Tendenzen, in Hindi die Begriffe arabischen und persischen Ursprungs durch Sanskrit-Begriffe zu ersetzen und so die Sprache von Fremdeinflüssen zu "reinigen". Diese Entwicklung dauert noch an, so dass die Unterschiede zwischen Urdu und Hindi größer werden.
Der Komponist John Williams benutzte in seiner Filmmusik zum Film „ Episode I – Die dunkle Bedrohung“ Sanskrit als Sprache des Chores in "Darth Maul's Theme" und bei "Qui-Gons Funeral".
Sängerin Madonna sang gar ein komplettes Lied in Sanskrit, der Song "Shanti/Ashtangi ist auf ihren Album Ray of Light zu hören.
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Einzelsprache | Indische Sprache | Indoarische Sprache
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