sansculottes.jpg Mit Sansculottes (auch dt. Sansculotten, von franz. ohne Kniebundhose, Culotte, selbst abgeleitet von cul 'Boden, Hintern') wurden in der Zeit der Französischen Revolution (1789-1799) die radikalen Revolutionäre bezeichnet, die im Gegensatz zu den Kniehosen (sog. Culottes) tragenden Adligen lange Hosen (sog. Pantalons; das Wort stammte vom Italienischen Pantalone, ein commedia dell'arte- personage, dessen Name stammte von San Pantaleone, ein in Venedig populären Griechischen Heiliger) trugen.
Der Spottname entwickelte sich schnell zur gebräuchlichen Bezeichnung für die revoltierenden Proletarier. Oft erkannte man die Sanculottes auch an der 'Jakobinermütze' (eine Phrygische Mütze) und der gegenseitigen Anrede mit Citoyen "Bürger" statt wie bisher mit Monsieur "Herr".
Während der Jahre der Revolution etablierten sich die Sansculottes schnell als feste Größe. Sie bestanden vor allem aus Kleinbürgern und Arbeitern und vertraten die eigentliche Volksherrschaft, weshalb die Bezeichnung Sansculottes gelegentlich auch allgemein für die Vertreter des dritten Standes gebraucht wurde. Vor allem der breiten Unterstützung der zu Radikalität neigenden Sansculottes verdankten die Montagnards, die 'Bergpartei', ihren Aufstieg, zu denen so wichtige Personen wie Danton, Robespierre, Marat oder Desmoulins zählten. Nach den Sansculottes wurden die Sansculottiden benannt, die Ergänzungstage im Republikanischen Kalender.
Die langen Pantalons wurden in weiten Kreisen üblich und verdrängten die Culottes fast. Erst in der Zeit des Konsulates ab 1799 (General Bonaparte, der zukünftigen Kaiser Napoleon I, herrschte schon als 'Erster Konsul', de facto Staats- und Regierungsleiter) versöhnte sich das Bürgertum wieder mit dem Adel, und die Mode wandte sich verächtlich vom Symbol der Revolutionsjahre, der Kleidung der Sansculottes, ab – allerdings nur für kurze Zeit. Um 1820, nach der Restauration der könichligen Bourbon-dynastie, hatten sich die Pantalons endgültig durchgesetzt.
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