Die St. Gallisch-Appenzellische Eisenbahn (S.G.A.E.) war eine ehemalige Eisenbahngesellschaft in der Schweiz.
Sie unterhielt die 1855 bis 1856 gebaute Strecke von Winterthur über Wil SG, Flawil, St. Gallen Winkeln, St. Gallen HB nach Rorschach. Die Strecke wurde unter dem Ingenieur Julius Herz (1825-1910) gebaut.
Die St. Gallisch-Appenzellische Eisenbahn, welche im Widerspruch zu ihrem Namen die Appenzeller Kantone nirgends berührte, ging 1857 in die Vereinigten Schweizerbahnen auf.
Der Kanton Thurgau wollte die Konzession anfänglich verweigern, da der Streckenverlauf den Thurgau nicht begünstigt hätte. So stand in einem Bericht: «Die Anstände mit Thurgau, welche die Collaudation der Strecke zwischen Rickenbach und Aadorf ohne hinreichende Gründe hinauszögern, sind wesentlich Schuld, dass die Probefahrten auf der St.Galler-Appenzeller-Bahn zwischen Winterthur und Wyl erst nach beiläufig 10 Tagen beginnen können.» Deutlich wird es am 27. September 1855: «...traf die Lokomotive St. Gallen in Wyl ein und wurde mit Böllerschüssen begrüsst. Dieselbe ist von neuester, sehr schöner Konstruktion und wesentlich verschieden von denjenigen der Nordostbahn.» Die Nordostbahn war für die durch den Thurgau verlaufende Strecke Winterthur-Frauenfeld-Romanshorn verantwortlich.
Der fahrplanmässige Betrieb startete am 14. Oktober 1855. Die Fahrzeit betrug 40 Minuten.
Der Streckenverlauf wurde heftig diskutiert. Die S.G.A.E. beantragte die Konzession für den leicht trassierbaren Streckenverlauf von Schwarzenbach aus südlich des Uzwiler Hausberg Vogelsberg über den Bettenauerweiher und Oberuzwil nach Flawil.
Der einflussreiche Niederuzwiler Industrielle Matthias Naef dagegen verlangte einen Streckenverlauf nördlich des Vogelsbergs, so dass Uzwil einen Bahnhof erhalten konnte. Naef konnte sich durchsetzen und damit die Bahn die Konzession erhalten konnte, musste eine enge S-Kurve am Rande des Vogelsberges, wo der spätere Bahnhof Uzwil liegt, angelegt werden mit den Folgen, dass diese S-Kurve heute einer der langsamsten Abschnitte der ganzen Strecke Winterthur-Rorschach ist.
Diese wurden später für die Steinkohlebefeuerung umgerüstet.
Der Abschnitt zwischen St. Gallen HB und St. Gallen St. Fiden, der vorher offen trassiert wurde, wurde anfangs des 20. Jahrhunderts in einen Tunnel verlegt.
2001 kam der Bahnhof Rorschach-Stadt dazu. Heute sind Abschnitte der Teilstrecke St. Gallen-Romanshorn weiterhin einspurig.
Heute hat die Strecke mit Ausnahme von leichten Bogenglättungen weiterhin den ursprünglichen Verlauf. Im Nahverkehr wird die Strecke von der S-Bahn St. Gallen (u.a. S1) wie auch der S-Bahn Zürich (S35) befahren. Im Fernverkehr gehört der Abschnitt St. Gallen-Winterthur zur West-Ost-Achse Genf-St. Gallen.
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