| Wappen | Karte |
|---|---|
| Lage der Stadt Sankt Augustin in Deutschland.png | |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Landschaftsverband: | Rheinland |
| Regierungsbezirk: | Köln |
| Kreis: | Rhein-Sieg-Kreis |
| Fläche: | 34,22 km² |
| Einwohner: | 56.074 (30. September 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.680 Einwohner/km² |
| Höhe: | 60 m ü. NN |
| Höchster Punkt: | 150 m ü. NN (Pleiser Hügelland) |
| Niedrigster Punkt: | 50 m ü. NN (Siegtal) |
| Nord-Süd Ausdehnung: | 8,6 km |
| West-Ost Ausdehnung: | 8,1 km |
| Postleitzahl: | 53757 |
| Vorwahl: | 02241 |
| Geographische Lage: | |
| Kfz-Kennzeichen: | SU |
| Gemeindeschlüssel: | 05382056 |
| Gliederung des Stadtgebiets: | 8 Stadtteile/Stadtbezirke |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 1 53757 Sankt Augustin |
| Website: | sankt-augustin.de |
| E-Mail-Adresse: | bmbuero@sankt-augustin.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Klaus Schumacher (CDU) |
| Bevölkerung | |
| Arbeitslose: | 2.356 (Mai 2006) |
Sankt Augustin ist eine Stadt im Rhein-Sieg-Kreis, Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Namensgeber ist der Schutzpatron der ansässigen Steyler Missionare, der heilige Augustinus (* 354; † 430).
Sankt Augustin liegt im Südosten der Kölner Bucht, genauer in der Siegniederung, einem weitgehend ebenen Bereich zwischen dem Rhein und den Ausläufern des Bergischen Landes und des Siebengebirges. Im Westen grenzt es ohne geographische Trennung an Bonn an, im Norden bildet der Unterlauf der Sieg eine natürliche Grenze zu Troisdorf und Siegburg, und der Beginn des Hügellandes markiert grob die Grenzen zu Hennef im Osten, Königswinter im Südosten und Bonn im Südwesten.
Der Großteil der Stadt (Hangelar inkl. Niederberg, Ort, Niederpleis inkl. Schmerbroich, Mülldorf entlang der Verbindungslinie Bonn-Siegburg) ist bis auf kleinere Freiflächen durchgängig bebaut, nur die Ortsteile Menden und Meindorf im Norden, Buisdorf im Osten und Birlinghoven im Süden sind durch größere Wiesen, Felder und im Falle Birlinghovens einen Wald abgesetzt. Der landschaftlich reizvollste Teil des Stadtgebietes sind die Siegauen. In Niederpleis erhält die Sieg ihren letzten linken Zufluss, den Pleisbach.
Der Untergrund besteht im Großteil des Stadtgebietes aus geologisch jungen (erst im Quartär entstandenen) Kies- und Sandablagerungen. Die Oberfläche bildet eine 0,5 bis 2 m dicke Hochflutlehmschicht, die in der Nähe der Flüsse und Bäche abgewaschen ist, die Aueböden sind somit nährstoffärmer. In den höheren Lagen im Südosten dominieren Sande, Tone und Tuffe mit einer bis zu 15 m dicken, landwirtschaftlich sehr gut geeigneten Lößdecke.
Bis auf Ort wurden alle Stadtteile zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit gehörte das heutige Stadtgebiet anfangs dem auf dem Siegburger Michaelsberg sitzenden Grafen, später (ab ca. 1070) war es verwaltungstechnisch dem dort gegründeten Kloster zugehörig, politisch war es mit der ganzen Region zwischen den Grafen von Sayn und Berg umstritten, letzterer triumphierte im 15. Jahrhundert. Nach den Napoleonischen Kriegen kam es zum preußischen Kreis Siegburg in der Provinz Jülich-Kleve-Berg (später Siegkreis in der Rheinprovinz).
Seit dieser Zeit bildeten die Gemeinden Buisdorf, Hangelar, Meindorf, Menden, Mülldorf und Niederpleis – zusammen mit den heute zu Troisdorf und Bonn gehörigen Ortschaften Friedrich-Wilhelms-Hütte und Holzlar – das Amt Menden, Birlinghoven gehörte zu Stieldorf. Seit 1930 gab es erste Bebauungen dort, wo später der Stadtteil Ort entstand. Zwischen 1934 und 1936 und nochmals zwischen 1954 und 1958 wurde die Zusammenlegung zu einer einzelnen Gemeinde erwogen, jedoch beide Male verworfen. Im Zuge der Gemeindereform von 1968 wurde dann diskutiert, das Gebiet auf Bonn, Siegburg und Troisdorf aufzuteilen, man entschied sich aber schließlich zur Neugründung der Gemeinde Sankt Augustin, was 1969 umgesetzt wurde. Als wesentlicher Grund hierfür gilt, dass eine einheitliche Verwaltung die Verbesserung der Infrastruktur vereinfachen sollte, um dem durch die Bundesregierung in Bonn hervorgerufenem Besiedelungsdruck zu begegnen.
Im selben Jahr wurde begonnen, auf dem Heidenfeld an der B 56 zwischen Niederpleis und Hangelar ein neues Stadtzentrum zu bauen. Dies umfasste das Rathaus und diverse Verwaltungsgebäude, außerdem wurde im Verlauf der 70er Jahre eine Vielzahl weiterer Einrichtungen im Zentrum errichtet: Gebäude der Steyler Missionare (s. u.), das Krankenhaus, das Rhein-Sieg-Gymnasium, das Finanzamt und vor allem das HUMA-Einkaufszentrum.
1977 erhielt Sankt Augustin die Stadtrechte.
1995 wurde ein Zweig der neu gegründeten Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin ansässig. Die Gründung geht auf die „Vereinbarung über die Ausgleichsmaßnahmen für die Region Bonn“ von 1994 zurück, deren Grundlage das sogenannte Bonn-Berlin-Gesetz schuf.
Am 7. Dezember 1989 besuchte der Dalai Lama Sankt Augustin.
Ursprünglich war geplant, die Abschlussmesse des Weltjugendtages 2005 mit Auftritt des Papstes auf den Wiesen des Hangelarer Flugplatzes stattfinden zu lassen, diese wurde aber letztlich auf das Kölner Marienfeld verlegt.
Die Fraktionen der CDU und der FDP haben eine Zusammenarbeit in Form einer Koalition vereinbart.
Durch kommunale Neugliederung (Gesetz vom 10. Juni 1969) wurden die Gemeinden Buisdorf, Hangelar, Meindorf, Menden (Rheinland), Niederpleis, Siegburg-Mülldorf sowie die Ortschaft Birlinghoven zur Gemeinde Sankt Augustin zusammengeschlossen. Die neuentstandene Gemeinde übernahm das Wappen, das 1936 der Oberpräsident dem Amt Menden verliehen hatte. Es zeigt den Bergischen Löwen als Hinweis auf den alten Landesherrn, den Herzog von Berg; das Schach entstammt dem Wappen der Ortsherren von Menden.
Einmal jährlich findet die Kirmes „Hangelarer Spektakel“ statt.
Die B 56 sowie die Stadtbahnlinie 66 führen zwischen Bonn und Siegburg durch Sankt Augustin. Der einzige Bahnhof befindet sich in Menden und liegt an der rechtsrheinischen Bahnstrecke. In unmittelbarer Nachbarschaft und über die Stadtbahn angeschlossen befindet sich der ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn. Drei Autobahnanbindungen an die A 560 gibt es in Menden, Mülldorf und Niederpleis, eine an die A 59 nahe Hangelar in Bonn. Im Osten tangiert die A 3 Sankt Augustin und ist über die Auffahrt zur A 560 in Niederpleis unmittelbar angebunden.
Marktplatte_Sankt_Augustin.jpg
In Sankt Augustin existieren mehrere Gewerbegebiete, jedoch kaum Industrie. Das HUMA-Einkaufszentrum ist eines der größten der Region. (HUMA war ursprünglich die Abkürzung für Hurler Magazin. Obwohl dieser Markt längst verschwunden ist, hat sich die Bezeichnung gehalten, da das Gebäude der Firma Hurler gehört.) Größte Mieter sind die Firmen Real und Saturn. Sankt Augustin ist außerdem Sitz des RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V., der das älteste Umweltzeichen der Welt verleiht, den Blauen Engel. Der Flugplatz Bonn-Hangelar ist der größte Segelflugplatz der Region und ältester Flugplatz Deutschlands und auch einer der ältesten der Welt.
Zudem befinden sich folgende Fraunhofer-Institute (ehemals Institute der GMD) in Sankt Augustin (Schloss Birlinghoven):
Insbesondere aufgrund der Nähe zur politisch bedeutenden Bundesstadt Bonn ist Sankt Augustin Standort mehrerer bundesweit tätiger Vereinigungen und auch Standort von Bundesbehörden selbst. Die bekannteste Einrichtung ist der Hauptstandort der Bundespolizei im Stadtteil Hangelar.
Die Kinderklinik in Sankt Augustin Ort genießt in der Region ein großes Ansehen. In ihr ist außerdem eines der vier deutschen Kinderherzzentren untergebracht.
Sankt Augustin ist Sitz nachstehender bundesweit tätiger Einrichtungen:
Ort in Nordrhein-Westfalen | Rhein-Sieg-Kreis | Sankt Augustin
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