Sanduhren.jpg Die Sanduhr ist ein seit Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrhunderts bekanntes, einfaches Messgerät zur Messung der Zeit.
Wird nun der sandgefüllte Kolben nach oben platziert, beginnt der Sand durch die enge Verbindungsstelle schwerkraftbedingt von oben nach unten zu rieseln. Die Menge des eingefüllten Sandes ist so festgelegt, dass die Dauer des Durchrieselns von oben nach unten einem festen, definierten Zeitraum entspricht, beispielsweise 1 Stunde: Stundenglas, 5 Minuten: Eieruhr. Durch die Menge des Sandes kann diese Zeit justiert werden.
Es gibt darüber hinaus auch alte Sanduhren für Ärzte zum Pulsmessen, die etwas den Füllfederhaltern ähnelten: sie laufen für 15 Sekunden. Für Kinder gibt es Sanduhren, deren Zeit sie sich die Zähne putzen sollen (ca. 2 Minuten). In den 80er Jahren kamen Telefontaktsanduhren auf den Markt, um sich an den im Ortstarif eingeführten Takt (8 Minuten) gewöhnen zu können. Für Saunas gibt es Saunasanduhren (15 Minuten mit 5 Minuten Einteilung).
Ein klassisches Maß sind die 30 Minuten, das Maß des Zeitglases der Seeleute. Vier Stunden, also acht Glasen, war die übliche Dauer einer Wache. Bei dem Wechsel einer halben Stunde wurde die Schiffsglocke einmal geschlagen, bei einer vollen Stunde zweimal (Doppelschlag). Vier Doppelschläge (= 8 Glasen) bedeuteten die Wachablösung. Neben dem Chronometer war die Sanduhr also ein wichtiges Instrument für die Zeitmessung bei der Seefahrt. So eine alte Sanduhr geht durchaus schon mal vor, Laufzeiten von 27 Minuten sind keine Seltenheit: sowohl der Sand, als auch die Taille schleifen sich nämlich mit dem Alter etwas ab.
Die Größe der Sanduhr sagt nicht unbedingt etwas über ihre Laufzeit aus. Sanduhren, die über Tage oder Wochen laufen, müssen allerdings größer sein. Die größte Sanduhr ist das Zeitrad in Budapest mit einer Höhe von 8 m und ist auf die Laufzeit von einem Jahr ausgelegt.
In der Kunst tauchte die Sanduhr als erstes 1338 in einem Fresko-Gemälde von Ambrogio Lorenzetti im Rathaus zu Siena auf. Im 16. Jahrhundert wurde sie oft als Vanitas-Symbol dargestellt, als Symbol für Vergänglichkeit und Tod (Todessymbolik). Siehe zum Beispiel die Totentanz-Holzschnitte (1538) von Holbein dem Jüngeren.
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