Sander (von isländisch sandur), die in Süddeutschland auch als Schotterebene oder Schotterfläche bezeichnet werden, sind breite, schwach geneigte Schwemmkegel, die im Vorfeld des skandinavischen Inlandeises oder der alpinen Vorlandgletscher während des Eiszeitalters gebildet wurden. Sie bestehen im Allgemeinen aus Sanden, Kiesen und Geröllen. Der Begriff Sander wurde nach der Anerkennung der Glazialtheorie im ausgehenden 19. Jahrhundert geprägt.
Im Alpenvorland bestehen die Schotterflächen meist aus sehr grobem Material, welches außerdem sehr viele Kalksteingerölle aus den Nördlichen Kalkalpen enthält. Die Böden auf den Schotterflächen sind daher nicht unfruchtbar. Am bekanntesten ist die Münchner Schotterebene.
In Norddeutschland sind die Sander meistens viel feiner (Sand und Kies) und bestehen zum allergrößten Teil aus Quarz. Daher rührt die Unfruchtbarkeit der Böden in den Sandergebieten, so dass sie heute oft als Kiefernforst genutzt werden. Bekannte Beispiele sind die Zauche südwestlich von Berlin oder die Lüneburger Heide.
Beispiele aus Island sind der Mýrdalssandur (vgl. Mýrdalsjökull) oder der Skeiðarársandur. Das Überqueren dieser Sander ist auch heute nicht ganz gefahrlos. Durch einen plötzlichen Vulkanausbruch unter dem Gletscher kann es zu Flutwellen, den berüchtigten Gletscherläufen kommen, denen die Sander auch ihr Entstehen verdanken.