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Sanddorn
Sanddorn.jpg
: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
: Rosenähnliche (Rosidae)
: Rosenartige (Rosales)
: Ölweidengewächse (Elaeagnaceae)
: Hippophae
: Sanddorn
Wissenschaftlicher Name Hippophae rhamnoides L. Sanddorn (Hippophae rhamnoides), auch Weidendorn genannt, ist die einzige Art der Gattung Hippophae innerhalb der Familie der Ölweidengewächse (Elaeagnaceae).

Merkmale


Er besitzt eine strauchförmige Wuchsform und silbriggraue schmale weidenartige Blätter. Die kleinen gelblichen Blüten werden in Mitteleuropa ungefähr im April oder Mai sichtbar, von Anfang August bis Anfang Dezember bringt die Pflanze dann die kennzeichnenden ovalen orangeroten bis gelben Beeren hervor.

Verbreitung


Sanddorn wächst oft an Gebirgsbächen und kommt bis auf 5.000 Meter Seehöhe vor, aber auch als Pionierpflanze in Steppen und küstennahen Dünen sowie als Zierpflanze in Parks und Gärten. Das Verbreitungsgebiet umfasst in Europa die Küsten von Nord- und Ostsee, das Alpengebiet sowie die Karpaten, daneben weite Teile Asiens bis nach Sibirien und die Volksrepublik China hinein. Die ursprüngliche Heimat des Sanddorns befindet sich in Nepal. Eiszeitliche Verschiebungen führten dann zur Verbreitung auf nahezu dem gesamten Globus.

Inhaltsstoffe


Sanddornbeeren haben einen sehr hohen Vitamin C-Gehalt: 200 bis sogar 900 und mehr Milligramm je 100 Gramm (je nach Sorte). Dies übersteigt den einer Zitrone oder Orange (je etwa 50 Milligramm) um etwa das vierfache, nur Hagebutten liegen mit einem Gehalt von 1250 Milligramm je 100 Gramm noch darüber. Darüberhinaus weist der Sanddorn einen bedeutenden Gehalt an Beta-Karotin und Gerbstoffen auf, zum Rohgenuss sind sie jedoch nicht unbedingt geeignet.

Ganze Früchte sollten gebrüht oder jedenfalls mit Zucker bzw. Honig gegessen werden. Sie sind roh genossen sehr sauer und der kleine Kern kann unter Umständen einen bitteren Geschmack erzeugen. Man hat heute Belege dafür, dass Sanddorn auch Vitamin B12 enthält, welches sonst vorwiegend in Fleisch zu finden ist. Deshalb ist Sanddorn als Öl oder in Direktsäften vor dem Erhitzen besonders für Veganer und Vegetarier als Nahrungsergänzung zu empfehlen, da sie auf Fleischvitamine verzichten und hier eine hervorragende, rein pflanzliche Quelle des Vitamins finden.

Produkte


Hippophae_rhamnoides_051012.jpg In Form von Likör verarbeitet ist Sanddorn sehr gut zu genießen. Beim Kauf von Sanddornsaft sollten nur Direktsäfte gewählt werden. Häufig angebotene Nektare oder Mischgetränke (z.B. mit Apfelsaft etc.) sind kaum zu empfehlen, da der Anteil an Sanddornsaft zu gering, der Zuckergehalt jedoch sehr hoch ist. Nebenwirkungen bei der Einnahme von Sanddornöl oder Saft, auch über lange Zeiträume, sind nach einer Studie der Universität Dresden und Sofia nicht bekannt.

Die Kerne werden ebenso zur Gewinnung von hochwertigem Pflanzenöl für Hautpflegeprodukte oder Nahrungsergänzungsmittel verwendet, wie auch das aus Herstellersicht wertvollere Fruchtfleischöl. Sanddornfruchtfleisch enthält zwischen 3 und 5 % Öl. Sanddornöle sind reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, haben einen sehr hohen Anteil Karotine und vereinigen praktisch den gesamten Vitaminkomplex in sich.

Hautcremes und Hautöle, die mit Sanddornöl angereichert wurden, kann man nach neuesten Erkenntnissen als Anti-Agingprodukte bezeichnen. Besonders das Vitamin E dringt tief in die Hautzellen ein. Es ist als Radikalfänger somit vorbeugend gegen vorzeitige Hautalterung bzw. ein natürlicher UV-Filter (in Verbindung mit Beta Carotin) zu betrachten.

Sanddorn wird heute in einer breiten Palette angeboten. Aufgrund schwieriger Erntebedingungen und der langen Anlaufphase für künftige Plantagen (ca. 6-8 Jahre bis zur ersten Ernte) ist Sanddorn ein relativ teurer Rohstoff. Beim Kauf von Sanddornprodukten empfiehlt sich generell auf die Zutatenliste zu schauen und bei einem wirklichen Fachhändler und nicht im Supermarkt oder Souvenirshop, vielleicht an der Ost- oder Nordsee, zu kaufen. Der Fruchtanteil in Brotaufstrichen sollte immer mindestens 55% und mehr betragen. Häufig werden Sanddornartikel mit Vitamin C angereichert. Diese Vitaminisierung zeugt von übermäßiger Wärmebehandlung oder Aromatisierung. Produkte mit Zugaben von Vitamin C sollten deshalb im Regal bleiben! Ebenso Fruchtliköre, die im Geschmack an Maracuja erinnern bzw. keine Ähnlichkeit mit einem orangen, dicken Fruchtsaft haben.

Kultivierung


Sanddorn wurde in Deutschland erstmals Ende der 60er Jahre in der ehemaligen DDR angebaut. Schnell erkannte man den hohen Vitaminanteil als guten Beitrag zur Volksgesundheit, weshalb den Instituten Forschungsgelder bereitgestellt wurden. Es konnten somit innovative Erntemethoden entwickelt werden. Man hatte einige neue Sorten durch Mutation und Züchtung hervorgebracht. Die tatsächliche positive Wirkungsweise der im Sanddorn enthaltenen Inhaltstoffe wurde in klinischen Studien nachgewiesen. Dabei wurden Ende der 80er Jahre Kooperationen mit osteuropäischen Universitäten und Erzeugern eingegangen. China gilt heute als größter Produzent von Sanddorn mit über 1 Million Hektar Anbaufläche. Deutschland kann man mit wenigen hundert Hektar als Entwicklungsland bezeichnen. Allerdings gehen die meisten Erfindungen und Zuchterfolge auf das Konto deutscher Wissenschaftler.

Sonstiges


Erwähnung findet der Sanddorn in Nina Hagens Hit Du hast den Farbfilm vergessen, der 1974 veröffentlicht wurde ("Hoch stand der Sanddorn am Strand von Hiddensee...").

Eintrag in Meyers K.- Lexikon 1888/90


Hippophae L. (Sanddorn), Gattung aus der Familie der Eläagnaceen, Sträucher oder kleine Bäume mit oft in Dornen auslaufenden Ästen, abwechselnden, sehr in die Länge gezogenen, durch Schelferschuppen weißlichgrauen Blättern, vor diesen erscheinenden Blüten in kurzen Ähren, welche sich meist in einen Laubzweig verlängern, und nußartiger Scheinfrucht. H.rhamnoides L. (Seedorn, Seekreuzdorn, Weidendorn, Rheindorn), ein 2,5-3 m hoher Strauch mit gespreizten, dornigen Ästen und zahlreichen, unter dem Boden weit umherkriechenden Wurzelausläufern. Die Blätter sind fast linienförmig, 5- 5,5 cm lang, auf der Unterseite silbergrau, die Blüten klein, orange-farben oder rostgelb, von schuppenförmigen, braun-schelferigen, hinfälligen Deckblättchen gestützt, an den Seiten der Zweige zahlreiche kurze, gedrungene Träubchen bildend; die Frucht ist erbsengroß, goldgelb oder orangegelb und bleibt den ganzen Winter über hängen. Der Strauch wächst an den Küsten Europas von der Ostsee bis zum Mittelmeer, an Flußufern, besonders am Rhein, auch im nördlichen Asien und im Kaukasus. Er bildet fast undurchdringliche Hecken und Zäune und eignet sich besonders auch an den Seeküsten zur Bindung des Flugsandes und der Sanddünen. In Parkanlagen wird er zur Zierde angepflanzt. Das Holz, welches sich schön beizen läßt, dient zu Drechslerarbeiten. In Finnland, Lappland und der Mongolei gebraucht man die herbsauren Früchte als Zusatz an manche Speisen.

Weblinks


Rosenartige | Obst | Heilpflanze

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