| Flag of San Marino.svg | Coat of arms of San Marino.png | (Details) | (Details) |
Die Republik San Marino (italienisch Repubblica di San Marino, Beiname: La Serenissima) ist ein Staat in Südeuropa. Er ist vollständig von Italien umgeben und liegt zwischen den Regionen Emilia-Romagna (Provinz Rimini) und Marken (Provinz Pesaro und Urbino), nahe der adriatischen Küste bei Rimini. Den Felskamm Monte Titano krönt die Festung La Guaita. San Marino ist eine der ältesten Republiken der Erde mit einer Geschichte, die bis auf das Jahr 301 zurückgeht. Sie ist kein Stadtstaat, sondern besteht aus neun Gemeinden.
Die Republik San Marino befindet sich auf der Ostabdachung der etruskischen Apenninen. Die Nord-Süd-Ausdehnung von 12 Kilometern wird fast komplett vom Rücken des steil nach Norden abfallenden kalkartigen Monte Titano (756 Meter, ist damit gleichzeitig der höchste Punkt der Republik, der tiefste Punkt ist der Torrente Ausa mit 55 m) durchzogen. San Marino liegt bei 43°56'06" Nord und 12°26'56" Ost. Das Staatsgebiet hat die Form eines unregelmäßigen Vierecks und ist überwiegend hügelig. Es ist 60,57 Quadratkilometer groß und damit kleiner als die Stadt Buxtehude. Die Grenzlänge zu Italien beträgt 39 km. Zwei größere Flüsse entspringen im Staatsgebiet: die Ausa und der Fiumicello. Des Weiteren durchfließen die Flüsse San Marino und Marano das Land, welches an die beiden italienischen Regionen Emilia-Romagna im Nordosten und Marken im Südwesten grenzt. Am südwestlichen Hang des Titano befindet sich die gleichnamige Hauptstadt San Marino.
Blick_von_san_marino_.jpg Zur Tierwelt des Landes gehören in erster Linie Arten, die als Kulturfolger des Menschen gelten und als solche auch in der näheren Umgebung von menschlichen Siedlungen anzutreffen sind. Dazu zählen Füchse, Hasen, Igel und Marder. Andere Arten wie zum Beispiel Reh und Wiesel bevorzugen als Lebensraum die deckungsreicheren Waldgebiete. Die Vogelfauna ist artenreich ausgeprägt. Falken brüten in Felsnischen oder auf hohen Bäumen, an Singvögeln sind unter anderem Nachtigall, Pirol, Stieglitz, Girlitz und Hänfling vertreten.
Die Landessprache ist italienisch. Wegen der starken touristischen Ausrichtung des Staates spricht fast jeder Einwohner eine Fremdsprache fließend (meist Englisch, Deutsch oder Französisch). Stark verbreitet ist außerdem, besonders unter den älteren Generationen, ein romagnolischer Dialekt (Romagnol), der aber teilweise auch von dem der nahe gelegenen Marken beeinflusst ist. 92,3 Prozent der Bevölkerung sind Katholiken, 3 Prozent gehören keiner Religion an, die restlichen 4,7 Prozent gehören anderen Religionsgemeinschaften an.
San_marino_panorama_1.jpg | San_marino_panorama_2.jpg
Als sich die Lage 311 mit dem Toleranzedikt von Nikomedia beruhigte, wurde Marinus vom Bischof von Rimini, Gaudenzio, zum Diakon ernannt und bekam von einer zum Christentum konvertierten römischen Patrizierin namens Donna Felicissima den Titano geschenkt. Nach dem Tod ihres Namenspatrons im Herbst 366 begründete sich San Marino als Republik auf dessen letzte Worte: „Relinquo vos liberos ab utroque homine“ („Euch, Ihr Freie jedweder anderen Menschen, lass ich zurück“).
San_Marino_La_Cesta_o_Fratta.jpg Der erste echte Beweis für das Vorhandensein einer Gemeinschaft auf dem Berg Titano stammt von Eugippius, der in seiner um das Jahr 511 vollendeten Vita Sancti Severini auch von einem Mönch auf eben jenem Berg berichtete und das Gebiet schon damals als San Marino bezeichnete. Spätere Dokumente wie das Feretranische Urteil aus dem Jahr 885 zeugen von einem organisierten und stolzen öffentlichen Leben. Schon laut dieses Urteils konnten Nachbarbischöfe keine Ansprüche auf san-marinesisches Land durchsetzen.
Ihre Freiheit genossen sie, und in den ersten Jahrhunderten war der beste Schutz gegen Feinde die Tatsache, dass kaum einer die kleine Gemeinschaft kannte. Trotzdem wurde im 10. Jahrhundert mit dem Bau von Befestigungsanlagen begonnen. Bestätigungen dafür finden sich in einer Urkunde König Berengars II. aus dem Jahr 951 und in einer Bulle Papst Honorius' II. von 1126. 1371 schrieb Kardinal Anglico, dass die Stadt „auf einem sehr hohen Felsblock liegt, auf dessen Gipfel drei riesige Burgen emporragen“. Im Laufe der Zeit wurden diese drei Burgen weiter ausgebaut und die Wasserversorgung autarkisiert, indem riesige Zisternen zum Speichern von Regenwasser in den Stein geschlagen wurden. Unterhalb des Regierungspalastes findet man noch heute Zisternen, die zwischen 1472 und 1478 entstanden sind.
Bonifatius_viii_papst.jpg Die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts war für San Marino eine schwere Zeit. Die unter Gewaltherrschaft der Familie Malatesta stehende guelfische Republik Rimini versuchte San Marino einzunehmen, und nur ein Bündnis San Marinos mit dem Ghibellinen Guido von Montefeltro und später seinem Sohn Federico konnte San Marino retten. Die Kämpfe dauerten trotzdem bis 1299. Als ob das noch nicht genug gewesen wäre, gab es in der Folgezeit weitere Versuche, San Marino zu unterwerfen. 1291 versuchte der Kanoniker Teodorico die San-Marinesen dem Papst zu unterwerfen und diesem steuerpflichtig zu machen. Dies konnte nur mit dem Urteil des damals berühmten Rechtsgelehrten Palamede aus Rimini, der in diesem Fall beauftragt war, den Streit zu schlichten, verhindert werden. Nur fünf Jahre später, 1296, versuchten die Stadtvögte Feretrani das Gebiet für sich zu vereinnahmen. Doch auch hier half das Urteil Palamedes, denn dieses wurde auf Anfrage der San-Marinesen bei Papst Bonifatius VIII. nochmals für rechtskräftig erklärt. Er erkannte damit die volle Souveränität und Freiheit San Marinos an. Doch auch in der Folgezeit versuchten es die angrenzenden Regionen immer wieder, San Marino zu erobern – jedes Mal ohne Erfolg. Als im Jahr 1303 einige Botschafter der feretranischen Kirche gefangen genommen wurden, nachdem sie auf san-marinesisches Territorium eingedrungen waren, flammte der Konflikt wieder auf. Die Kämpfe dauerten bis 1320, als San Marino dank seines exzellent ausgebildeten Heeres den Bischof Uberto zum Frieden zwingen konnte.
Die Feinde San Marinos erkannten nun, dass das Territorium kriegerisch nicht einzunehmen war und versuchten es mit Diplomatie. Der Republik wurden kirchliche Vergebung und Steuerfreiheit für Eigentum außerhalb des Territoriums und weitere Rechte wie das Handelsrecht angeboten. Dafür wurde verlangt, einige in San Marino untergekommene Flüchtlinge aus Urbino auszuliefern. Dies wurde abgelehnt, und so gab es weitere Feindseligkeiten vor allem mit der Familie Malatesta bis zum Ende des 14. Jahrhunderts. Als aber eben jene Familie unter Sigismondo Pandolfo Malatesta 100 Jahre später sowohl beim Papst als auch beim König in Ungnade fiel, nutzten die San-Marinesen die Gunst der Stunde, unterzeichneten am 21. September 1461 ein Bündnis mit der Kirche und nahmen den Krieg wieder auf. 1463 endete der Krieg zugunsten der San-Marinesen und Papst Pius II. sprach der Republik die drei Schlösser Fiorentino, Montegiardino und Serravalle zu. Im gleichen Jahr schloss sich auch das Schloss Faetano freiwillig der kleinen Republik an. Dies war der letzte Krieg und auch die letzte Territoriumsvergrößerung San Marinos.
Cesareborgia.jpg Zwar fiel 1503 Cesare Borgia, der damalige Herzog von Valentino und Sohn von Papst Alexander VI., in die Republik ein und errichtete eine Gewaltherrschaft, diese dauerte jedoch nicht lange, da Borgias Heer während eines gleichzeitigen Aufstandes im Herzogtum Urbino – an dem sich auch San-Marinesen beteiligten – vernichtend geschlagen wurde.
Erst eine erneute Eroberung des Landes ließ den Nationalstolz der San-Marinesen wieder aufleben. Am 17. Oktober 1739 fiel Kardinal Giulio Alberoni, der damalige päpstliche Legat von Romagna, in die Republik ein. Die San-Marinesen wandten sich auch diesmal an den Papst, der den Kardinal Enrico Enriquez nach San Marino schickte, um über die dortige Lage zu berichten. Aufgrund seiner Aussagen befahl der Papst Kardinal Alberoni den Rückzug aus San Marino, und so war die Republik schon ein halbes Jahr später, am 5. Februar 1740 wieder frei.
Als Napoléon ab 1796 nach und nach die Vorherrschaft über die gesamte italienische Halbinsel erlangte und sich verschiedene Republiken gründeten, schlossen die San-Marinesen sogleich Handelsabkommen mit diesen, um ihre Verbundenheit mit Napoléon zum Ausdruck zu bringen.
Es wird berichtet, dass Napoléon während der italienischen Kampagne seinen Truppen befahl, an den Grenzen zur Republik San Marino halt zu machen und sie nicht zu überschreiten – der Korse war nach eigenem Bekunden ein Bewunderer des Kleinstaates, der niemals jemand anderem untertan gewesen war. In Siegerlaune bot er den San-Marinesen an, sie für ihre historische Unbeugsamkeit mit zwei Kanonen, mehreren Fuhren Getreide und einer territorialen Erweiterung bis zum Meer zu belohnen. Die selbstbewusst-zurückhaltenden San-Marinesen ließen die historische Chance, ihr Land zu vergrößern, die andere, bedeutendere Nationen niemals ausgeschlagen hätten, unbeachtet; wohl wissend, dass sie mit ihren Nachbarn nie wieder in Frieden leben würden. Auch die Kanonen schickten sie wieder zurück. Nur die Getreideladung fand als friedfertiges Geschenk Napoléons ihre Gnade.
Nach der Niederlage des napoleonischen Frankreichs wurde auf dem Wiener Kongress 1815 festgelegt, dass in Italien die vornapoleonische Ordnung wieder hergestellt werden sollte – somit erlangten nicht nur die spanischen Bourbonen den Süden der Halbinsel und die Habsburger den Norden zurück, sondern auch San Marino blieb frei.
Nachdem es sowohl in Sizilien als auch in Norditalien Volksabstimmungen gab und sich beide Teile mit überwältigender Mehrheit für einen Anschluss ans Königreich Sardinien-Piemont ausgesprochen hatten und der Kirchenstaat schon von piemontesischen Truppen bis auf die heutige Region Latium eingenommen wurde, wurde am 17. März 1861 schließlich das neue Königreich Italien ausgerufen. San Marino als von jeher freie Republik wollte nie an der Einigung Italiens teilnehmen und blieb daher souverän. Der spätere Ehrenbürger Abraham Lincoln schrieb dazu an die Capitani Reggenti: „Obgleich Ihr Staatsgebiet klein ist: Ihr Staat ist einer der meistgeehrten der Geschichte“. Schon am 22. März 1862 schloss die Republik weitreichende Verträge mit dem Königreich ab, die San Marino und das Königreich Italien als gleichberechtigte Partner festschrieben. Diese Konvention wurde am 27. März 1872 erneuert.
Eine oft vergessene Tatsache ist, dass die Republik von 1947 bis 1957 und nochmals von 1978 bis 1986 von einer linken Volksfront unter Einschluss der Kommunisten regiert wurde. Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts mäßigte sich die kommunistische Partei und nannte sich progressiv-demokratische Partei. Sie regiert zusammen mit den führenden Christdemokraten noch heute.
Seit Ende der 1950er Jahre nahm der Tourismus eine immer größere Rolle in San Marino ein. Im Jahr 2000 besuchten über 3 Millionen Touristen den Staat mit seinen weniger als 30.000 Einwohnern. Die Steuereinnahmen stiegen, sodass seit 1975 die gesamte medizinische Versorgung kostenlos angeboten werden kann. Heute fließen 60 Prozent der Einnahmen der Republik direkt oder indirekt durch den Tourismus ins Land. Die meisten Touristen kommen für Tagesausflüge von den Touristenzentren der nahen Adria, beispielsweise von Rimini und Pesaro. Die Republik – seit 1992 auch Mitglied der Vereinten Nationen – ist vollkommen schuldenfrei.
Staatsoberhaupt sind zwei kollegial halbjährig amtierende – vom Parlament gewählte – Regierungsräte (Capitani Reggenti). Amtseinführung jeweils am 1. April und 1. November eines Jahres. Vom 1. April 2006 bis zum 30. September 2006 amtieren Gian Franco Terenzi und Loris Francini.
Die alte Institution des Arengo, ursprünglich die Versammlung sämtlicher Familienoberhäupter, übertrug ihre Machtbefugnisse später dem Consiglio Grande e Generale (Großer und Allgemeiner Rat). Heute wird die Gesamtheit der Wahlberechtigten als Arengo bezeichnet und wird zweimal pro Jahr am Sonntag nach der Amtseinführung der Capitani Reggenti einberufen. Die Bürger von San Marino haben dabei die Gelegenheit, dem Consiglio Grande Vorschläge und Gesuche von allgemeinem Interesse zu unterbreiten.
Die gesetzgebende Gewalt wird vom Consiglio Grande e Generale ausgeübt, dessen 60 Mitglieder von der Bevölkerung auf 5 Jahre gewählt werden. Er genehmigt den Staatshaushalt und ernennt die Capitani Reggenti. Die Regenten sind die Oberhäupter des Staates und der Exekutive, sie bleiben 6 Monate im Amt und werden am 1. April und 1. Oktober eines jeden Jahres feierlich eingesetzt. Zur Zeit (Juni 2005) regiert eine Koalition aus Christdemokraten (PCDS) und Sozialisten (PSS). In der Opposition sind derzeit die Volksallianz (Alleanza Popolare, AP), die Neukommunisten (Rifondazione Comunista Sammarinese, RCS) und die Alleanza Nazionale Sammarinese (ANS).
Bei der letzten Wahl am 10. Juni 2001 gab es folgende Stimmverteilung:
Im Jahr 2005 vereinigten sich die Partito Socialista Sammarinese (PSS) und die Partido dei Democratici (PDD) zu einer neuen Partei, der Partito dei Socialisti e dei Democratici (PSD).
San marino flagge.jpg Die exekutive Gewalt liegt beim Congresso di Stato. Er besteht aus 10 Ministern (Segretari di Stato) für
Die Zusammenfassung von Kultur und Justiz mag ungewöhnlich wirken, die Justiz in San Marino ist aber praktisch vernachlässigbar. Selten ist überhaupt mehr als eine Person inhaftiert, bei einem internationalen Vergleich von 2004 lag der Ausländeranteil daher mit 100 % (die eine inhaftierte Person war Ausländer) auf Rekordniveau.
Das Staatsgebiet von San Marino ist in neun Castelli (Gemeinden) unterteilt, die den alten Kirchspielen entsprechen. Jedes Castello hat einen von den Einwohnern gewählten Gemeinderat (Giunta) unter dem Vorsitz eines auf fünf Jahre gewählten Capitano. Der Consiglio dei XII (Rat der 12) wird vom Consiglio Grande e Generale für die Dauer einer Legislaturperiode gewählt und ist ein verwaltungsrechtliches Organ sowie die höchste gerichtliche Instanz der Republik. Zwei Beauftragte der Regierung (Sindaci di Governo) vertreten den Staat vor Gericht sowie in Streitigkeiten über Finanz- und Vermögensangelegenheiten.
Die Gewerkschaften sind im Dachverband Centrale Sindacale Unitaria organisiert.
Die Republik San Marino unterhält derzeit diplomatische und konsularische Beziehungen zu über siebzig Staaten. Die diplomatischen Vertretungen der Republik im Ausland haben meist den Rang von Konsulaten oder Generalkonsulaten (z. B. das Generalkonsulat in Frankfurt am Main).
San Marino ist Mitglied zahlreicher internationaler Organisationen, darunter der UNO, der UNESCO, des Europarats, des Internationalen Währungsfonds (IWF), des Internationalen Gerichtshofes, der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Welttourismusorganisation und selbst der Internationalen Walfangkommission. Die Republik unterhält auch offizielle Beziehungen zur Europäischen Union - wenngleich sie kein Mitgliedstaat der EU ist - und nimmt an der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa teil.
Die Beziehungen zwischen San Marino und Deutschland sind frei von Problemen. Der deutsche Botschafter in Italien ist auch in San Marino akkreditiert; der Staatssekretär im san-marinesischen Staatssekretariat für Äußeres ist als Botschafter in Berlin akkreditiert. Die konsularischen Beziehungen werden vom deutschen Generalkonsulat in Mailand wahrgenommen. Eine besondere politische Bedeutung für Deutschland erlangt San Marino durch die wohlwollende Unterstützung, die es deutschen Kandidaten im Zusammenhang mit Wahlen zu den verschiedensten Gremien im Bereich der Vereinten Nationen gewährt. Außenwirtschaftlich wird San Marino statistisch Italien zugeordnet; gesonderte Daten zu den Handelsbeziehungen zwischen den Ländern liegen daher nicht vor.
Siehe auch Liste aller Capitani Reggenti ab 1900
Siehe San-Marinesische Streitkräfte
San_marino_gliederung.png San Marino ist in neun Castelli geteilt, die gleichzeitig auch eigenständige Gemeinden sind.
San Marino ist die Hauptstadt der kleinen Republik. Weltberühmte Denkmäler, wie der Regierungspalast (Palazzo Publico) und die drei Burgen, vielfältige Museen und ein einzigartiges Panorama, machen aus dieser Stadt ein Touristenzentrum mit vielen Millionen Besuchern im Jahr. In den über 1.000 Geschäften der kleinen Stadt kann man fast alles kaufen. Es ist das einzige Castello ohne Grenzen zu Italien. Ende 2002 lebten hier 4.483 Menschen.
Der Name des Castello Acquaviva stammt von einer wichtigen Quelle, die sich am Fuße des Montecerreto befindet, einem Berg, der mit einem Pinienwald bedeckt ist. Der Sage nach befindet sich hier die Grotte, die dem heiligen Marino als erster Zufluchtsort diente. In diesem Bezirk befindet sich eine der weltweit besten Motocross-Bahnen und talabwärts am Ufer des Baches San Marino befindet sich das wichtige Industriezentrum Gualdicciolo. Am 31. Dezember 2002 lebten 1.602 Menschen in Acquaviva.
Borgo_maggiore.jpg Das Dorf Borgo Maggiore, nördlich zu Füßen des Monte Titano liegend, hieß früher Mercatale (Marktort) und ist auch heute noch einer der wichtigsten Märkte San Marinos. Mit einer Seilbahn kommt man von hier aus direkt auf den Monte Titano in die Stadt San Marino. Ende 2002 lebten 5.916 Menschen hier. Borgo Maggiore ist somit der zweitgrößte Ort San Marinos.
Das Castello Chiesanuova (Neukirche) im Südwesten der Republik trat samt Gebiet 1320 freiwillig San Marino bei. Bis in das 16. Jahrhundert hieß das Gebiet Busignano. Die Wirtschaft dieser kleinen Gemeinde mit 969 Einwohnern (31. Dez 2002) ist stark landwirtschaftlich geprägt. Chiesa Nuova trägt als Castello auch den Namen Penna Rossa (rote Feder) und führt eine rote Feder im Wappen.
Domagnano ist ein kleines Dorf, das schon zu Zeiten der Römer besiedelt war. Von hier aus kann man wunderbar den Monte Titano und das Meer fotografieren. 2.651 Menschen lebten Ende 2002 in Domagnano. Es trägt als Castello auch den Namen Montelupo (Wolfsberg) und führt im Wappen einen weißen Wolf vor einem grünen Berg.
Die Gemeinde Faetano trat samt Gebiet 1463 der Republik bei. Mit 1.050 Einwohnern (31. Dez 2002) zählt Faetano zu den kleineren Castelli, beheimatet dafür aber viel Grün und einen großen See.
Fiorentino, mit 2.031 Einwohnern (31. Dez 2002) im Süden der Republik liegend, Montegiardino, die kleinste Gemeinde mit 786 Einwohnern, und Serravalle, mit 9.265 Einwohnern das größte Castello, wurden allesamt 1463 erobert. In Serravalle liegt die größte Stadt des Landes, Dogana, das Einfallstor zu Italien.
Siehe auch: Liste der Gemeinden in San Marino
Das jährliche Durchschnittseinkommen liegt bei 8.580 Euro. 52 Prozent der Bevölkerung arbeiten im Dienstleistungssektor, 41 Prozent in der Industrie und 7 Prozent im primären Sektor.
Haupthandelspartner des Landes ist Italien.
Die Währung war bis zur Europäischen Währungsunion die italienische Lira. Zusätzlich zu den italienischen Münzen prägte San Marino seit 1972 nach einer 34-jährigen Unterbrechung auch wieder eigene Münzen (san-marinesische Lire), die den gleichen Wert wie die italienischen Lire hatten. Später wurden auch Goldmünzen geprägt, die aber nur auf dem san-marinesischen Staatsgebiet gültig waren. Seit dem 1. Januar 2002 gilt auch in San Marino der Euro. San Marino gibt dabei eigene Euromünzen mit landesspezifischer Rückseite heraus.
Entgegen landläufiger Auffassung ist San Marino kein Steuerparadies. Italien leistet Ausgleichszahlungen dafür, dass die Republik ihre Unabhängigkeit wirtschafts- und finanzpolitisch nicht zu sehr ausnutzt und so ihre Souveränität nicht zum Schaden Italiens gebraucht. Die neun im Lande tätigen Banken sind hauptsächlich auf das Binnengeschäft fokussiert. Internationale Transaktionen werden durch italienische Banken abgewickelt.
Eine 1,5 km lange Seilbahn verbindet San Marino mit Borgo Maggiore.
Jede Gemeinde (Castello) verfügt über einen Busdienst für den Nahverkehr. Es bestehen auch stündliche internationale Busverbindungen zwischen der Hauptstadt San Marino und Rimini, die in jedem Gemeindehauptort und bei Dogana Halt machen.
Das Straßennetz dehnt sich auf 220 km aus. Eine gebührenfreie Autobahn verbindet die Staatsgrenze bei Dogana mit Borgo Maggiore. Es ist auch eine zweispurige Umgehungsstraße um die Stadt San Marino vorhanden, am Fuße des Titano. Durch das Straßennetz von San Marino sind Häfen, Flughäfen und Bahnhöfe der Region Emilia-Romagna leicht erreichbar. Eine Schnellstraße verbindet San Marino mit dem 24 km entfernten Rimini.
Die Vorschriften für den Straßenverkehr ähneln denen Italiens. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit für die Autobahnstrecken in der Republik ist 110 km/h (In Italien sind es 130 km/h). Man muss auch die Kreisverkehre beachten, denn in San Marino haben diejenigen Vorfahrt, die von rechts hineinkommen ("rechts vor links") und nicht diejenigen, die schon im Kreisverkehr sind.
Auch zum Nationalfeiertag am 3. September herrscht Volksfeststimmung und Traditionen stehen im Vordergrund. So veranstaltet das seit 1295 bestehende san-marinesische Armbrustschützen-Korps „I balestrieri“ Vorführungen.
In der Stadt San Marino gibt es zahlreiche Museen. So befindet sich im Palast Pergami Belluzzi ein Staatsmuseum (Museo di Stato) mit tausenden Ausstellungsstücken zur Geschichte San Marinos: Fundstücke historischer Ausgrabungen, historische Dokumente, Münzen und Gemälde. Der sogenannte „Zweite Turm“ beherbergt ein Museum für antike Waffen (Museo delle Armi Antiche), das mit mehr als 1500 Ausstellungsstücken die Waffengeschichte vorrangig des 15. bis 17. Jahrhunderts zeigt. Weiterhin findet man viele private Museen wie eines der größten Ferrari-Museen mit 25 Original-Fahrzeugen, Motoren, Jahrbüchern und Studien. Auch die größte öffentliche Sammlung von Abarth-Fahrzeugen mit über 30 Exemplaren befindet sich dort. Zu beachten sind in San Marino ferner ein Museum mit modernen Waffen des Ersten und Zweiten Weltkriegs, ein Wachsfigurenkabinett mit nachgestellten Szenen der Geschichte der Republik und ein Foltermuseum.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind vor allem die Kirche San Francesco und die im Jahre 1836 im neoklassischen Stil erbaute Basilika San Marino mit den Reliquien des Schutzheiligen Marinus sowie der Palazzo del Governo, der toskanisch-gotische Regierungspalast an der Piazza della Libertà. Von den Festungen, die im 11. und 13. Jahrhundert auf den drei Gipfeln des Monte Titano angelegt worden sind, hat man einen weiten Blick zum Meer und ins italienische Landesinnere.
San Marino besitzt seit 1985 eine kleine Universität, die Università degli Studi di San Marino. Das dazugehörige Internationale Zentrum für semiotische und kognitive Studien wurde 1988 vom berühmten italienischen Autor Umberto Eco gegründet. Er lehrte an der Universität bis 1995. Bereits vor Gründung der Universität gab es die privat initiierte, von der Regierung unterstützte Accademia Internazionale delle Scienze (AIS San Marino), die aber ihre Aktivitäten später mehr ins Ausland verlegte.
Für den nur geringfügigen republik-internen Briefwechsel hat die san-marinesische Verwaltung eigene Postleitzahlen bestimmt. Diese Leitzahlen werden jedoch kaum verwendet, vor allem seit 1997, als die Revision der Postleitzahlen für die neuen in Italien 1992 gebildeten Provinzen zur Abschaffung der einzigen bis dahin erhalten gebliebenen Postleitzahl für die Republik (47031) führte. Seither hat jede Ortschaft eine eigene Postleitzahl.
Die italienischen Postleitzahlen sind:
Alle diese Leitzahlen sind für die Ortschaften in der entsprechenden Gemeinde gültig. Lediglich in der Gemeinde Serravalle sind zwei Postämter tätig: Serravalle (I-47899) und Dogana (I-47891). Die letzte ist für die Ortschaften auf der Landschaft der Gemeinde Serravalle verantwortlich, die bei der Staatsgrenze an der Landstraße nach Rimini (Dogana, Falciano, Galazzano, Gualdicciolo, Rovereta, Valdragone) liegen, während das Postamt Serravalle für den gleichnamigen Hauptort und seine Ortschaften verantwortlich ist.
Alle Staatsämter, -verwaltungen, -betriebe und halbstaatlichen Dienste sind durch Glasfasernetz miteinander verbunden.
Ein Internet-Provider, Intelcom, ist auch vorhanden. 2004 existierten 1.763 Internet-Hosts. Am 2. August 2005 gab es 6.393 Benutzer mit Internetanschluss, 1.326 mit ADSL-Anschluss und 5.067 mit Dial-up-Anschluss. Von den ADSL-Benutzern waren 80% Unternehmen. Im August 2004 gab es 683 ADSL-Abonnenten und 3.566 Dial-up-Abonnenten.
Intelcom ist ein Zentrum zur Aufsicht und zur Abgabe von Internetadressen und -Domains. Es führt das Suffix .sm und ist Mitglied von ISOC und ICANN.
San Marino Rtv wurde im August 1991 von Eras (Ente per la Radiodiffusione Sammarinese), dem san-marinesischen Funkmeldewesen, in paritätischer Mitarbeit von RAI-Radiotelevisione Italiana gegründet. Die ersten Rundfunksendungen wurden ab 27. Dezember 1992 ausgestrahlt und am 25. Oktober 1993 wurde das 24-Stunden-Programm eingeführt. Am 24. April 1993 begannen die ersten Fernsehprobesendungen, ein knappes Jahr später, am 28. Februar 1994, die regelmäßigen Fernsehsendungen. Im Juli 1995 trat der Fernsehsender der Eurovision bei.
Der Fernsehsender kann auch in Italien empfangen werden, im Gebiet zwischen Venedig, Bologna und der Adriaküste.
Es gibt weiterhin noch zwei Privatfunksender auf FM (UKW). 1997 gab es ca. 16.000 Rundfunk- und ca. 9.000 Fernsehapparate. Im Gebiet der Republik können auch die italienischen Rundfunksender empfangen werden.
Ein san-marinesisches Nationalteam gibt es seit 1986. Das erste Spiel gegen das kanadische Olympia-Team verlor man 0:1. Das erste offizielle Spiel als Nationalmannschaft in der FIFA bestritt die san-marinesische Elf am 14. November 1990 gegen die Schweiz in der Qualifikation für die Europameisterschaft 1992 - San Marino verlor 0:4. Ein Höhepunkt der san-marinesischen Fußballgeschichte war die 1:0-Führung gegen England am 17. November 1993. Nach nur acht Sekunden erzielte Davide Gualtieri das schnellste Tor in der Länderspielgeschichte. Allerdings verlor San Marino auch dieses Spiel (1:7).
Das Nationalteam hat bisher nur einmal überhaupt gewonnen: Am 29. April 2004 konnte unter dem Trainer Gianpaolo Mazza die Liechtensteiner Fußballnationalmannschaft in einem Freundschaftsspiel 1:0 geschlagen werden. Außerdem verzeichnet die Statistik Remis gegen Liechtenstein, Lettland und die Türkei. Dagegen stehen 71 Niederlagen. In der FIFA-Weltrangliste steht die Mannschaft San Marinos damit im Mai 2006 auf Platz 161 (von 205), noch vor Staaten wie Afghanistan, den Philippinen und Namibia.
1980 wurde der Große Preis von Italien von Monza nach Imola verlegt. Aufgrund vieler Beschwerden wurde diese Entscheidung aber schon ein Jahr später wieder rückgängig gemacht. Um trotzdem nicht auf Imola und somit das Heimspiel Ferraris verzichten zu müssen, wurde der Große Preis von San Marino ins Leben gerufen, der entsprechend seit 1981 regelmäßig in Imola durchgeführt wird.
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