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Der San-Bernardino-Pass (in Deutschland veraltet auch Sankt-Bernhardin-Pass; italienisch Passo del San Bernardino) ist ein Alpenpass im Schweizer Kanton Graubünden. Er verbindet die Täler Rheinwald auf der nördlichen Seite und Misox auf der südlichen Seite. Auf dem Pass befindet sich zudem die Sprachgrenze zwischen Deutsch und Italienisch. Der italienische Name des Passes hat sich auch im deutschsprachigen Raum eingebürgert und ist nicht zu verwechseln mit dem Grossen Sankt Bernhard und dem Kleinen Sankt Bernhard (obwohl der Name genau dies nahelegt).

Seinen Namen bekam der Pass von einer im 15. Jahrhundert gebauten Kapelle zu Ehren des Heiligen Bernhardin von Siena (Bernardino da Siena). Davor wurde der Pass von den Walsern auch Vogelberg genannt. Das Vogelhorn heute Piz Uccello östlich des Passes deutet auch heute noch auf diese frühere Namensgebung hin und bezieht sich auf die Zugvögel die hier alljährlich in grossen Schwärmen vorbeiziehen. Diese haben inzwischen auch den Tunnel als Abkürzung entdeckt. Zu den Hauptzeiten des Vogelzuges muss als der Verkehr jeweils für einige Stunden angehalten werden.

San-Bernardino-Tunnel


1967 wurde der 6,6 km lange San-Bernardino-Tunnel zwischen den Dörfern Hinterrhein und San Bernardino eröffnet. Der Tunnel verbindet die Ostschweiz mit dem Tessin und ist nach dem Gotthard der zweitwichtigste Alpenübergang für den Güter- und Individualverkehr der Schweiz. Der San-Bernardino-Tunnel war bei der Eröffnung als rein lokaler Alpenübergang ausgelegt. Deshalb ist die Fahrbahnbreite sehr knapp bemessen und Beleuchtung sowie Ablüftung waren auf einem Minimalstandard. Ein separater Flucht- und Rettungsstollen existierte nicht. Die San-Bernardino-Route diente dem internationalen Schwerverkehr jedoch bald als Ausweichroute zur A2 (insbesondere nach der unfallbedingten, temporären Schliessung des Gotthardtunnels 2001), obwohl die Route aufgrund der Steilheit (bis 8%), der engen Wendekehren und dem schmalen Tunnel für Lastwagen sehr ungeeignet ist. Die entsprechenden Belastungen haben eine Erneuerung des Tunnels notwendig gemacht. Die Sanierungsarbeiten haben 1998 begonnen und sollen im Jahre 2006 beendet werden. Dabei werden folgende Umbauten vorgenommen:
  • Absenkung der Sohle des Mittelkanals
  • Erneuerung des Entwässerungssystems (Trennsystem) und der Leitungskanäle
  • Erneuerung der elektromechanischen Einrichtungen
  • Betriebs- und Brandlüftung den heutigen Anforderungen anpassen
  • Erstellen eines Flucht- und Rettungsstollens (Fluchtabgänge)
  • Abbruch und Neubau der Fahrbahnkonstruktion
  • Erneuerung der Wandverkleidungsplatten
  • Instandsetzung unter Aufrechterhaltung des Verkehrs
Die Gesamtbaukosten betragen rund CHF 160 Mio (ca 102 Mio Euro).

Zudem ist das Misox, eins der vier italienischsprachigen Teile des Kantons Graubünden, seit der Eröffnung des Tunnels wieder ganzjährig mit dem Rest des Kantons verbunden. Die über den 2'065 m hohen Pass führende Kantonsstrasse wird dagegen nur über den Sommer geöffnet.

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San_Bernardino_Passhoehe.jpg

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