| Wappen | Karte |
|---|---|
| Papenteich wappen.jpg | Karte_Samtgemeinde_Papenteich_in_Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Niedersachsen |
| Landkreis: | Gifhorn |
| Gemeindeart: | Samtgemeinde |
| Verwaltungssitz: | Meine |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 79 m ü. NN |
| Fläche: | 110,84 km² |
| Einwohner: | 23.458 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 211 Einwohner/km² |
| Kfz-Kennzeichen: | GF |
| Gemeindeschlüssel: | 03 1 51 406 |
| Samtgemeindegliederung: | 6 Gemeinden |
| Adresse der Samtgemeindeverwaltung: | Hauptstraße 15 38527 Meine |
| Website: | www.papenteich.de |
| E-Mail-Adresse: | info@papenteich.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Helmut Holzapfel (SPD) |
| Gliederung der Samtgemeinde | ||||
|---|---|---|---|---|
| Gemeinde | Einwohner | Ortschaften | ||
| Gemeinde Adenbüttel | 1.724 |
| Adenbüttel |
|---|
| Rolfsbüttel |
| Didderse |
|---|
| Meine |
|---|
| Abbesbüttel |
| Bechtsbüttel |
| Grassel |
| Gravenhorst |
| Ohnhorst |
| Wedelheine |
| Wedesbüttel |
| Rötgesbüttel |
|---|
| Groß Schwülper |
|---|
| Lagesbüttel |
| Rothemühle |
| Walle |
| Vordorf |
|---|
| Eickhorst |
| Rethen |
- align="center" | SG Meinersen | Stadt Gifhorn | SG Isenbüttel | - align="center" | LK Peine | Brosen windrose.svg | Stadt Wolfsburg | - align="center" | Stadt Braunschweig | LK Helmstedt |
Begrenzt wird das Gebiet im Norden durch das Urstromtal der Aller, im Westen stellt die Oker die ungefähre Grenze des Gebietes dar. Insgesamt weißt das Gebiet nur sehr geringe Höhenunterschiede auf und wird geprägt von flachen Hügeln und Wiesentälern. Der Ackerboden ist von mittlerer Qualität, vereinzelt von Kalkmergelschichten durchzogen.
Vorgänger des Amtes Papenteich waren die Gografschaften. Nach den napoleonischen Kriegen und vor 1852 gab es als Unterglieder des Amtes Gifhorn:
Das historische Gebiet das Papenteichs ist damit weit größer als die heutige Fläche der Samtgemeinde.
Nach den Untersuchungen Willi Rinkels (1983) läßt sich der Name Papenteich weiter bis in mittelalterliche Urkunden verfolgen. Die ältesten Namensformen lauten dabei poppendic oder poppendyk. Beispielsweise hatten 1318 die Grafen von Wohldenberg die Grafschaft im "poppendik" inne. Das Grundwort kann für "Dickicht" stehen, es kann im Mittelniederdeutschen 'Teich' oder 'Deich' bedeuten, im Mittelhochdeutschen auch 'Grenze' oder 'wiedergutmachen, sühnen'. Was das Sühne- und Gerichtswesen betraf, so hatte der Papenteich tatsächlich in alten Zeiten eine eigene Dingstätte, vermutlich unter freiem Himmel, die Dingbänke zwischen Rötgesbüttel und Meine, und war damit ein eigener Gerichtsbezirk. Der erste Teil des Namens Papenteich kommt wahrscheinlich nicht nicht von den "Papen" (Pfaffen), sondern vom Personennamen Poppo. Rinkel vermutet einen 1165 verstorbenen Grafen Poppo als Namensgeber. Dieser war mit Kaiser Lothar von Supplinburg verschwägert. Die genaue Herkunft des Namens Papenteich ist jedoch noch nicht geklärt.
Ausgehend von der Sprach- und Ortsnamenforschung ist versucht worden, die Zeit der Landnahme im Papenteich zu ermitteln. Nur wenige Ortsnamen, vielleicht solche wie Rethen, Hillerse, Meine, sind möglicherweise älter als die Büttel-Namen. Vor der Gründung der Büttel-Dörfer müssen weite Flächen des Papenteichs unbesiedelt gewesen sein. Vor 400 n. Chr. sind in den Dörfern kaum archäologische Funde nachweisbar, wohl aber solche aus der Zeit vor 800. Heinrich Wesche (1971) nimmt eine Gründung vieler Dörfer im 5. oder 6. Jahrhundert an.
Es gibt einige weitere Büttel-Orte in Dithmarschen und eine andere Gruppe bei Bremen. Zieht man eine Verbindung vom Papenteich durch die Lüneburger Heide nach Dithmarschen, so liegen an dieser Verbindungslinie, aber fast nirgendwo sonst im deutschen Sprachraum, verstreut einige weitere Büttel-Orte, wie Wunderbüttel, Hankensbüttel und Bienenbüttel in der Lüneburger Heide. Daher und aufgrund einiger sprachlicher Gemeinsamkeiten des Dialekts mit der Nordschleswiger Sprache (vgl. unten: Sprache) wird vermutet, daß ein großer Zug von Siedlern (bzw. ein kleiner Stamm) aus dem Küstengebiet nach Süden gewandert sein muß. Diese Siedler hätten auf dem Weg einige kleine Gruppen zurückgelassen, die unterwegs die verstreuten Orte in der Heide gegründet hätten. Der Großteil aber hätte sich im Papenteich niedergelassen, dort das Land unter sich aufgeteilt und mehr als 30 bodals gegründet. Die Papenteicher wären sozusagen ein eigener Stamm gewesen.
Diese Auffassung herrscht in dem an der Ortsnamensforschung orientierten Schrifttum vor. Eine abweichende Meinung vertritt der Braunschweiger Historiker Wolfgang Meibeyer in einer 2004 erschienenen Publikation, die nicht mit namenskundlichen, sondern mit siedlungsarchäologischen Methoden arbeitet. Nach Meibeyer sei die Landnahme erst wesentlich später erfolgt, und die Büttel-Orte seien im 11.-15. Jahrhundert entstanden.
Das Papenteicher Platt ist als Teil des Niederdeutschen als anerkannter Regionalsprache im Rahmen europäische Charta für Regional- und Minderheitensprachen besonders geschützt.
Heinrich Wesche, ein aus Hillerse stammender Göttinger Wissenschaftler, hat versucht, aus dem Papenteicher Platt die Besiedlungsgeschichte des Papenteichs abzuleiten. Der Umlaut ü nach Papenteicher Art finde sich sonst in ähnlicher Form nur in Jütland, Nordschleswig und Friesland. Einige wenige Wörter gebe es außer im Papenteich nur in Nordschleswig. Wahrscheinlich habe im Papenteich im 5. oder 6. Jahrhundert ein Stamm aus dem Norden gesiedelt, der mit seinen Ortsgründungen für die einzigartige Ballung von "Büttel"-Ortsnamen verantwortlich sei.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts ist der örtliche Dialekt dramatisch zurückgegangen. Um 2000 hört man in Alltagssituationen kaum noch Papenteicher Platt, oft nur ein- oder zweimal jährlich und somit weitaus seltener als beispielsweise Italienisch, Türkisch oder Russisch. Die Sprache wird vermutlich noch von einigen hundert Menschen vollständig beherrscht, allerdings sprechen auch viele von diesen im Alltag Hochdeutsch. Die Zahl derer, die den Dialekt verstehen oder gelegentlich einzelne Wörter und Sätze verwenden, ist deutlich höher. Im kulturellen Leben wird der Dialekt weiterhin gepflegt, z. B. durch den örtlichen Autor Karl-Otto Dohrendorf und durch Veranstaltungen der Samtgemeindebücherei. Da derzeit nahezu keine Weitergabe des Dialekts an Kinder erfolgt, besteht die Möglichkeit, daß er im 21. Jahrhundert ausstirbt.
Der Eisenbahnverkehr durchquert die Samtgemeinde in Gestalt der Nebenstrecke Braunschweig-Uelzen in Nord-Süd-Richtung in etwa parallel zur B 4. Es gibt derzeit Bahnhöfe bzw. Haltestellen in Meine und Rötgesbüttel. Geplant ist ein Ausbau der Strecke Braunschweig-Gifhorn als "RegionalStadtBahn" für das Braunschweiger Umland.
1928 wurde der Mittellandkanal durch das Gebiet der späteren Samtgemeinde gebaut. Die Orte Abbesbüttel, Wedelheine und Wedesbüttel sind direkt am Kanal gelegen.
Der Radfernweg Braunschweig-Lüneburg durchquert das Gebiet der Samtgemeinde in Süd-Nord-Richtung über Abbesbüttel, Meine, Ohnhorst und Gravenhorst, meistens auf gut ausgebauten asphaltierten Feldwegen abseits vom motorisierten Straßenverkehr.
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