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Samische_Sprache.png Sami (auch Samisch oder Saami, in der älteren Literatur auch als Lappisch bezeichnet) ist eine Gruppe von finno-ugrischen Sprachen, die von ca. 70–80.000 Menschen in Lappland gesprochen werden, einer Region, die sich von Norwegen über Schweden und Finnland bis auf die Halbinsel Kola erstreckt. Es gibt je nach Art und Gesichtspunkt der Einteilung 10 oder mehr samische Sprachen oder Dialekte. Eine gegenseitige Verständigung zwischen den Sprechern verschiedener samischer Sprachen ist nicht immer oder oft nur schwer möglich. Von ihnen ist Nord-Sami die am weitesten verbreitete und auch am häufigsten medial genutzte Variante. Der Language Code ist se für Nord-Sami (nach ISO 639).

Offizieller Status

Norwegen
In der 1988 angenommenen Verfassung für das Königreich Norwegen wird in Artikel 110a festgelegt: „Es ist Aufgabe der Staatsorgane Bedingungen zu schaffen, die den Samen die Pflege und die Entwicklung ihrer Sprache, Kultur und Lebensweise ermöglichen.“ Ein Gesetz über die Samische Sprache trat in den 1990er Jahren in Kraft. Darin werden die Kommunen Karasjok, Kautokeino, Nesseby, Porsanger, Tana und Kåfjord zum zweisprachigen Gebiet erklärt, das heißt, Sami ist im Verkehr mit den Behörden zugelassen.

Finnland
Das Sprachgesetz von 1992 erlaubt den Samen, ihre Sprache im Verwaltungsverkehr zu verwenden.

Schweden
Am 1. April 2002 wurde Sami eine der fünf offiziell anerkannten Minderheitensprachen in Schweden. Sami kann im amtlichen Verkehr in den Kommunen Arjeplog, Gällivare, Jokkmokk und Kiruna verwendet werden, d. h., dass jeder Same das Recht hat, in seiner Sprache mit den Behörden des Staates und der Kommune zu verkehren und eine Antwort in seiner Sprache zu bekommen. Samische Eltern können wählen, ob sie ihre Kinder in eine samische Schule mit Schwedisch als Fremdsprache einschulen möchten oder umgekehrt.

In allen drei genannten Ländern gibt es „Parlamente“ (Sameting), das heißt Selbstverwaltungsorgane der Samen, die allerdings keinerlei legislative Funktion haben, sondern eher Interessenvertreter der Samen auf kommunaler Ebene darstellen. In Schweden ist die Stellung der samischen Selbstverwaltungsorgane ihren Befugnissen nach durchaus der der Kommunen in Deutschland vergleichbar. So können sie beispielsweise Eingriffe in die Weidegebiete der Rentiere (z. B. durch Wasserbauprojekte) verhindern, wenn auch eventuell nur zeitweise. Die Beschlüsse der samischen Selbstverwaltung können aber „überklagt“ werden (schwedisch att överklaga), wenn übergeordnete Interessen oder Gesetze ihnen entgegenstehen.

Schriftsprachen


Im Jahr 2001 gab es zehn bekannte samische Sprachen. Sechs davon konnten sich zu Schriftsprachen entwickeln, die übrigen vier werden kaum noch gesprochen, d. h. es gibt nur noch unter 100 Sprecher. Da die einzelnen Sprachen bzw. Dialekte teils so weit von einander entfernt sind, dass eine Interkommunikation zwischen den Sprechern nicht oder nur schwer möglich ist, genießt das Nordsamische gewissermaßen den Rang einer lingua franca unter den Samen. So werden die meisten Sendungen in Rundfunk und Fernsehen in Nord-Sami ausgestrahlt. Die Samischen Sprachen benutzen das lateinische Alphabet unter Hinzunahme von diakritischen Zeichen, Kildin-Sami wird mit kyrillischen Buchstaben geschrieben.

Einteilung der Sprachen


Es gibt verschiedene Klassifikationen. Entweder wird zwischen Ostsamisch, Zentralsamisch und Südsamisch unterschieden, oder die samischen Sprachen werden in eine west- und eine ostsamische Gruppe eingeteilt.

West-Sami

  1. Nord-Sami (Norwegen, Schweden, Finnland): Ungefähr 15.000 Sprecher, das sind zur Zeit wahrscheinlich 75 % aller Sami-Sprecher.
  2. Lule-Sami (Norwegen, Schweden): Die zweitgrößte Sprache mit ungefähr 1.500 Sprechern.
  3. Pite-Sami (fast ausgestorben)
  4. Ume-Sami (fast ausgestorben)
  5. Süd-Sami (Norwegen, Schweden)

Ost-Sami

  1. Inari-Sami (Enare Sami) Inari (Finnland)
  2. Skolt-Sami (Finnland, Russland, früher auch Norwegen)
  3. Kildin-Sami (Russland)
  4. Akkala-Sami (fast ausgestorben)
  5. Ter-Sami (Russland, fast ausgestorben)

Ein anderer Dialekt, Kemi, ist seit über 100 Jahren ausgestorben.

Geschichte


Auch wenn das Samische mit den ostseefinnischen Sprachen nahe verwandt ist, gehören Samen und Finnougrier anthropologisch nicht zusammen. Es muss angenommen werden, dass die Samen die heutige finno-ugrische Sprache von einem anderen Volk übernommen haben. Dafür spricht auch, dass das Samische über zahlreiche Worte verfügt, die weder finno-ugrischer noch germanischer Herkunft sind. Außerdem verfügt das Samische über weitaus mehr altertümliche Lehnworte aus nordischen germanischen Sprachen als andere finnische Sprachen.

Für die ursprünglich nur gesprochenen samischen Sprachen wurden bis in die 1970er und 1980er Jahre hinein Schriftsprachen entwickelt und die jeweilige Grammatik kodifiziert. Um mit der gesellschaftlichen und technologischen Entwicklung Schritt halten zu können, wurden jedoch viele Wörter aus den Nachbarsprachen, so vor allem aus dem Norwegischen und dem Schwedischen als Lehnwörter übernommen und an die samische Grammatik angepasst.

Siehe auch: Samen

Weblinks


Finno-ugrische Sprache | Einzelsprache | Lappland | Sámi | Sprache (Schweden)

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