article Related Topics:
Spermacoce
 

Sperm-egg.jpg Das Sperma (gr. , spérma, „Keim, Same“, vom Verb , speírein „säen“), auch das Ejakulat (von lat. eiaculari, „herausspritzen“), ist die Samenflüssigkeit männlicher Tiere, einschließlich des Menschen. Es setzt sich aus Spermien, Epithelzellen der Hodenkanälchen und der eigentlichen Samenflüssigkeit, dem Samenplasma, zusammen.

Sperma wird beim männlichen Orgasmus durch den Penis ausgestoßen. Beim Vaginalverkehr kann es durch den Kontakt von Sperma mit einer Eizelle zur Befruchtung kommen.

Bei vielen Würmern, Gliederfüßern, Weichtieren und auch noch bei einigen Amphibien (Molchen) dienen Spermatophoren (Samenpakete) anstelle des flüssigen Spermas zur Spermienübertragung, viele wasserlebende Tiere geben die Spermien direkt ins Wasser ab.

Die medizinische Untersuchung des Spermas wird Spermiogramm genannt.

Eigenschaften


Das frische Ejakulat ist milchig-trüb und leicht glänzend. Es ist schwach alkalisch. Gelegentlich (z. B. nach längerer Enthaltsamkeit) findet man gelbe Pigmente (sogenannte Flavine), wodurch das Sperma auch leicht gelblich wirken kann. Es riecht und schmeckt charakteristisch, etwa wie Weißer Moschus oder Kastanienblüten. Es ist mit glasigen, klebrigen Fäden durchsetzt.

Unter UV-Licht leuchtet Sperma bläulich; auch Waschen befreit mit Sperma "kontaminierte" Gewebe nicht von der fluoreszierenden Eigenschaft, was für die Gerichtsmedizin von Bedeutung ist.

Spermien in an der Luft getrocknetem Sperma können bis zu zwölf Stunden überlebenHeiskanen ML, Pirhonen A, Koskinen E, Maenpaa PH.: Motility and ATP content of extended equine spermatozoa in different storage conditions. PMID 3479564.

Zusammensetzung

Woher kommt das Sperma? Das Sperma bei Netdoktor.de
Drüse Anteil
am Ejakulat
Hoden und Nebenhoden 5 %
Samenbläschen 45 - 80 %
Prostata 10 - 30 %
Cowpersche Drüsen 2 - 5 %
Sperma besteht aus zellulären Bestandteilen, den reifen Samenzellen (Spermien oder Spermatozoen, auch Samenfäden), und dem Sekret der akzessorischen (zusätzlichen) Geschlechtsdrüsen, dem Samenplasma.

Im Schnitt beträgt das Volumen einer menschlichen Ejakulation 2 bis 6 ml (ca. 5 Kilokalorien), wobei 1 ml durchschnittlich 20 bis 30 Millionen Spermien enthält (vgl. beim Hengst 22 Milliarden). Das sind 0,5 % des gesamten Ejakulats – der Rest ist Samenflüssigkeit.

Die Samenflüssigkeit ist zudem meist leicht salz- und proteinhaltig, (durch die Spermien) und enthält Dopamin, Noradrenalin, Tyrosin, die Bindungshormone Oxytocin und Vasopressin sowie verschiedene Östrogene, Pheromone (Geruchsstoffe) und β-Endorphin.

Es gibt Hinweise darauf, dass Bestandteile der Samenflüssigkeit die Produktion von Zytokinen in der Gebärmutter anregen. Diese begünstigen die Einnistung der befruchteten Eizelle in die GebärmutterschleimhautOhne Samenflüssigkeit wächst die Eizelle nicht; Artikel in Die Welt, erschienen am 5. Februar 2005..

Produktion


Spermien

Male anatomy de.png Die Spermien entwickeln sich in den Hoden in einem Spermatogenese genannten Prozess. Dabei teilt sich eine Spermatogonie mitotisch in zwei Spermatozyten I. Ordnung. Diese teilt sich nun in der Ersten Reifeteilung in zwei Spermatozyten II. Ordnung. Diese haben im Gegensatz zum Spermatozyt I. Ordnung, der noch 46 Chromosomen enthält, nur noch 23 Chromosomen. In der zweiten Reifeteilung teilen sich die Spermatozyten II. Ordnung in Spermatiden, die dann zu Spermien reifen.

Samenplasma

Das Samenplasma wird aus Sekreten der sogenannten akzessorischen Geschlechtsdrüsen, also der Samenleiterampulle (Ampulla ductus deferentis), Samenblasendrüse (Glandula vesicularis), Vorsteherdrüse (Prostata) und der Bulbourethraldrüse (Glandula bulbourethralis), und zu geringen Teilen aus Sekreten von Hoden und Nebenhoden gebildet.

Im Hoden und Nebenhoden, die nur 3–5 % des gesamten Volumens eines Ergusses beisteuern, wird neben den Spermien unter anderem auch Testosteron, das regulierend auf die Produktion der Samenzellen wirkt und eine Flüssigkeit, die zum Reifen und Ruhigstellen der Samenzellen beiträgt, produziert.

Die Samenbläschen sind paarig angelegte Drüsen, die aus einer verschlungenen Röhre besteht. Die Innenwand dieser Röhre besteht aus sekretorischem Epithel. Das Sekret der Samenbläschen steuert das meiste Volumen, ca. 50–70 %, des Ejakulats bei. Sie dient der Verflüssigung des Ejakulats und enthält Fruktose (Fruchtzucker) und andere Stoffe die der Ernährung der Samenzellen dient, außerdem große Mengen an Prostaglandinen und Fibrinogen. Die Prostaglandine tragen zur Befruchtung bei, in dem sie die Gebärmutterschleimhaut empfänglicher für die befruchtete Eizelle machenRobertson SA.: Seminal plasma and male factor signalling in the female reproductive tract. PMID 15909166, und möglicherweise in dem sie die glatte Muskulatur in der Gebärmutterwand zu peristaltischen Bewegungen anregen, die die Spermien in Richtung Eierstöcke bringen. Außerdem verhindern sie Infektionen im männlichen GeschlechtstraktClavert A, Cranz C, Bollack C.: Functions of the seminal vesicle. PMID 2132069.

Beim Erguss steuert die Prostata (Vorsteherdrüse) noch 10–33 % in Form einer dünnflüssigen, milchigen Flüssigkeit bei. Die Kapsel der Prostata zieht sich ebenso wie das Samenbläschen während der Ejakulation zusammen, so das die Flüssigkeit der beiden Organe vermischt und ausgestoßen wird. Das Sekret der Prostata enthält Ionen (Natrium, Kalium, Zink und Magnesium, Kalzium, Citrationen, Phosphationen), ein Gerinnungsenzym und Profibrinolysin. Der pH-Wert ist leicht sauer (pH 6,4). Dies ist besonders bedeutsam, da Spermien erst bei einem pH-Wert von 6.0 bis 6.5 optimal beweglich werden. Weiterhin ist PSA (Prostataspezifisches Antigen) enthalten, um die Spermien beweglich zu machen. Die Prostata entlässt außerdem weiße Blutkörperchen, verschiedene Granulozyten ins Samenplasma, normalerweise 1 (max. 2) Millionen pro 1 ml. Daher auch die Infektiösität des Spermas (z. B. HIV).

Vorab, ausgelöst durch die Erregung, innerviert der Parasympathikus die Cowperschen Drüsen und regt sie zur Sekretion eines verhältnismäßig kleinen Anteils von 2–5 % klaren Schleims, auch Lusttropfen genannt, an. Das schleimige Sekret dient vermutlich vor allem der Neutralisierung von Harnresten, eventuell auch des sauren Scheidenmilieus.

Menschliches Sperma


Während Erektionen bereits beim Säugling auftreten, beginnt die Produktion von Sperma in der Regel erst mit dem Einsetzen der Pubertät. Sperma wird auch ohne (manuelle) Stimulation, in Pollutionen während des Schlafes ausgestoßen, wenn der Betreffende über einen längeren Zeitraum keinen Orgasmus hatte. Bei einer solchen Pollution entledigt sich der Körper dabei der Spermien, die länger als zehn Tage reif sind.

Klinische Bedeutung


Sperma kann auch Krankheitserreger wie das Aids- oder das Hepatitis-Virus enthalten; die betreffenden Krankheiten sind also sexuell übertragbar.

Manche Frauen reagieren mit verschiedenen Allergiesymptomen auf das Sperma ihres Partners. Spermaallergien sind sehr selten und noch wenig erforscht. Die betreffenden Frauen reagieren auf ein Protein im Sperma allergisch; die Symptome gleichen denen einer PollenallergieÄrzteverband Deutscher Allergologen / Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie: Presseerklärung: Allergisch auf den eigenen Mann?, Juli 2000Weidinger S, Ring J, Kohn FM.: IgE-mediated allergy against human seminal plasma. PMID 16129942.

Hämospermie bezeichnet das Auftreten von Blut im Sperma. Dies kommt bei akuter oder chronischer Samenblasenentzündung, bei Tuberkulose, Verstopfung, Entzündungen oder Verletzungen vor.

Antidepressive Wirkung

In einem Artikel des New Scientist vom 26. Juni 2002 mit dem Titel „Semen acts as an anti-depressant“New Scientist vom 26.6.02 wird über eine Studie von Gordon Gallup von der State University of New York berichtet, in der festgestellt wurde, dass verschiedene Bestandteile des männlichen Samens, unter anderem Hormone wie Testosteron, Östrogen und Follikelstimulierendes Hormon, Prolactin und verschiedene andere Prostaglandine (Sekrete der Prostata-Drüse) eine anti-depressive, also stimmungsaufhellende Wirkung auf die Frau haben könnten. Bisher wurde lediglich die Aufnahme dieser Stoffe vermittels vaginaler Absorption untersucht.

Quellen


Literatur


  • Robert F. Schmidt, Florian Lang, Gerhard Thews: Physiologie des Menschen. Springer, Berlin 2004, ISBN 3540218823
  • Stefan Silbernagl, Agamemnon Despopoulos: Taschenatlas der Physiologie. Thieme, Stuttgart 2003, ISBN 3135677060

Weblinks


Artikel und Berichte

Körper und Sexualität | Körperflüssigkeit | Reproduktionsmedizin | Urologie

Сперма | Semen | Spermo | Semen | Sperme | 精液 | 정자 (생물) | Sperma | Sperma | Sperma | Sémen | Сперма | Semen | Mani | Sperma | Tamod | 精液

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Sperma".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld