Sami flag.svg]] LocationSapmi.png – das Siedlungsgebiet der Samen]] Die Samen (Selbstbezeichnung: Samit oder Samek, dt. Sumpfleute) sind ein im Norden von Norwegen (40.000), Schweden (20.000), Finnland (6.500) und Russland (2.000, auf der Halbinsel Kola) lebendes indigenes Volk. Die Sprachen der ca. 70.000 Samen gehören zur Familie der uralischen Sprachen. Andere Bezeichnungen oder Schreibweisen: Sámen, Saamen, Sámi, Sami, Saami, Lappen. Der veraltete Begriff Lappe oder Lappen wird von den Samen selbst als Pejoration angesehen, stammt er doch von Lappar, dem schwedischen Wort für Lumpen oder Flicken; einer Bezeichnung, die aus einer Zeit stammt, als die Vorfahren der heutigen Samen in ihrer Bekleidung aus zusammengenähten Rentierfellen auf die ersten Händler, Siedler, Missionare und Forschungsreisenden aus dem Süden tatsächlich einen entsprechenden Eindruck machten.
Das Siedlungsgebiet der Samen wird oft vereinfachend mit Lappland gleichgesetzt, geht aber über das Gebiet der historischen schwedischen Provinz Lappland weit hinaus und wird von den Samen selbst Sápmi genannt.
Aus der Zeit von 1500 v. Chr. bis 300 n. Chr. haben Archäologen Asbestkeramiken gefunden, die bereits als ein Merkmal samischer Kultur interpretriert werden. Daneben wurden auch Fanggruben entdeckt. Mit ganzen Fanggrubensystemen wurden Elche und Rentiere gefangen. Der griechische Historiker Prokopios erwähnte 555 n. Chr. ein Volk, das er Skrithfinoi nannte.
Später begannen die Samen mit den Wikingern Handel zu treiben. Tierhäute und Felle tauschte man gegen Salz, Edelmetalle zur Schmuckherstellung und Metallklingen ein. Mit der Zeit begann man auch mit Reisenden aus dem Norden des europäischen Festlandes zu handeln. Diese Beziehungen bewirkten einen kulturellen Sprung in der samischen Gesellschaft. Von einem steinzeitlich geprägten Volk entwickelten sie sich zu einer Gesellschaft mit einem eigenen Währungssystem. Ihre Währung wurde als Tjoervie bezeichnet.
Allerdings beginnt im Mittelalter auch die Unterwerfung der Samen durch die benachbarten größeren Völker. Schon damals begannen der norwegische König und der russische Zar damit, Steuern zu erheben. So begann mit dem Ende des Mittelalters für die Samen nicht das Zeitalter der Aufklärung und Erleuchtung wie für viele Teile Europas, sondern im Gegenteil die systematische Eroberung des samischen Siedlungsgebietes durch die angrenzenden Nationen.
1635 wurde in Nasafjäll eine Mine eröffnet, in der Eisenerz abgebaut werden sollte. Die Samen wurden gezwungen, in der Mine zu arbeiten. Wer sich widersetzte, wurde brutal bestraft. Weil daraufhin viele versuchten, aus diesem Gebiet zu fliehen, schickte die Regierung Truppen um diese Abwanderung von „Arbeitskräften“ zu verhindern.
1673 war der offizielle Start zur Kolonisation des heutigen Lapplands. Die Regierung schickte Siedler in die Gebiete der Samen und gab ihnen das Recht zur Nutzung ihres Bodens und der Gewässer. Diese Siedler durften von den Samen sogar Abgaben fordern. Durch die unkontrollierte Jagd, die die Siedler betrieben, verkleinerten sich die Bestände der Tiere rasant; einige Arten wurden beinahe ausgerottet. Aufgrunddessen kam es bei den Samen teilweise zu Nahrungsknappheit und Hungersnöten. Die Christianisierung wurde so radikalisiert, dass solche Samen, die sich nicht bekehren lassen wollten und ihrem eigenen Glauben nachgingen, zum Tode verurteilt wurden. Auch die religiösen Stätten der Samen wurden zerstört.
Von 1720 bis 1729 wurde ein Teil der Samen in für sie vorgesehene Gebiete umgesiedelt. Dies wurde so vom schwedischen König angeordnet.
Durch einen weiteren königlichen Beschluss wurde 1751 mit einem Gesetz „Lappland“ gegründet. Durch dieses Gesetz wurden die Jagdrechte zwischen den Siedlern und den Samen aufgeteilt. Trotzdem blieben die Samen stark benachteiligt und es sollte noch länger dauern, bis die wirkliche Gleichstellung vollzogen sein würde.
1755 wurde das Neue und 1811 das Alte Testament in die samische Sprache übersetzt. 1809 begann eine weitere schwierige Zeit für die Samen. Im Norden wurde die Grenze zwischen Finnland und Norwegen festgesetzt, was sich ab 1852 negativ für die Samen auswirken sollte: Durch einen religiösen Streit in der Grenzregion wurden die Grenzen geschlossen. Dies bedeutete, dass die Samen von den Rentierherden abgeschnitten wurden, was zu Nahrungsmangel führte.
Als sich 1986 die Katastrophe von Tschernobyl ereignete, wurden 73.000 Rentiere allein in Schweden radioaktiv belastet und somit fehlten den Samen wichtige Nahrungsquellen. Die Regierungen versprachen Entschädigungen, die jedoch weit niedriger ausfielen als benötigt wurde.
In den 1980er Jahren wurden in Norwegen der Samische Rechtsausschuss und der Samische Kulturausschuss gegründet. Ein Samisches Parlament (Samediggi) wurde vom Samischen Rechtsausschuss geschaffen und schließlich im September 1989 gewählt. 1993 wurde auch in Schweden ein Parlament von den Samen gewählt. In einer öffentlichen Ansprache des norwegischen Königs Harald V. im Jahre 1997 entschuldigte er sich für die Art und Weise, mit der die samische Bevölkerung in der Vergangenheit behandelt wurde.
Im Jahre 2000 wurde ein samischer Nationalfond in der Höhe von 75 Millionen norwegischen Kronen (ca. 10 Mio. Euro) eingerichtet. Er soll zur Stärkung der samischen Sprache und Kultur verwendet werden und als Entschädigung für die durch Unterdrückung verursachten Schäden und Ungerechtigkeiten dienen. In Schweden gab es jedoch in der letzten Zeit noch einige Konflikte im Zusammenhang mit den Rentieren und deren Besitzern.
Die Stellung der Samen hat sich also in den letzten 20 Jahren stark verbessert. Trotzdem gibt es noch in Vielem Handlungsbedarf.
1956 gründeten Samen aus Finnland, Norwegen und Schweden als Interessenvertretung den Samischen Rat.
In Finnland gab es Ende 2005 besonders heftige Auseinandersetzungen zwischen Rentierfarmern, unterstützt vom Samischen Rat auf der einen Seite und Metsähallitus sowie Stora Enso auf der anderen Seite. Sogar Greenpeace und die UNO wurden miteinbezogen. *
Der deutsche Völkerkundler Erich Wustmann hat mehrere Jahre lang in Sápmi gelebt und mehrere Filme und Bücher über die Region und die Samen veröffentlicht.
Eine umfangreiche Sammlung zur Kultur und Geschichte der Samen beherbergt das Siida Sámi Museum der Gemeinde Inari in Finnland.
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