article

Als Salzstock, Salzdiapir oder auch Salzdom bezeichnet man eine umfangreiche Ansammlung von Steinsalz im geologischen Untergrund, die meist (umgekehrt-)tropfen- oder pilzförmige Gestalt hat. Ein Salzstock kann mehrere tausend Meter mächtig sein und aus großer Tiefe bis in die Nähe der Erdoberfläche oder gar direkt bis an die Erdoberfläche reichen. Bei fehlenden Niederschlägen ist es so möglich, dass das Salz mehrere hundert Meter hohe mächtige Berge bildet, wie man es beispielsweise im Zagrosgebirge (Iran) beobachten kann.

Die Entstehung von Salzstöcken lässt sich am Beispiel des Zechsteinmeeres folgendermaßen beschreiben:

  • Vor ca. 260 Millionen Jahren (im oberen Perm, dem Zechstein) entwickelte sich auf der nördlichen Erdhälfte ein extremes Wüstenklima. Fast zeitgleich senkte sich der Festlandsockel unter das Niveau des Meeresspiegels, so dass große Teile der Nordhalbkugel überflutet wurden. Dieses Flachmeer wird entsprechend dem Erdzeitalter als Zechsteinmeer bezeichnet.
  • Der spätere Wegfall des Wasseraustausches mit dem Weltmeer und starke Sonneneinstrahlung führten zur Verdunstung des Wassers und zur Konzentration der im Meerwasser gelösten Salze. Karbonate (Kalkgesteine), Sulfate (Gipse) und Steinsalze lagerten sich auf dem Boden ab.
  • Nach weiteren 30 Millionen Jahren wurden die mittlerweile 500 bis 1000 Meter starken Salzschichten von Ablagerungen der geologischen Zeitalter des Buntsandsteins, Muschelkalks und jüngerer Sedimente überlagert. Die massive Salzschicht wurde durch die immer mächtigere Deckgebirgsschicht und Subsidenz (Absenkung) des Untergrundes in eine Tiefe von etwa 5000 Meter gedrückt. Da das Salz unter Druckeinwirkung plastisch reagiert - vergleichbar mit Eis- und Gletscherbewegungen - und zudem eine geringere Dichte als das umgebende Gestein besitzt, kam es zur aufwärts gerichteten Bewegung dieses Salzes (Salztektonik).
  • Vor ca. 80 Millionen Jahren entstanden durch weltweite Erdmassenbewegungen Schwächezonen, in die sich das Salz hineindrückte. Die Deckgebirgsschichten wurden in den Schwächezonen zur Seite gedrängt. Die Dicke der ursprünglichen Salzschicht verringerte sich in dem Maße, wie die Höhe des entstehenden Salzstocks wuchs.

Das hier am Beispiel der Zechsteinsalze beschriebene Beispiel lässt sich auf die Entstehung der meisten Salzstöcke (geologisch älterer und jüngerer) verallgemeinern.

Salz | Bergbau

Salt dome | Dôme salin

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Salzstock".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld