Salzhandel war historisch eine lange Zeit ein Handelsbereich von höchster wirtschaftlicher Bedeutung. Salz diente zum einen zum Konservieren und Würzen von Lebensmitteln, zum anderen als Zahlungsmittel.
In Europa wurde das Salz entweder per Pferdefuhrwerk, oder auf Schiffen transportiert. Auch wurde die erste gebaute Pipeline Europas zum Transport der Sole von Bad Reichenhall zum Sudhaus in Traunstein verwendet.
Schiffe auf dem Inn hatten ein Fassungsvermögen von bis zu 65 Tonnen, im 18. Jahrhundert waren es bereits 125 Tonnen. Anderenorts erfuhren die Schiffe eine ähnliche Steigerung. Dabei legten sie flussaufwärts ca. 15 km und flussabwärts bis zu 40 km zurück. Bei der Gegenfahrt wurden allgemein erst Tagelöhner eingesetzt, später zogen dann Pferde das Schiff. Die Fahrt auf dem Wasser war nicht ungefährlich, weil Felsen, Sandbänke, Wasserstrudel, Brücken, Eis und Herbstnebel die Fahrt behinderten. Es hatte aber den Vorteil, dass größere Mengen transportiert werden konnten.
Wegen der hohen Zölle, die an verschiedenen Orten gezahlt werden mussten, versuchten zum einen die Händler, andere Transportwege zu finden (z.B. Passauer Salzstreit um 1520), oder die Landesherren sabotierten die fremden Transportwege um die Handelsstraßen auf eigenes Gebiet zu führen (z.B. Gründung Münchens 1185)
Das Handelsgut verteuerte sich in dem Maße, wie weit das Gebiet vom Zentrum der Salzgewinnung entfernt war, dabei musste man „gesalzene Preise“ zahlen.
Das aus der Saline von Lüneburg stammende Salz wurde im Mittelalter über Lübeck in der gesamten Ostsee gehandelt. Der Handelsweg von Lüneburg nach Lübeck ging zunächst über die Alte Salzstraße, dann über den Stecknitzkanal. Der Bedarf war so enorm, weil der Hering im Mittelalter im deutschen Binnenland eine begehrte Fastenspeise war. Dieser Salzhandel war Teil des Handelsnetzes der Hanse, das den größten Teil Nord- und Westeuropas umfasste. Er stand im Wettbewerb mit dem Baiensalz, das von der französischen Atlantikküste und der Iberischen Halbinsel über die Umlandfahrt in die Ostsee gebracht wurde. Das Baiensalz als Meersalz war minderwertiger, aber zeitweilig trotz der Transportwege billiger.
Sogar Namen von Bundesländern und Städten zeugen von der Bedeutung die der Salzhandel einst hatte. Das keltische Wort "Hall" für "Salz" steckt zum Beispiel in folgenden Städten: Hallein, Bad Reichenhall, Hallstatt, Bad Hall, etc. auch das österreichische Bundesland Salzburg hat seinen Namen durch den Salztransport auf der Salzach erlangt, ebenso die durch Mozart, Festspiele und ihre historische Altstadt weltweit bekannte Landeshauptstadt Salzburg kam durch den Salzhandel und ihre Festung zu ihrem Namen.
Archäologische Funde von indianischen Salzsiedereien sind vor allem von den Azteken und Maya in Mittelamerika, aber auch aus den USA (Louisiana und Kentucky)und aus Kolumbien bekannt. Von den Azteken ist bekannt, dass das Salz von Trägern über Land und mit Einbäumen auf dem Wasserweg von den Produzenten zu den Verbrauchern transportiert wurde.
Man kennt auch den Transport von Salz durch Yaks und Pferde von Tibet nach Nepal entlang der Kali-Gandaki-Schlucht.
In China sind Funde vom Salzhandel aus dem 7. Jh. v. Chr. bekannt. Es existiert eine umfangreiche historische Überlieferung zu Salzproduktion , Salzhandel und Salzsteuer in China.
In Indien ist der Salzmarsch bekannt geworden, mit dem Mahatma Gandhi und seine Anhänger in einem Akt zivilen Ungehorsams das britische Salzmonopol brachen.
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