Die Salutogenese (zur Wortherkunft vergleiche Genese) bedeutet soviel wie Gesundheitsentstehung oder Ursprung von Gesundheit und wurde von dem israelisch-amerikanischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky (1923-1994) in den 1970er Jahren als Gegenbegriff zur Pathogenese entwickelt. Nach dem Salutogenese-Modell ist Gesundheit kein Zustand, sondern muss als Prozess verstanden werden.
Antonovsky sieht dieses Gefühl als eine von außen bedingte, bis zu einem Alter von ca. 25 Jahren weitgehend abgeschlossen entwickelte Disposition an.
Gesundheit und Krankheit sind für ihn Endpunkte eines Gesundheits-Krankheits-Kontinuums. Jeder kann zu einem beliebigen Zeitpunkt auf dem Kontinuum lokalisiert werden und ist damit nicht entweder gesund oder krank, sondern mehr oder weniger gesund und krank.
Wenn pathogenetisch beispielsweise Kopfschmerzen diagnostiziert werden, heißt das: Kopfschmerz = Leitsymptom. Es böte sich beispielsweise an, eine Kopfschmerztablette zu nehmen. In der Pathogenese wird das Krankheitssymptom (Kopfschmerz) beschrieben und "bekämpft".
Nach Heinz Strauss wird in der Salutogenese nicht der Leidensweg einer Krankheit betont, sondern der Gesundheitaspekt des Symptoms. Kopfschmerz ist in dieser Sicht ein Warnsignal. Der Körper macht somatisch darauf aufmerksam, dass etwas nicht in Ordnung ist. Die Verspannung ist danach nicht die Ursache, sondern auch nur ein Symptom. Als Auslöser ließe sich zum Beispiel Stress herausfinden. Damit ist aber immer noch nicht die Ursache gefunden. Diese ließe sich beispielsweise in einer psychologisch gesehenen rigiden (zwanghaften) Charakterstruktur finden.
Eine Metapher soll das näher erläutern. Dampf – Wasser – Eis beschreibt den gleichen Stoff in verschiedenen Aggregatzuständen. Die Moleküle befinden sich im losen – flexiblen – verhärteten Zueinander. Übersetzt in psychologische Zustandsbeschreibungen: psychotisch – flexibel – zwanghaft (kataton). Die Gegenpoligkeiten (Dampf und Eis) sind jeweils rigide Verhaltensstrukturen. Wegen des extremen Aggregatzustandes würde das Wasser (das Verhalten, die Verspannung) salopp gesagt, als solches nicht entsorgt, wie in der Pathogenese beispielsweise mit verspannungslösenden Kopfschmerztabletten.
In der Sichtweise der Salutogenese wird der Kopfschmerz als ein "gesunder" Hinweis des Patienten gesehen, der "inszeniert" wurde, um zur "flexiblen Mitte" zurückgeführt zu werden. Ohne die Rigiditäten wären keine Anhaltspunkte auf die zu heilenden psychischen Verhaltenstrukturen gegeben, an die der Helfer anknüpfen kann. Wird der Kopfschmerz durch ein Medikament aufgehoben, ist kein Signal (Hinweis) mehr zur Heilung gegeben. Bildlich ausgedrückt: Statt das Feuer zu bekämpfen, werde der Brandmelder bekämpft.
In der Salutogenese wird also der Hauptmerk auf den "Gesundungsweg" gelegt, den das Symptom des Patienten angibt.
Dass einige Krankenkassen salutogenetische Ansätze aufgreifen, zeigt sich in der teilweisen Umbenennung in "Gesundheits-Kassen" und die stärkere Betonung der Prophylaxe.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Salutogenese".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world