Saljut * (russisch Салют Salut, Ehrensalve, Gruß) war die Bezeichnung für einen sowjetischen Raumstationtyp.
Nachdem die USA die Sowjetunion im Wettlauf zum Mond geschlagen hatten, entwickelten sich die Raumfahrtprogramme der beiden Supermächte in unterschiedliche Richtungen. Während die USA zur Entwicklung von preiswerteren Transportsystemen (wiederverwendbares Space Shuttle) drängten, begannen die Sowjets mit der Entwicklung von Raumstationen für eine dauerhafte menschliche Präsenz im Weltraum.
Dabei wurden zwei unterschiedliche Raumstationsreihen entwickelt, eine zivile (Saljut oder DOS) und eine militärische (Almaz) als Gegenstück zum amerikanischen MOL (Manned Orbiting Laboratory) Programm der US Air Force. Erfolgreich gestartete Raumstationen beider Baureihen trugen den einheitlichen Namen Saljut.
Die Stationen der Reihe Saljut trugen dabei wesentlich zur Erforschung der Technologie bei, die für einen langfristigen Weltraumaufenthalt nötig sind. Die letzten beiden Saljut-Stationen (6 und 7) bestanden aus drei zylindrischen Sektionen. Die Bugsektion hat einen Durchmesser von ungefähr 2 m und war mit einem angesetzten Kopplungsstutzen ausgestattet. Die mittlere Sektion (circa 3 m Durchmesser) und die Hecksektion (4,15 m Durchmesser und 4 m lang) stand den Raumfahrern als Lebensraum und für wissenschaftliche und technische Geräte zur Verfügung. An der Hecksektion waren außerdem ein Triebwerk für Bahnmanöver und ein weiterer Kopplungsstutzen angebracht. Weiterhin waren an der mittleren Sektion drei größere Solarpaneele angebracht. Die Gesamtlänge der Stationen betrug etwa 15 m, die Masse rund 20 t. Für ihren Start wurde eine Proton-Trägerrakete eingesetzt.
Dadurch wurde das Andocken des Versorgungsraumschiffes vom Typ Progress möglich, das sowohl Lebensmittel als auch über separate Tanks, Sauerstoff und Treibstoff in die Station brachte und Müll der an Bord lebenden Kosmonauten aufnahm, der beim Wiedereintritt des Versorgungsraumschiffes in die Erdatmosphäre verglühte.
Daher hatte sie eine längere Nutzungsdauer und blieb fast 5 Jahre im All, bis sie am 29. Juli 1982 verglühte. Insgesamt besuchten 16 Mannschaften Saljut 6. Mit ihr begann das Interkosmos-Programm, bei dem Kosmonauten aus befreundeten Nationen einen Weltraumaufenthalt bekamen, darunter der erste Deutsche im Weltall, Sigmund Jähn, der am 26. August 1978 startete.
Mit dem angedockten Modul Kosmos 1267 (TKS 2) war Saljut 6 die erste modulare Raumstation. Insgesamt war die Station an 685 Tagen besetzt.
siehe auch: Liste der Saljut-6-Expeditionen, Liste bemannter Missionen zur Raumstation Saljut 6
Mit den angedockten Modulen Kosmos 1443 und Kosmos 1686 (TKS 3 und 4) war Saljut 7 wiederum eine modulare Station. Nach dem Start des Zentralmoduls der neuen Raumstation Mir am 19. Februar 1986 wurden Teile der Ausrüstung von Saljut 7 durch einen Besuch von Sojus T-15 zur Mir gebracht. Danach starteten keine weiteren Kosmonauten mehr zu Saljut 7.
Am 5. Februar 1991 trat die Raumstation in die Erdatmosphäre ein und verglühte.
Siehe auch: Russische Raumfahrtbehörde, Liste bemannter Missionen zur Raumstation Saljut 7
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