| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen fehlt.jpg | Karte fehlt |
| Basisdaten | |
| Region: | Franche-Comté |
| Département: | Jura |
| Arrondissement | Lons-le-Saunier |
| Stadtgliederung: | |
| Fläche: | 24,68 km² |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 350 m ü. NN |
| Einwohner: | 3.300 |
| Bevölkerungsdichte: | 135 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 39110 |
| Vorwahl: | (03) |
| Kfz-Kennzeichen: | 39 |
| UN/LOCODE: | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Place des Salines 39110 Salins les Bains |
| Offizielle Website: | www.salins-les-bains.com |
| E-Mail-Adresse: | contact@salins-les-bains.com |
Die Stadt selbst weist aufgrund dieser Topographie ein langgezogenes Siedlungsbild auf. Während die Hauptstraße in etwa 350 m Höhe über NN verläuft, steigen im Osten und Westen steile Berge auf, die von den Festungen Fort Saint-André im Westen (584 m) und Fort Belin im Osten (604 m) beherrscht werden. Im Norden türmt sich der Mont Poupet mit 853 m Höhe auf. Unter der Stadt entspringen zahlreiche salzhalige Quellen.
Salins-les-Bains liegt an einer strategisch besonderen Stelle: Die Verbindung Paris-Burgund-Lausanne, hier die D 472, tritt in das Jura-Gebirge ein, und muss das enge Tal und somit das Stadtgebiet durchqueren. Etwa 7km westlich verläuft die N83, die Lyon mit Strasbourg verbindet. Salins hat keinen eigenen Bahnhof mehr und wird durch eine SNCF-Buslinie erschlossen. Jedoch befindet sich in 8 km Entfernung der Bahnhof von Mouchard, der auch vom TGV angefahren wird. Paris ist von dort in 2 Stunden erreichbar.
Schon in keltischer Zeit war das Stadtgebiet besiedelt. Auf dem Berg des Fort Saint-André befanden sich Befestigungsanlagen, ebenso wie auf dem westlich davon gelegenen Berg, der heute noch den Namen Chateau trägt. Anstelle der Festung Fort Belin ist ein keltisches Heiligtum anzunehmen. Die Bewohner der Ansiedlung lebten vom Handel mit dem inneren Gallien und Italien, sowie den Einnahmen aus der Salzproduktion. Eine hohe Bevölkerungszahl ist wahrscheinlich, einige Forscher sehen in Salins das von Caesar beschriebene gallische Oppidum Alesia, in dem die gallische Truppen durch die Römer vernichtend geschlagen wurden. Danach wurde die Gegend Teil des römischen Imperiums und der Provinz Germania Superior mit der Hauptstadt Mainz zugeordnet. Weitaus wichtiger als die weit entfernte Provinzhauptstadt war aber die nahe gelegene Metropole Vesontio, das heutige Besançon. Unter der römischen Herrschaft wurde die Ausbeutung der salzhaltigen Quellen fortgesetzt.
Salins39 historisch.JPGAus den ersten Jahrhunderten nach Christus gibt es keine Nachrichten über die Stadt, doch es ist eine kontinuierliche, einfachere Weiterbesiedlung wahrscheinlich. Im Jahr 523 taucht diese Ansiedlung dann erstmals als Salinarum in Quellen auf, womit auch die Salzindustrie zum ersten Male urkundlich auftaucht. Um das Jahr 1000 hat die Stadt zwei Besitzer: Der Nordteil der Stadt gehört dem Grafen von Burgund, der Südteil gehört dem Sire de Salins. Im 13. Jahrhundert gelangte einer dieser Herren, nämlich Jean de Chalon der Ältere zu großer Macht innerhalb Burgunds. Verdankten andere Adlige dieser Zeit ihre Einkünfte nur ihrem Besitz an Ackerland, konnte er auf die Einnahmen aus den Salzquellen aufbauen, womit er eine finanzielle Ausnahmesituation erreichte. Dank seines politischen Geschicks konnte er Lehnsmänner gewinnen und die Gunst der Bischöfe, Soldaten und Bürger erkaufen. 1249 gewährte er der Stadt Salins weitgehende Freiheiten. Die Befestigungen wurden verstärkt, Burgen zum Schutz der Saline errichtet und Kirchen gebaut.Mönche ließen sich nieder und gründeten Klöster und Hospitäler. Salins wurde wirtschaftlicher Mittelpunkt der Franche-Comté, mit 5.700 Einwohnern im 17. Jahrhundert zweitgrößter Ort des Landes. Damit konnte sogar die damalige Hauptstadt Dole übertroffen werden.
Diese Blüte dauerte bis zur Annexion der Franche-Comté durch das Königreich Frankreich im Jahr 1674. Ein letzter Aufstand unter Lacuzon gegen die Franzosen wurde in Salins niedergeworfen. Die Stadt büßte ihre führende Stellung ein, da nun Besançon Hauptstadt der zentralisierten Provinz wurde. Salins behielt jedoch seine Salzindustrie, die modernisiert und ausgebaut wurde. So errichtete der Architekt Claude-Nicolas Ledoux eine weitere Salinenanlage im Wald von Chaux, 30 Kilometer von Salins entfernt, die mit der Sole aus Salins betrieben wurde. Diese Produktionsstätten wurden außerdem durch neue Festungsanlagen geschützt, in denen man auch eine Garnison stationierte. Die Stadt erhielt den Titel "Place de guerre". Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung stieg die Einwohnerzahl bis 1789 auf über 8.000 Menschen.
Mit der in diesem Jahr ausbrechenden Revolution begann der wirtschaftliche Niedergang Salins. Zwar nahm die Stadt aktiv an der Revolution teil, so dass die Nationalversammlung in Paris am 18.August 1792 die Stadt für ihre Verdienste auszeichnete. Bei der Einführung der neuen Departements erhielt jedoch das südlich gelegene, damals kleinere Lons-le-Saunier den Status der Hauptstadt. Das zu abseits im neuen Département Jura gelegene Salins wurde nur Sitz eines Kantons. 1825 traf ein weiterer Schlag die Stadt: Der gesamte Südteil brannte ab, der Wiederaufbau dauerte lange Jahre. Auch machte sich jetzt bereits deutlich bemerkbar, dass die Salzindustrie weniger Gewinne abwarf, da man andernorts kostengünstiger produzieren konnte. Wie in anderen Salzstädten versuchten die Stadtväter, die heilenden Eigenschaften der Sole zu vermarkten. Salins wurde zur Kurstadt ausgebaut. 1857 wurde dieser neue Status durch den Anschluss an das Eisenbahnnetz mit direkten Verbindungen nach Paris verbessert. Angehörige der kaiserlichen Familie förderten die Stadt, so dass ein elegantes und mondänes Kurbad mit Hotels, Promenaden und Casino entstand. Mit dem Deutsch-Französischen Krieg, in dem Salins von preußischen Truppen besetzt wurde, endete jedoch das französische Kaiserreich, der Abstieg des Ortes begann nun endgültig.
1962 wurde die Saline geschlossen, die Kurgäste blieben langsam aus. Somit fiel die Einwohnerzahl bis heute auf etwas über 3.000 Menschen.
Salins39 nordstadt.JPGSalins39 suedstadt.JPGÜber die Gestalt der antiken Ansiedlungen können wenige Aussagen gemacht werden, sicher ist jedoch die Stadtstruktur im Mittelalter.Bedingt durch die Topographie entwickelte sich die Stadt Salins zu einer Bandstadt, die sich im engen Tal zwischen den schwer zu begehenden, steilen Hängen der umliegenden entlang entwickelte. Mehrere Siedlungskerne sind die Folge, die unterschiedliche Besitzer hatten. Der nördliche Stadtteil wird als Bourg-Dessous bezeichnet und gehörte ursprünglich dem Grafen von Burgund. Mittelpunkt des Stadtteils ist die Kirche Saint Maurice. Der südliche Stadtteil heißt Bourg-Dessus, ehemals Eigentum der Herren von Salins. Dieser Stadtteil wird beherrscht von der Kirche Saint-Anatoile. Zwischen diesen beiden Teilen lag die Saline. Sie war eine Stadt in der Stadt, mit eigener Stadtmauer, eigenen Wohngebäuden, eigener Gerichtsbarkeit und Verwaltung und eigener Kirche. Direkt daneben lag ein bürgerlicher freier Stadtteil, wo später die Kuranlagen und das Rathaus errichtet wurden. Hier finden sich die beiden Pfarrkirchen Notre-Dame und Notre-Dame Libératrice.
Durch die zahlreichen Brände und durch die natürlichen Voraussetzungen zeigt sich Salins heute als Stadt aus Stein, die von barocken und vor allem klassizistischen Bürgerhäusern geprägt ist. Die Topographie bewirkte ein System von parallelen Straßen, die sich aufgrund der Höhenunterschiede nur spitzwinklig treffen können. Nördlich und südlich haben sich Vorstädte entwickelt, die Gewerbe, Schulen und moderne Wohnbauten aufnehmen.
Salins war seit 1857 an das französische Eisenbahnnetz angebunden und besaß außerdem eine Schmalspurbahn, die im Stadtgebiet Bahnhof, Saline und andere Gewerbeunternehmen verband. Heute wirkt sich der Autoverkehr im dichten, engen Tal störend auf Athmosspäre und Sauberkeit der Stadt aus.
Im Mittelalter wurde das Salz als „Weißes Gold“ bezeichnet, warfen Salzproduktion und Handel doch enorme Gewinnspannen ab. Die Salzquellen von Salins wurden deshalb schon im 13. Jahrhundert durch unterirdische Stollen erreichbarer gemacht. Dort wurden dann zusätzliche Brunnen gebohrt. Ab dem 18. Jahrhundert konnte das so gewonnene Salzwasser mittels Wasserkraft des Flusses Furieuse nach oben gepumpt werden, vorher wurde dies mit Muskelkraft bewerkstelligt. In den oberirdischen Produktionsstätten kochte man die Sole in riesigen Pfannen ca. 12 - 18 Stunden, bis das Wasser verdampft war und das Salz zum Trocknen zu Ballen geformt werden konnte.
Mit der Zeit wurden jedoch immer bessere und günstigere Produktionsarten als das Salzsieden entwickelt, so dass die Saline von Salins nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben war. Außerdem benötigte man zu Sieden ja den Brennstoff Holz, den die Wälder um Salins nicht mehr liefern konnten. So wurde ein Teil der Produktion schon im 18. Jahrhundert nach Chaux verlegt, wo man einen großen Wald (Forêt de Chaux) ausbeuten konnte. Die Versorgung mit Kohle erwies sich auch als unwirtschaftlich.
Außerdem wurde in Salins die Bank Credit mutuel agricole de France gegründet.
Heute zeigt die Kirche einen kreuzförmigen Grundriss. Das Langschiff weitet sich zum Eingang im Westen hin leicht auf und besitzt 6 Joche. Die Wände wurden in romanischer Ordnung errichtet und weisen zahlreiche Ähnlichkeiten mit anderen burgundischen und zisterziensischen Kirchen auf. Das Langschiff wird von Seitenschiff begleitet. Fünf Kapellen umringen den Kern der Kirche. Die Holztüre stammt noch von 1516.
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