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Eine Saline ist eine Anlage bzw. ein Betrieb zur Gewinnung von Salz. Dabei wird das gewonnene Kochsalz als Sudsalz bzw. Siedesalz bezeichnet. Die Gebäude zur Gewinnung von Sudsalz werden manchmal auch als Sudhäuser bzw. Siedehäuser bezeichnet. Die Bezeichnungen können regional unterschiedlich sein.

Wir kennen Anlagen

  1. am Meer, die das Salz durch natürliches Verdunsten von Meerwasser erzeugen (geplante oder natürliche Salzgärten).
  2. die Salz aus Sole durch Verdampfen des Wassers in Pfannen - diese waren im Besitz der Pfänner - produzierten.

Zur Gewinnung der Sole wird in vielen Salinen Wasser durch die unterirdischen Salzlagerstätten gepumpt, das das Salz herauslöst (z.B. Schweizer Rheinsalinen).

Nicht als Saline bezeichnet werden Entsalzungsanlagen für Meerwasser, in denen das Salz als Nebenprodukt anfällt, sowie Salzbergwerke, in denen das Salz im Bergbauverfahren gewonnen wird.

Bei der Gewinnung von Salz aus Sole nutzte man früher aus ökonomischen Gründen die natürliche Verdunstung und Reinigung über Gradierwerke (diese werden oft fälschlicherweise als Salinen bezeichnet).

Geschichte


Salinen_Marsala_Trapani_Sizilien.jpg und Trapani (Sizilien)]] Zurzach saline.jpg (Schweiz)]] Schwäbisch_Hall_Salzsieden.JPG | Bad Sülze Salinenreste.jpg]] Bereits in der Jungsteinzeit und Bronzezeit wurde im heutigen Sachsen-Anhalt aus Solequellen Salz gewonnen. In der Eisenzeit (Hallstattzeit und La-Tène-Zeit) bestanden Salinen an zahlreichen Solequellen und an den Küsten. Wichtigste Standorte in Deutschland waren: Halle (Saale), Bad Nauheim, Schwäbisch Hall, Werl (Westfalen). Diese Salinen arbeiteten mit Siedegefäßen aus Keramik, die in den Siedeöfen auf kleine Säulen aus Ton gestellt wurden. Die Reste dieser Öfen und Siedegefäße werden von den Archäologen als "Briquetage" bezeichnet. Noch bis unsere Zeit hinein nutzten afrikanische Stämme diese Form der Salzgewinnung. Das Sieden von Sole in Pfannen aus Blei oder Eisen wurde erst in römischer Zeit in Europa eingeführt.

Die ersten deutschen Salinenstädte waren Werl (850), Lüneburg (956), Schwäbisch Hall (1037) und Reichenhall (1163). Auch die Salinen von Einbeck und Halle (Saale) waren seit dem 10. Jahrhundert in Betrieb. In der Regel waren die Solquellen Eigentum der Landesherrn, der Siedebetrieb dagegen war an Pfänner verpachtet, die das Salz gewerbsmäßig herstellten und in Kooperation vertrieben.

In der Stadt Werl hatten alleinig die sog. Erbsälzer das vom Landesherrn verbriefte Recht der Salzgewinnung (siehe auch Salzregal) und des Verkaufs des Salzes bis in das 19. Jahrhundert hinein. Sie kamen zu Reichtum und erhielten im Jahre 1708 vom Kaiser die Reichsadelsstandsanerkennung aufgrund einer Urkunde von 1432.

Das Salz wurde in großen Pfannen aus Blei oder Eisenblech eingedampft. Während des Siedens setzte man unterschiedliche Flüssigkeiten wie Blut, Eiweiß oder Bier zu, um die Verunreinigungen zum Ausschäumen zu bringen. Der hohe Verbrauch an Brennmaterial hat beispielsweise in den Salinen von Lüneburg, die von 956 bis 1980 in Betrieb waren, zum Entstehen einer eigentümlichen Landschaft geführt, der Lüneburger Heide ohne jegliche große Waldgebiete.

Ab dem 16. Jahrhundert erhöhte man vor dem Sieden den Salzgehalt der Sole durch Gradieren, das heißt, man ließ die Sole über Stroh oder Dornengestrüpp (in der Regel Schwarzdorn) rieseln. Dabei verdunstet ein Teil des Wassers und der Salzgehalt in der Sole erhöht sich. Als positiver Nebeneffekt ist auch eine Reinigung der Sole von Kalk, Gips und anderen Stoffen zu nennen. Diese blieben im Gestrüpp des Gradierwerks hängen und bilden den grau-braunen Dornstein aus.

Die Einrichtungen erforderten aber ebenso wie die Pumpanlagen und die immer größer werdenden Siedeeinrichtungen einen hohen Kapitalaufwand, der von den Pfännern um so weniger aufgebracht werden konnte, als in vielen Fällen der Landesherr über Steuern den Hauptgewinn aus der Salzproduktion erhielt.

So erfolgte die Salzproduktion an einigen Standorten immer mehr in staatlichen Monopolunternehmen (zum Beispiel Königliche Saline in Arc-et-Senans), die im 18. Jahrhundert wesentliche Merkmale der Fabrik ausbildeten. Die Pfänner wurden Lohnarbeiter, die Obrigkeit fungierte als Kapitalist.

Die Saline Werl stellte ihren Betrieb noch vor dem 1. Weltkrieg ein, da aufgrund von Täufungsarbeiten für den Steinkohlenbergbau im benachbarten Hamm die Salzquellen zu wenig Sole zu Tage brachten.

Siehe auch


Weblinks


Literatur


  • Emons, Hans-Heinz und Walter, Hans-Henning: Mit dem Salz durch die Jahrtausende, Geschichte des weißen Goldes von der Urzeit bis zur Gegenwart. VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig, 1984
  • Emons, Hans-Heinz und Walter, Hans-Henning: Alte Salinen in Mitteleuropa, Zur Geschichte der Salzerzeugung vom Mittelalter bis zur Gegenwart. VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig, 1988
  • Klocke, Friedrich v.: Das Patriziatsproblem und die Werler Erbsälzer. Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung, Münster, 1965
  • Leidinger, W.: Frühe Salzgewinnung in Werl, Kreis Soest, Westfalen. S. 269-274. Archäologisches Korrespondenzblatt (Mainz) 13, 1983
  • Treml, Manfred u.a. (Hrsg.): Salz-Macht-Geschichte. Ausstellungskatalog Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg, 1995
  • Bergier, Jean-Francois: Die Geschichte vom Salz. Frankfurt, 1989
  • Kurlansky, Mark: Salt. A World History. London, 2002
  • Journal of Salt History / Annales d'Histoire du Sel / Jahrbuch für Salzgeschichte. Review of the International Commission for the History of Salt (CIHS), Vol. 1 ff. Hall in Tirol: Berenkamp, 1993 ff.
  • Hellmuth, Thomas / Hiebl, Ewald (Hg.): Kulturgeschichte des Salzes - 18. bis 20. Jahrhundert. Wien: Verlag für Geschichte und Politik; München: Oldenbourg, 2001
  • Simon, Theo: Salz und Salzgewinnung im nördlichen Baden-Württemberg. Geologie - Technik - Geschichte. Sigmaringen: Thorbecke, 1995
  • Birkhäuser, Kaspar / Hauber, Lukas / Jedelhauser, Anton: 150 Jahre Saline Schweizerhalle 1837 bis 1987. Liestal: Verlag des Kantons Basel-Landschaft, 1987

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