Eine Saline ist eine Anlage bzw. ein Betrieb zur Gewinnung von Salz. Dabei wird das gewonnene Kochsalz als Sudsalz bzw. Siedesalz bezeichnet. Die Gebäude zur Gewinnung von Sudsalz werden manchmal auch als Sudhäuser bzw. Siedehäuser bezeichnet. Die Bezeichnungen können regional unterschiedlich sein.
Wir kennen Anlagen
Zur Gewinnung der Sole wird in vielen Salinen Wasser durch die unterirdischen Salzlagerstätten gepumpt, das das Salz herauslöst (z.B. Schweizer Rheinsalinen).
Nicht als Saline bezeichnet werden Entsalzungsanlagen für Meerwasser, in denen das Salz als Nebenprodukt anfällt, sowie Salzbergwerke, in denen das Salz im Bergbauverfahren gewonnen wird.
Bei der Gewinnung von Salz aus Sole nutzte man früher aus ökonomischen Gründen die natürliche Verdunstung und Reinigung über Gradierwerke (diese werden oft fälschlicherweise als Salinen bezeichnet).
Die ersten deutschen Salinenstädte waren Werl (850), Lüneburg (956), Schwäbisch Hall (1037) und Reichenhall (1163). Auch die Salinen von Einbeck und Halle (Saale) waren seit dem 10. Jahrhundert in Betrieb. In der Regel waren die Solquellen Eigentum der Landesherrn, der Siedebetrieb dagegen war an Pfänner verpachtet, die das Salz gewerbsmäßig herstellten und in Kooperation vertrieben.
In der Stadt Werl hatten alleinig die sog. Erbsälzer das vom Landesherrn verbriefte Recht der Salzgewinnung (siehe auch Salzregal) und des Verkaufs des Salzes bis in das 19. Jahrhundert hinein. Sie kamen zu Reichtum und erhielten im Jahre 1708 vom Kaiser die Reichsadelsstandsanerkennung aufgrund einer Urkunde von 1432.
Das Salz wurde in großen Pfannen aus Blei oder Eisenblech eingedampft. Während des Siedens setzte man unterschiedliche Flüssigkeiten wie Blut, Eiweiß oder Bier zu, um die Verunreinigungen zum Ausschäumen zu bringen. Der hohe Verbrauch an Brennmaterial hat beispielsweise in den Salinen von Lüneburg, die von 956 bis 1980 in Betrieb waren, zum Entstehen einer eigentümlichen Landschaft geführt, der Lüneburger Heide ohne jegliche große Waldgebiete.
Ab dem 16. Jahrhundert erhöhte man vor dem Sieden den Salzgehalt der Sole durch Gradieren, das heißt, man ließ die Sole über Stroh oder Dornengestrüpp (in der Regel Schwarzdorn) rieseln. Dabei verdunstet ein Teil des Wassers und der Salzgehalt in der Sole erhöht sich. Als positiver Nebeneffekt ist auch eine Reinigung der Sole von Kalk, Gips und anderen Stoffen zu nennen. Diese blieben im Gestrüpp des Gradierwerks hängen und bilden den grau-braunen Dornstein aus.
Die Einrichtungen erforderten aber ebenso wie die Pumpanlagen und die immer größer werdenden Siedeeinrichtungen einen hohen Kapitalaufwand, der von den Pfännern um so weniger aufgebracht werden konnte, als in vielen Fällen der Landesherr über Steuern den Hauptgewinn aus der Salzproduktion erhielt.
So erfolgte die Salzproduktion an einigen Standorten immer mehr in staatlichen Monopolunternehmen (zum Beispiel Königliche Saline in Arc-et-Senans), die im 18. Jahrhundert wesentliche Merkmale der Fabrik ausbildeten. Die Pfänner wurden Lohnarbeiter, die Obrigkeit fungierte als Kapitalist.
Die Saline Werl stellte ihren Betrieb noch vor dem 1. Weltkrieg ein, da aufgrund von Täufungsarbeiten für den Steinkohlenbergbau im benachbarten Hamm die Salzquellen zu wenig Sole zu Tage brachten.
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