Salenstein ist eine Gemeinde im Bezirk Steckborn des Kantons Thurgau in der Schweiz. Es liegt am Südufer des Untersees gegenüber der Insel Reichenau und besteht aus den Dörfern Salenstein, Mannenbach und Fruthwilen.
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Geschichte
In Salenstein finden sich drei Grabhügel aus der älteren
Eisenzeit. Die erste Erwähnung des Namens „Salenstein“ stammt aus dem Jahr
1092. Seit jeher gehörten die wichtigsten Grund- und Herrschaftsrechte dem
Kloster Reichenau. Erst
1798 wurde das reichenauische Niedergericht aufgehoben und durch ein Distriktsgericht helvetischer Einheitsordnung ersetzt.
1816 erfolgte der Zusammenschluss der drei Ortsgemeinden Salenstein,
Mannenbach und
Fruthwilen zur Munizipalgemeinde Salenstein.
1979 entstand daraus die Einheitsgemeinde Salenstein.
Schlösser in Salenstein
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Auf dem Gemeindegebiet gibt es heute noch fünf Schlösser. Das sechste, die Sandeck, brannte
1833 ab. Die übrigen Schlösser sind Salenstein,
Arenenberg und Eugensberg sowie Schloss Louisenberg im Ortsteil
Mannenbach und Schloss Hubberg im Ortsteil
Fruthwilen.
Schloss Salenstein
Die Entstehung des Schlosses ist im elften Jahrhundert anzusiedeln.
1092 wurden die Herren von Salenstein erstmals urkundlich erwähnt als Ministerialen der Abtei Reichenau. Wie die Abtei Reichenau verarmten sie in den folgenden Jahrhunderten und mussten Salenstein
1375 verkaufen. Salenstein ging in den nächsten siebenhundert Jahren durch viele Hände. Das Schloss wurde dauernd um- und ausgebaut.
1869 kaufte es Baron Alexander von Herder, Enkel von
Johann Gottfried Herder. Er renovierte das Schloss im Stil der englischen Neugotik. Seit
1979 ist das Schloss in Besitz der Winterthurer „Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte“.
Schloss Eugensberg
Zwischen
1819 und
1821 wurde das Schloss von Prinz
Eugène de Beauharnais, Stiefsohn Napoleon Bonapartes und ehemaliger Vizekönig von Italien erbaut. Seine Schwester
Hortense hatte zwei Jahre zuvor das benachbarte
Schloss Arenenberg gekauft. Eugène verstarb schon
1824 und vermachte das Schloss seiner Tochter Eugénie. Sie heiratete 1821 den späteren Fürsten
Friedrich Wilhelm von Hohenzollern-Hechingen und lebte zur Sommerzeit weiter auf Schloss Eugensberg, pflegte Kontakt zu ihrer Tante Hortense und natürlich auch zu ihrem Vetter
Louis Napoleon, dem späteren Napoleon III.
Von 1857 bis 1912 gehörte das Schloss Gräfin Amalie von Reichenbach-Lessonitz, sie hatte öfters den Schriftsteller Joseph Victor von Scheffel auf Eugensberg zu Gast. Nach dem Tod der Gräfin verkaufte ihre Tochter Pauline das Schloss an Hippolyt Saurer-Hegner aus Arbon. Der Grossindustrielle nahm grössere bauliche Veränderungen vor. Nach seinem Tod 1936 überliess seine Witwe das Haus der „Hippolyt-Saurer-Stiftung Schloss Eugensberg“ war das Schloss ab 1939 einige Jahre als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich, ist aber seit 1944 wieder in wechselndem Privatbesitz.
Schloss Sandegg
Nach Quellen aus dem
15. Jahrhundert soll bereits im
8. Jahrhundert auf der Sandegg ein
Alemanne mit dem Namen
Sintlaz gewohnt haben. Urkundlich nachgewiesen ist die Sandegg seit der Mitte des
13. Jahrhunderts im Besitz des
Klosters Reichenau. Nach
1272 war das Schloss der bevorzugte Aufenthaltsort von Abt Albrecht, dessen Kloster nach dem Brand von
1235 immer noch in Trümmern lag. Ab
1350 musste das verarmte Kloster die Sandegg verpfänden, es begann eine Zeit steten Inhaberwechsels.
1671 kauften es die Jesuiten von Konstanz,
1693 das
Kloster Muri im
Kanton Aargau. Dessen Abt Plazidus Zurlauben baute das Schloss zu einer schönen Anlage aus. Anfangs des
19. Jahrhunderts war das Schloss wieder baufällig und wurde schliesslich vom Zürcher Bankier
Konrad Hottinger gekauft, der es einer eingehenden Renovation unterzog. Als man den Ofen des Schlosses besonderst stark einheizte, um die neuen Farben zu trocknen, brannte das Gebäude am
3. September 1833 vollständig nieder.
Schloss Arenenberg
siehe
Schloss Arenenberg
Schloss Louisenberg
siehe
Mannenbach
Schloss Hubberg
siehe
Fruthwilen |
ArenenbergSalenstein.JPG
Literatur
- Salenstein - Fruthwilen - Mannenbach. Buch zur 900-Jahr-Feier 1092-1992. Verfasst von Hans Baumgartner. Frauenfeld 1992.
- Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau VI. Der Bezirk Steckborn. Von Peter Erni. Bern 2001.
Weblinks
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