Saladin mit dem Titel (* 1137 oder 1138 in Tikrit; † 3. März oder 4. März 1193 in Damaskus) gründete die kurdisch-stämmige Dynastie der Ayyubiden von Ägypten und Syrien.
Der Name Ṣalāḥ ad-Dīn bedeutet "Redlichkeit der Religion".
Saladin stammte aus einer kurdischen Familie. Sein Vater Ayyūb wurde in Dwin im heutigen Armenien geboren. Obwohl er ursprünglich keine militärische Karriere anstrebte, befahl ihm der Herrscher von Damaskus, Nur ad-Din, 1163, seinen Onkel Schirkuh auf einem Zug nach Ägypten zu begleiten.
Nach der Eroberung Ägyptens und dem Tod seines Onkels 1169 erhielt Saladin den Oberbefehl über Ägypten, zuerst noch als Wesir des letzten Fatimidenkalifen al-Adid. Nach dessen Tod herrschte Saladin allein als Sultan von Ägypten. Saladin stellte die sunnitische Orthodoxie in Ägypten wieder her, überwarf sich aber 1174 mit Nur ad-Din. Nach Nur ad-Dins Tod (noch 1174) ergriff Saladin gegen dessen minderjährigen Erben auch die Herrschaft über Syrien.
Mit der Angliederung von Mossul 1186 und Aleppo 1183 hatte Saladin endlich die Macht, sein größtes Ziel - die Wiedereroberung Jerusalems - zu erreichen. Nach dem entscheidenden Sieg über die Kreuzfahrer in der Schlacht bei Hattin am (4. Juli 1187), eroberte er am 2. Oktober 1187 Jerusalem und beendete damit 88 Jahre christlich-europäischer Herrschaft über die Stadt. Nach der Einnahme Jerusalems soll er die christliche Bevölkerung gegen ein Kopfgeld in die Freiheit entlassen haben. Verwundert darüber, dass die reichen Christenmenschen vorzogen ihren restlichen Reichtum zu erhalten, anstelle die ärmeren Brüder freizukaufen, soll er schließlich auch diejenigen entlassen haben, die das Kopfgeld nicht entrichten konnten. 1188 konnte er Eroberungen in den Kreuzfahrerstaaten von Tripolis und Antiochia verwirklichen. Während des Dritten Kreuzzugs verlor er die wichtige Hafenstadt Akko und erlitt 1191 eine Niederlage gegen Richard Löwenherz bei Arsūf. Danach kam es zum Waffenstillstand zwischen ihm und seinem Gegner für drei Jahre und acht Monate. Saladin starb am 3. März 1193 in Damaskus. Sein Grab befindet sich nördlich der Umayyaden-Moschee.
Ṣalḥ ad-Dīn galt und gilt Muslimen als vorbildhafter sunnitischer Herrscher. Doch wurde seine historische Person oft verklärt und romantisiert.
Trotz seines Kampfes gegen die christlichen Staaten im Heiligen Land hatte er in Europa den Ruf eines edlen Ritters; so existierte im 14. Jahrhundert ein Epos über ihn und Dante platzierte ihn unter die rechtschaffenen heidnischen Seelen im Limbus.
Seine Beziehung zu König Richard I. Löwenherz von England war von gegenseitigem Respekt ebenso wie von militärischer Gegnerschaft geprägt. Als Richard einmal erkrankte, bot Saladin ihm die Dienste seines Leibarztes an und ließ ihm Pfirsiche und Schnee vom Berg Hermon zur Kühlung von Getränken bringen.
Ähnliches ist von seinen diplomatischen Beziehungen zu Friedrich I. Barbarossa überliefert, bei dem er 1173 für seinen Sohn angeblich um die Hand dessen Tochter anhielt, mit der Option, dass jener dann zum christlichen König gekrönt werden möge. Dies dürfte jedoch ein Gerücht sein, das von christlichen Chronisten verbreitet wurde. Die hierfür nach Aachen entsandte ägyptische Delegation weilte ein halbes Jahr an Barbarossas Hof, wo sie vermutlich ein Bündnis gegen Byzanz aushandelte. Nach der Rückeroberung Jerusalems durch Saladin soll Barbarossa diesen in einem Schreiben vom 26. Mai 1188 zu einem ritterlichen Duell am 1. November 1189 in der ägyptischen Ebene Zoan aufgefordert haben. Dieser Brief war jedoch vermutlich eine englische Fälschung. Bekanntermaßen erreichte Barbarossa sein Ziel nicht, und von einer Antwort Saladins ist nichts bekannt (siehe hierzu auch Literaturhinweis).
Die irakische Provinz Salah ad-Din und der Adler Saladins sind nach ihm benannt.
Sultan | Ayyubiden | Kurde | Mann | Person des Islam | Geboren 1137 | Gestorben 1193
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