Saint-Blaise ist eine politische Gemeinde im Distrikt Neuenburg des Kantons Neuenburg in der Schweiz. Der frühere deutsche Name Sankt Blasien wird heute nicht mehr verwendet.
Die Fläche des 8.9 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Uferstreifens am Neuenburgersee im Bereich der Mündung des Ruau. Nach Osten reicht das Gebiet über die Niederung mit dem See Loclat bis auf die Höhe des Plateau de Wavre (470 m ü. M.). Im Norden erstreckt sich die Gemeindefläche über die Roches de Châtollion (671 m ü. M.) und das Tälchen des Ruau bis auf die Antiklinale des Chaumont, dessen Südosthang (La Grande Côte) dicht bewaldet ist. Auf der Höhe des Chaumont wird mit 1140 m ü. M. der höchste Punkt von Saint-Blaise erreicht. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 18 % auf Siedlungen, 54 % auf Wald und Gehölze, 27 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 1 % war unproduktives Land.
Zu Saint-Blaise gehören die Weiler Voëns (584 m ü. M.) und Le Maley (617 m ü. M.), beide in einer Mulde am Südhang des Chaumont, sowie einige Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Saint-Blaise sind Hauterive, Neuenburg, Cressier, Cornaux, Thielle-Wavre und Marin-Epagnier.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1850 | 1056 |
| 1900 | 1650 |
| 1950 | 1859 |
| 1960 | 2412 |
| 1970 | 2586 |
| 1980 | 2788 |
| 1990 | 2930 |
| 2000 | 3117 |
Am 7. November 1859 wurde die Eisenbahnstrecke von Neuenburg nach Le Landeron mit einem Bahnhof in Saint-Blaise eröffnet, dessen westlicher Teil auf dem Gemeindegebiet von Hauterive liegt. Die Einweihung der Linie Neuenburg-Bern erfolgte am 1. Juli 1901. Saint-Blaise wird auch durch das Stadtbusnetz von Neuenburg bedient. Ein Postautokurs verkehrt via Enges nach Lignières. Ferner ist Saint-Blaise während der Sommermonate über das Schiffsverkehrsnetz auf dem Neuenburgersee mit den anderen Seeanstössergemeinden sowie mit dem Murtensee und dem Bielersee verbunden.
Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes erfolgte 1011 unter dem Namen Arins. 1209 erschien der Name Sanctus Blasus, der vorerst nur für den unteren Dorfteil galt, während der obere Teil weiterhin Arens hiess. Saint-Blaise gehörte seit dem 13. Jahrhundert zur Grafschaft Neuenburg und war Teil der Burgvogtei Thielle. Seit 1648 war Neuenburg Fürstentum und ab 1707 durch Personalunion mit dem Königreich Preussen verbunden. 1806 wurde das Gebiet an Napoleon abgetreten und kam 1815 im Zuge des Wiener Kongresses an die Eidgenossenschaft, wobei die Könige von Preussen bis zum Neuenburgerhandel 1857 auch Fürsten von Neuenburg blieben. 1888 wurden die Weiler Voëns und Le Maley, die vorher eine eigene Gemeinde bildeten, mit Saint-Blaise verbunden.
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