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Sagopalme
: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
: Commelinaähnliche (Commelinidae)
: Einkeimblättrige (Liliopsida)
: Palmenartige (Arecales)
: Palmengewächse (Arecaceae)
: Sagopalme
Wissenschaftlicher Name Metroxylon sagu Rottb. Sagopalme (Metroxylon sagu) ist eine Nutzpflanze aus der Familie der Palmengewächse, aus der Palmsago gewonnen wird.

  • en: Sago Palm (wird auch für Cycas revoluta verwendet)
  • syn. Metroxylon laeve Mart.; M. Rumphii (Willd.) Mart.

Botanik


Die Arten der Gattung Metroxylon gehören zu den so genannten Echten Sagopalmen. Sie erreichen ein Alter von ca. 15 Jahre. Junge Sagopalmen wachsen strauchartig und haben dornenreiche Blätter.

Sagopalmen werden bis 12 m hoch und haben einen Stamm mit 150-100 cm Durchmesser. Die teilweise stachelige Rinde ist etwa 6 cm dick. Die nach innen folgende Gefäßbündelschicht umschließt ein bis 80 cm dickes stärkehaltiges Mark, aus dem das Sago gewonnen wird.

Die Sagopalmen sind hapaxanth, d. h. sie blühen nur einmal am Ende ihres Lebens mit einem endständigen armleuchterartigen Blütenstand. Die Rispe trägt zahlreiche Blüten. Werden sie nicht genutzt und damit gefällt bildet die Palme pflaumengroße Früchte.

An der Sproßspitze tragen sie eine Rosette mit 4-6 m langen Fiederblättern mit schenkelstarken Stielen. An der Stammbasis sind ausläuferartige, Schößlinge ausgebildet, die Wurzeln austreiben. Diese Schößlinge dienen der vegetativen Vermehrung.

Neben M. sagu gibt es weitere Sagopalmen, aus denen Stärke gewonnen wird, die jedoch geringere Qualität aufweist:

  • Caryota urens L. (Brennpalme; Ostasien). Die Art hat lokale Bedeutung als Nutzpflanze in Indien und auf Ceylon. Neben Stärke liefert sie auch Zucker und Blattstielfasern.
  • Phoenix acaulis Buchh.-Ham. (Nepalesische Zwergdattelpalme) Wird auch als Zierpflanze genutzt.
  • Arenga pinnata (Wumb.) Merr.), (Zuckerpalme; Ostasien)
  • Roystonea oleracea ((Jacq.) OFCook.) Karibische Königspalme; Mittel- und westl. Südamerika, Brasilien)

Zwei Arten von Palmfarnen, die nicht mit den echten Sagopalmen verwandt sind, werden ebenfalls genutzt:

  • Cycas circinalis L. (Südindien, Ceylon, West-Malaysia, Taiwan, Philippinen)
  • Cycas revoluta Thunb. (Japanischer Palmfarn; Ostasien, Japan)

Standort


Sagopalmen wachsen in sumpfige Gelände, besonders im Küstenbereich und landeinwärts an Flußläufen bis zu 700 m ü. NN. Feuchtwarmes Klima mit gleichmäßig hoher Wärme und Luftfeuchtigkeit sind ebenso kennzeichnend für den Standort wie ihr hoher Lichtbedarf. Sie werden stehen deshalt relativ frei. Plantagen sind selten.

Verbreitung


Die Gattung Metroxylon hat ihre Heimat im indomalayischen Gebiet. Ihr Vorkommen beschränkt sich streng auf die Tropen und erstreckt sich auf einen Gürtel von 10° nördl. und südl. Breite im südostasiatischen Raum.

Inhaltsstoffe


Palmsago enthält 13-16 % Wasser, 80-85 % Stärke, 0,6 % Eiweiß und 0,6 % Fett.

Anbau und Verwendung


Die Ernte von Palmsago beginnt kurz bevor die Bäume blühen. Dabei werden die Palmen gefällt, anschließend entblättert und in Stücke von 1-2 m Länge zerlegt. Spitze und Basis werden verworfen.

Danach spaltet man die Rinde längs auf und hebt sie vom weißen Zentralmark ab. Die Rinde dient anschließend als Unterlage für die Gewinnung des Markes.

In tagelanger Arbeit zerkleinern die Eingeborenen das Mark mit Meißelhämmern zu einem Pulver. Dieses wird dann mit Wasser ausgeknetet. Die Stärke, die in milchiger Flüssigkeit suspendiert, fließt in den kahnartigen Rindenwannen ab und setzt sich als Rohsago der anschließend in Palmenblättern zu Bündeln verpackt und über Feuer getrocknet wird. Das auf diese Art gelagerte Rohsago kann über viele Wochen aufbewahrt werden.

In dieser Form decken die Eingeborenen ihren Eigenbedarf an Stärke, auch wenn deren Anteil am Rohsago nur 50 % beträgt. Der Rest besteht aus Zellwandbestandteilen und wirkt als Ballaststoff bei der Ernährung. Rohsago wird von den Eingeborenen auch als Ware getauscht. Aus einem Palmenstamm können ca. 200 kg Rohsago gewonnen werden.

Für den Export wird der Rohsago mehrfach gewaschen, an der Sonne getrocknet, zerkleinert und zu runden Sagokörnern verarbeitet. In manchen Betrieben streicht man dazu den feuchten Stärketeig durch Siebe bestimmter Porenweite. Die durchtretenden Partikel fallen auf heiße Platten, die sich ständig schaukelnd bewegen und so die Partikel zu rundlichen Körnern rollen und gleichzeitig trocknen.

Im Handel wird zwischen mehreren Sagosorten unterschieden:

  • Palmsago aus Sagopalme
  • Portlandsago aus Tarostärke
  • Tapioka- oder Perlsago aus Stärke von Maniok oder Batate
  • Deutscher Sago oder Kartoffelsago aus Kartoffelstärke.

Sagopalmen dienen auch als Baumaterial. Aus den Blattstielen werden auf manchen Inseln Wände gebaut, mit den Blattwedeln werden Dächer gedeckt, die bis zu 5 Jahre dicht bleiben sollen. Die Samen werden als Knöpfe verwendet.

Volkskunde und Namensherkunft


Der papuanische Name „Sago“ bedeutet so viel wie Brot, denn die Stärke dieser Palmen liefert auf vielen Inseln das Mehl für Brot und Fladen. Marco Polo brachte den ersten Sago im Jahre 1280 nach Europa. Er berichtete von diesen Palmen und ihrer Bedeutung als wichtiger Volksnahrung. Im 16. Jahrhundert brachten die Portugiesen Sago in den Handel. Heute ist Sago vor allem für Singapur ein wichtiger Exportartikel. Der Name "Metroxylon Rumphii" leitet sich her von Georg Eberhard Rumpf gen. Rumphius (1628 - 1702), der in Hanau geboren in niederländischen Diensten unter anderem als Statthalter und Naturforscher wirkte und Metroxylon erstmals botanisch beschrieb.

Literatur


  • Franke, W. (1985): Nutzpflanzenkunde. Stuttgart
  • Heywood, V. H. (1978): Blütenpflanzen der Welt. Basel-Boston-Stuttgart

Siehe auch: Sago

Palmengewächse | Nutzpflanze

Sagoutier | Sagopalm

 

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