| Daten im Jahr 1910 | ||
|---|---|---|
| Landeshauptstadt: | Weimar | |
| Fläche: | 3610 km² | |
| Einwohner: | 417.149 | |
| Bevölkerungsdichte: | 116 Einwohner/km² | |
| Kfz-Kennzeichen: | S | |
| Karte | ||
| SWE.png | ||
Sachsen-Weimar-Eisenach war ein sog. ernestinisches Großherzogtum und von 1918 bis 1920 Freistaat im heutigen Bundesland Thüringen.
Der Weimarer Kreis war im Norden flach und lag im Thüringer Becken, der südliche und der östliche Kreisteil lagen auf der Ilm-Saale-Platte und im Saaletal. Der Eisenacher Kreis war im Norden hügelig (Hörselberge und Hainich), darauf folgte das Hörseltal mit der Stadt Eisenach, südlich dann der Thüringer Wald, dahinter das Tal der Werra, die Kuppenrhön und schließlich ganz im Süden die Rhön. Der Neustädter Kreis liegt im Hügelland mit Höhen zwischen 200 und 400 Metern.
Die wichtigsten Flüsse im Staatsgebiet waren die Saale durch Jena im Osten, die Werra durch Vacha und an Eisenach vorbei mit ihren Nebenflüssen Felda und Ulster im Westen, die Unstrut in den Enklaven Allstedt und Oldisleben im Norden, die Weiße Elster durch Berga/Elster im äußersten Osten und schließlich die Ilm durch Ilmenau und die Hauptstadt Weimar sowie Apolda in der Mitte. Nach ihr nannte Goethe Weimar auch das "Ilm-Athen".
Die höchsten Erhebungen im Lande waren der Kickelhahn bei Ilmenau (861 Meter ü. NN.), der Ellenbogen in der Rhön (814 Meter ü. NN.), der Ettersberg bei Weimar (477 Meter ü. NN.).
Im Jahre 1895 bestand das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach aus drei Kreisen:
- bgcolor="#FFDEAD" | Kreis | Fläche in km² | Einwohner | Städte | Enklaven |
|---|---|---|---|---|
| Weimar | 1.752,59 | 191.975 | Weimar, Apolda, Jena, Ilmenau, Allstedt, Rastenberg, Buttstädt, Buttelstedt, Neumark, Dornburg, Bürgel, Lobeda, Bad Sulza, Magdala, Bad Berka, Blankenhain, Remda, Kranichfeld und Tannroda | Ilmenau, Bösleben, Klein Kröbitz, Allstedt und Oldisleben |
| Eisenach | 1.214,03 | 95.226 | Eisenach, Creuzburg, Berka/Werra, Ruhla, Vacha, Stadtlengsfeld, Geisa, Ostheim vor der Rhön und Kaltennordheim | Seebach, Ostheim vor der Rhön und Zillbach |
| Neustadt an der Orla | 628,71 | 52.016 | Neustadt, Triptis, Auma, Weida und Berga/Elster | Russdorf, Teichwolframsdorf und Förthen |
Des weiteren waren die Kreise Weimar und Eisenach jeweils in zwei Verwaltungsbezirke unterteilt. Im Falle von Weimar waren dies: Weimar und Apolda, im Falle von Eisenach waren dies Eisenach und Dermbach. Insgesamt lagen 31 Städte und 594 Gemeinden im Großherzogtum.
Die größten Städte waren:
- bgcolor="#FFDEAD" | Stadt | Einwohner 1. Dez. 1910 |
|---|---|
| Jena | 38.487 |
| Eisenach | 38.362 |
| Weimar | 34.582 |
| Apolda | 22.610 |
| Ilmenau | 12.202 |
| Weida | 9.036 |
| Neustadt an der Orla | 7.095 |
Als Herzogin-Mutter übernahm Anna Amalia mit Zustimmung der Kaiserin Maria Theresia und der Unterstützung ihres integren Ministers Freiherr von Fritsch tatkräftig die Regentschaft des Landes Sachsen-Weimar und Eisenach. Als Prinzenerzieher gewann sie den Dichter Christoph Martin Wieland, damals Professor an der Erfurter Universität.
Mit 18 Jahren volljährig, heiratete Carl August die hessische Prinzessin Luise und rief den Dichter Johann Wolfgang Goethe, mit dem ihn bald eine tiefe Freundschaft verband, an seinen Hof. Goethe sorgte für die Berufung Johann Gottfried Herders und Friedrich Schillers. So wuchs, im Hintergrund von Anna Amalia gefördert, der Kreis der Weimarer Klassik, deren Erbe zu hüten, sich die folgenden Regenten zur Aufgabe machten.
Die Hochzeit des Erbprinzen Carl Friedrich mit der russischen Großfürstin Maria Pawlowna 1804 brachte dem Land den Schutz des russischen Zaren Alexander I., den es in den Wirren der napoleonischen Kriege brauchte. Dem Einfluss Alexanders verdankte Carl August auf dem Wiener Kongress 1815 die Erhebung zum Großherzog und mit 1700 km² eine umfangreiche Vergrößerung und Abrundung seines Landes. Das Herzogtum erhielt Teile des Kreises Neustadt a. d. Orla (629 km² Fläche), große Teile der Mainzer Enklave Erfurt und weitere kleine Herrschaften wie zum Beispiel Blankenhain, Kranichfeld und in der Rhön Geisa. National gesinnt und weltoffen zugleich gab der Fürst seinem Land als erstem in Deutschland 1816 eine Verfassung. Studenten der Universität Jena feierten 1817 auf der Wartburg die bevorstehende Gründung der Burschenschaften.
Maria Pawlowna, seit 1828 Großherzogin, leitete das silberne Zeitalter Weimars ein, das mit Namen wie Franz Liszt und Peter Cornelius vor allem der Musik galt. Ihr kunstsinniger Sohn Carl Alexander wirkte im gleichen Sinn. Verheiratet mit der Oranierin Sophie, die seine Pläne unterstützte, ließ er die verfallende Wartburg im damals üblichen Stil eines romantischen Historismus renovieren und von Moritz von Schwind ausmalen. Die Gründung des Bauhauses und der Kunstgewerbeschule wurde von ihm, wenn auch halbherzig, gefördert.
Auf Carl Alexander folgte 1901 sein Enkel Wilhelm Ernst, verheiratet in erster Ehe mit Karoline von Reuß Ältere Linie und in zweiter mit Feodora von Sachsen-Meiningen. Er besaß nicht den Kunstsinn seiner Vorfahren. Am 9. November 1918 verzichtete er auf den Thron. Damit endete die Monarchie im Großherzogtum Sachsen (so amtlich seit 1903). Das Land wurde Freistaat und ging 1920 im neu gegründeten Land Thüringen mit Weimar als Landeshauptstadt auf.
Die Gerichtsbarkeit oblag dem allen thüringischen Staaten gemeinsamen Oberlandesgericht in Jena, dazu den Landgerichten in Weimar und Eisenach. Eingeteilt war das Land in die fünf Verwaltungsbezirke Weimar, Apolda, Eisenach, Dermbach und Neustadt/Orla. Militärisch stellte das Großherzogtum ein Infanterieregiment, das zum 11. preußischen Armeekorps gehörte.
Die Landwirtschaft war bis etwa 1900 der wichtigste Erwerbszweig im Großherzogtum. Insgesamt wurden 56% der Staatsfläche landwirtschaftlich genutzt, darunter vor allem die Kreise Weimar und Neustadt sowie die Enklaven Allstedt und Oldisleben in der Goldenen Aue.
1895 wurden geerntet:
- bgcolor="#FFDEAD" | Sorte | Anbauflächen (km²) | Ertrag (t) |
|---|---|---|
| Weizen | 216 | 27.100 |
| Roggen | 295 | 33.300 |
| Gerste | 276 | 41.900 |
| Hafer | 334 | 39.600 |
| Kartoffeln | 225 | 232.200 |
| Heu | 574 | 192.717 |
| Futterrüben | 92 | 152.400 |
Obst wurde vor allem im Saaletal in der Gegend um Jena und Bürgel angebaut. Nördlich von Jena, zwischen Dornburg und Camburg wurde auch Weinbau betrieben.
Die Viehzucht war ebenfalls hoch entwickelt. 1892 zählte man: 19.121 Pferde, 119.720 Rinder, 113.208 Schafe, 122.974 Schweine, 46.405 Ziegen und 16.999 Bienenstöcke. Wild gab es nur bei Eisenach, bei Zillbach (Rhön) sowie in der Enklave Ilmenau, wo sich am Gabelbach das größte herzogliche Jagdrevier befand. Die Waldungen im Großherzogtum waren etwa zu 50% in staatlichem Besitz (450 km²). Die vorherrschenden Baumarten waren Buchen (im Weimarer Kreis), Kiefern (vor allem im Neustädter Kreis) und Fichten (im Eisenacher Kreis sowie um Ilmenau). Das Landesforstsamt hatte seinen Sitz in Eisenach.
Literatur: Detlef Ignasiak: Regententafeln thüringischer Fürstenhäuser
Thüringer Geschichte | Weltliches Fürstentum | Staat (historisch)
Saxe-Weimar-Eisenach | Grand-duché de Saxe-Weimar-Eisenach | 작센바이마르아이제나흐 | Saksen-Weimar-Eisenach | 萨克森-魏玛-艾森纳赫
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