Das Massaker von Sabra und Schatila, benannt nach den Orten des Geschehens in der Region von Beirut, beschreibt eine Kampfhandlung zwischen den christlichen libanesischen Falange-Milizen und den palästinensischen Kämpfern im Libanon vom 16. bis 18. September 1982 im Rahmen des libanesischen Bürgerkrieges. Hierbei kam es zum Massaker und Genozid an den palästinensischen Bewohnern der Flüchtlingslager Sabra and Shatila.
Am 14. September 1982, wurde der erst drei Wochen zuvor zum Präsidenten gewählte Maronitenführer Baschir Gemayel und viele seiner Begleiter und Kader durch eine Explosion in seinem Hauptquartier ermordet. Die Palästinenser standen im Verdacht, den Mord an ihrem politischen Gegner ausgeführt zu haben. Die Kampfhandlung wird daher als Racheaktion der Christen für den Mord an den Präsidenten Gemayel verstanden. Am folgenden Tag wurden die Lager Sabra und Schatila in Westbeirut von israelischen Truppen umstellt, nach Aussagen von Scharon, um verbleibende Milizen zu entwaffnen.
Nach späteren Erkenntnissen war nicht nur die Militärführung vor Ort genauestens über die Vorgänge in den Lagern informiert, sondern auch die Regierung in Tel Aviv. Es existieren zudem Berichte, wonach von den Israelis Bulldozer zur Verfügung gestellt und die Milizen mit Verpflegung und Munition versorgt wurden. Erst am Morgen des 18. September fand die Kriegshandlung ein Ende. Israelische Stellen gehen von rund 800 militärischen und zivilen Toten aus, nach anderen Schätzungen waren an die 2.000 Personen ermordet worden. Die PLO sprach von 3.300 Ermordeten.
Obwohl es sich bei dem Vorfall primär um einen Konflikt zwischen christlichen Milizen und palästinensischen Arabern handelte, wurde allgemein die israelische Mitverantwortung in den Mittelpunkt der internationalen Empörung gestellt.
Dem damaligen israelischen Verteidigungsminister Ariel Scharon wurde von der israelischen Kahan-Kommission eine politische Mitverantwortung für das Massaker zugewiesen, ohne dass ihm Vorsatz angelastet wurde. Aufgrund einer von der Kommission ausgesprochenen Empfehlung wurden Raful Eitan als Chef des Generalstabes und Scharon als Verteidigungsminister 1983 abgelöst. Scharon wurde allerdings noch im gleichen Jahr Minister ohne Geschäftsbereich. In Belgien wurde zwar 2002 wegen des Massakers zunächst ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eröffnet, die Anklage wurde jedoch wieder verworfen.
Ein Versuch, den unmittelbaren Haupttäter Elie Hobeika zu belangen, wurde weder von Seite arabischer Staaten noch von den Israelis unternommen. Vielmehr bekleidete er nach Ende des Libanesischen Bürgerkrieges acht Jahre lang mehrere Ministerämter in der von Syrien kontrollierten Regierung des Libanons. Anfang 2002 wurde er in Beirut durch eine Autobombe ermordet.
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"Massaker von Sabra und Schatila".
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