Sable island.jpg vom 12. April 1994; Norden = linke untere Bildecke]]
Sable Island ist eine Insel im Atlantik, die zur kanadischen Provinz Neuschottland gehört.
Geographie
Die Insel, die sich etwa 180
km (115
mi) südöstlich vom
Canso am gleichnamigen
Kap an der Halbinsel
Nova Scotia und rund 290 km ost-südöstlich von
Halifax befindet, ist einer der abgelegensten Orte Kanadas. Sie ist knapp 40 km (25 mi) lang, in einem Bogen geschwungen und maximal 1,6 km (1 Meile) breit. Die höchste
Düne ist 40 m hoch.
Ursprünglich wurde die Insel von Franzosen l'île de Sable, d.h. Sandinsel, benannt. Dieser Name wurde ins Englische übernommen.
Geographische Koordinaten der Insel:
Geologie
Die Insel ist
geologisch interessant: Eine Theorie zu ihrer Entstehung geht von einem niedrigeren Meeresspiegel während der letzten
Eiszeit vor 11.000 Jahren aus, eine andere hält es für möglich, dass der Sand durch Gletscher so weit vor die Küste geschoben wurde. Meeresströmungen und Stürme lassen die Dünen wandern; in den letzten paar hundert Jahren wurden Wanderungen von bis zu 44 Kilometern beobachtet.
Geschichte
Die Insel ist als "Friedhof des Atlantiks" berüchtigt, weil seit
1583 über 350
Schiffsbrüche an ihrer Küste viele Seemänner das Leben kostete. Ursache hierfür ist, dass die Insel sehr weit vor der Küste und in der Nähe von Schifffahrtsrouten liegt und zu einem Drittel des Jahres Nebel in diesem Gebiet die Sicht nimmt. Viele dieser
Schiffswracks liegen noch heute an der Küste der Insel.
- 1500er Seit dem 16. Jahrhundert kennen Europäer diese Insel.
- 1565 Der Italiener Giacomo Gastaldi verzeichnet Sable Island auf einer Karte.
- 1598 Der Marquis de La Roche bringt 50 Sträflinge in die Neue Welt, um eine Kolonie zu gründen. Er lässt sie auf Sable Island zurück, um die Küste zu erkunden, kommt aber durch einen Sturm nicht zurück. Fünf Jahre später kann ein Schiff nur noch elf Überlebende retten.
- 1738 Der Bischof von Boston, Andrew Le Mercier sendet Leute und Vieh, darunter Pferde, aus, um zu versuchen die Insel zu besiedeln, was aber scheitert - das Vieh wird von Fischern gestohlen, die Pferde verwildern und pflanzen sich halbwild fort.
- 1801 Die erste Rettungsstation für Schiffbrüchige wird auf der Insel gebaut und bis 1958 betrieben.
- 1873 Zwei Leuchttürme werden an den Inselenden im Osten und Westen gebaut und von zwei Leuchturmwärtern betreut. Wegen Landerosion wird der Westturm 1883, 1888, 1917 und 1951 versetzt.
- 1875 Die Rettungsstation wird mit einer Telefonleitung mit dem Festland verbunden.
- 1958 Der Betrieb der Rettungsstation wird nach elf Jahren ohne Schiffsunglück eingestellt, die Leuchtürme werden automatisiert.
- 1999 Nördlich von Sable Island werden die ersten von 28 Offshore-Bohrplattformen für die Gasförderung aus naheligenden Gasfeldern errichtet.
- 1999 Der bisher letzte Schiffsbruch: Zwei Männer wollten von New York nach Europa über den Atlantik segeln und hatten eine Karte, auf der Sable Island nicht eingezeichnet war. Als sie nachts der Alarm des Tiefenmessers weckte, glaubten sie ihrer Karte und gingen von einer Fehlfunktion aus. Kurz darauf warfen gewaltige Wellen das Boot auf einen nebligen Sandstrand. Ihre totale Verwirrung und Orientierungslosigkeit ist perfekt, als in der Stille aus dem Nebel ein Auto mit texanischem Nummernschild auftaucht, sie beinahe umfährt, ein Mexikaner aussteigt und dies alles, obwohl ihre Karte keine Insel in dieser Region zeigte. Der Mexikaner führte übrigens wissenschaftliche Untersuchungen für eine texanische Firma durch.
Natur
Naturschutz
Die
NGO Sable Island Preservation Trust kümmert sich um Schutz und Erhaltung der Natur dieser Insel.
Tierwelt
Bekannt ist die Insel aber auch bei Nicht-Seefahrern. Pferdeliebhaber kennen die
Sable-Island-Pferde,
halbwilde Pferde mit einer
Population von 250 bis 300 freilebenden Pferden, die Nachkommen von
1738 auf der Insel eingeführten und anschließend verwilderten Pferden sind.
Klima
- 125 Nebeltage im Jahr sind der wesentliche Grund für die vielen Schiffsunglücke.
- Der Golfstrom sorgt für mildes Klima, am wärmsten ist es im August mit durchschnittlich 17 °C und am kältesten im Februar mit -1 °C.
- Der Niederschlag schwankt zwischen 90 und 150 mm monatlich.
Bevölkerung
Seit
1801 ist die Insel durchgängig bewohnt.
1996 gab es nur noch drei ständige Bewohner auf der Insel: Den Aufsichtsbeamten Gerry Forbes sowie einen Techniker der Wetterstation und einen Handwerker, die 1 bis 6 Monate am Stück auf der Insel verbringen.
Wirtschaft
- Sable Island liegt in einem der reichsten Fischfanggründe der Welt, was für kanadische Fischfangrechte relevant ist.
- Nördlich der Insel liegen sechs Gasfelder (Venture, South Venture, Thebaud, North Triumph, Glenelg und Alma) mit ca. 85 Milliarden m3 förderbarem Erdgas. Das Sable Offshore Energy Project begann 1999 mit der Offshore-Erschließung, der Betrieb von bis zu 28 Bohrplattformen ist bis 2025 geplant. Die Wassertiefe der Plattformen beträgt 20 bis 80 m.
Funkstation
Wegen ihrer Abgeschiedenheit und dem beschränkten Zutritt ist die Insel Ziel von
Amateurfunkern, die bei
DXpeditionen eine
Funkstation mit dem seltenen
Funkrufzeichen CY0AA der Insel betreiben.
Literatur
- "Sable Island Journals 1801-1804" Tagebuch des James Rainstorpe Morris erste Regierungsbeamte (government superintendent) der Insel, über das tägliche Leben auf der Insel: Landwirtschaft, Haus- und Bootbau, Sammeln von Treibholz, Sturm, Krankheiten und Tod auf der Insel. Editiert von Rosalee Stilwell herausgegeben vom Sabel Trust 2000, englisch, ISBN 0-9689245-0-6
Film
Moving Sands ist ein 60 minütiges Dokumentardrama von
Scott James über
Sable Island aus Sicht der Inselbewohnerin
Trixie Bouteilliers, die fünfjährig als Tochter des Insel-Aufsichtsbeamten
1885 auf die Insel zog und bis
1912 ihre Kindheit und Jugend, 25 Jahre, auf der Insel verbrachte. Der Film hatte am
13. Oktober 2003 beim
Atlantic Film Festival in Halifax Premiere und wurde
2002 mit Unterstützung des
Sable Island Preservation Trust gedreht.
Weblinks
Insel (Kanada) | Unbewohnte Insel (Kanada)
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