Der Saarpfalz-Kreis ist ein Landkreis im Saarland. Er grenzt im Norden an den Landkreis Neunkirchen und den Landkreis Kusel, im Osten an den rheinland-pfälzischen Landkreis Südwestpfalz und an die kreisfreie Stadt Zweibrücken, im Süden an Frankreich (Département Moselle, benannt nach dem Fluss Mosel) innerhalb der Region Lorraine (Lothringen) und im Westen an den Stadtverband Saarbrücken. Er ist Rechtsnachfolger der früheren Landkreise St. Ingbert und Homburg.
Geografie
Landschaftlich lässt sich der Saarpfalz-Kreis in das
Saar-Nahe Bergland und das
Saarpfälzische Schichtstufenland unterteilen. Charakteristisch für das Saar-Nahe-Bergland, das den nördlichen Teil des Kreises ausfüllt, ist ein durch tief eingeschnittene Täler zerfurchtes Hügelland, im Gegensatz zu dem südlichen Teil des Saarpfalz-Kreises, dem
Bliesgau, der durch das Saarpfälzische Schichtstufenland gekennzeichnet ist. Hier prägen waldfreie große Ebenen das Gebiet, die meist landwirtschaftlich oder auch als naturnahe Streuobstwiesen genutzt werden. Im nördlichen Teil ist genau das Gegenteil der Fall. Am Rande ist noch erwähnenswert, dass nördlich von Homburg noch Ausläufer der westpfälzischen Moorniederung vorhanden sind. Kennzeichnend für dieses Gebiet sind Moor- und Torfbildungen.
Die höchste Erhebung im Kreis ist der Höcher Berg im Nordwesten mit 518 m über Normalnull und darauffolgend der Betzentaler Berg mit 402 m ü. NN in St. Ingbert.
Geschichte
Das Gebiet des heutigen Saarpfalz-Kreises fiel
1816 an das
Königreich Bayern. Hier wurden die beiden Bezirksämter Homburg (Saar) und
St. Ingbert gebildet. Nach dem
Ersten Weltkrieg wurde im Zuge des
Versailler Vertrages das Saargebiet und mit ihm auch das Gebiet des Bezirksamts Sankt Ingbert sowie Teile der Bezirksämter Homburg und
Zweibrücken (ohne die Stadt Zweibrücken) vom Deutschen Reich abgetrennt und
1920 unter
Völkerbundmandat gestellt. Nach dem
Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet Teil des Saarlandes und kam mit diesem
1957 zur
Bundesrepublik Deutschland. Inzwischen waren die beiden Bezirksämter
Sankt Ingbert und
Homburg (Saar) in Landkreise überführt worden. Im Rahmen der Gebiets- und
Kreisreform des Saarlandes 1974 wurde aus beiden Landkreisen der neue
Saar-Pfalz-Kreis gebildet (ohne
Ensheim, das zum Kreis St. Ingbert gehörte, und jetzt zum
Stadtverband Saarbrücken gehört).
1989 wurde die Schreibweise geändert in
Saarpfalz-Kreis. Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Saarpfalz-Kreis noch vier Städte
Homburg (Saar),
Sankt Ingbert,
Bexbach und
Blieskastel sowie drei Gemeinden
Mandelbachtal,
Gersheim und
Kirkel. Größte Stadt des Kreises ist die Kreisstadt
Homburg (Saar), kleinste Gemeinde ist
Gersheim.
Religionen
Im Gegensatz zu
Preußen, das im ganzen Königreich (und damit auch in den heute saarländischen Gebieten der
Rheinprovinz)
1817 die Zwangsuniierung von Lutheranern und Reformierten durchsetzte, setzte das überwiegend katholische
Bayern auf eine freiwillige Union der verschiedenen protestantischen Bekenntnisse. Während sich in den bayerischen Stammlanden die Gemeinden Anfang
1818 in einer Befragung gegen die Union aussprachen, kam es in der bayerischen Pfalz zu einer deutlichen Mehrheit für die Union, die von der Generalsynode beider Bekenntnisse im August 1818 in
Kaiserslautern vollzogen wurde. Die protestantische Bevölkerung des heutigen Kreises (mit Ausnahme des
St. Ingberter Ortsteils Rentrisch, der zur
Evangelischen Kirche im Rheinland gehört) unterstand wie die gesamte
Pfalz seither als
"Vereinigte Protestantische-Evangelische-Christliche Kirche der Pfalz" jedoch weiterhin dem Konsistorium in München und wurde erst
1848 eine selbständige Kirche, die seit
1976 die Bezeichnung
Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) führt.
Die katholische Bevölkerung gehört (im Gegensatz zum Rest des Saarlandes, das zum Bistum Trier zählt) zum Bistum Speyer.
Politik
Ergebnisse der Wahlen am 13. Juni
2004)
- CDU 45,0% (+0,6%) - 17 Sitze (=)
- SPD 33,7% (-6,1%) - 12 Sitze (-4)
- GRÜNE 6,5% (+1,7%) - 2 Sitze (+2)
- Familienpartei 5,9% (+2,4%) - 2 Sitze (+2)
- Andere 8,8% (+1,5%) - kein Sitz (=)
Landräte
Partnerschaften
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Das nördliche Kreisgebiet wird der
Bundesautobahn A 6 (
Mannheim -
Saarbrücken) berührt und von der
A 8 in Ost-West-Richtung durchlaufen. Ferner wird der Landkreis durch Bundes- und Landesstraßen erschlossen. Die wichtigsten Bundesstraßen sind die
B 40 (
St. Ingbert -
Saarbrücken) und die
B 423 (
Altenglan -
Homburg -
Saargemünd).
Das Kreisgebiet wird von verschiedenen Bahnlinien der Deutschen Bahn durchzogen. Die wichtigste ist sicherlich die Fernstrecke Paris - Saarbrücken - Frankfurt (KBS 670), die die Gemeindegebiete St. Ingbert, Kirkel und Homburg berührt. Auf dieser Strecke verkehren unter anderem die Zuggattungen ICE, EC und IC mit Halt in Homburg (Saar). Darüberhinaus werden von der Deutschen Bahn betrieben:
Diese beiden Strecken wurden bereits vor Jahren aufgegeben:
Ortsansässige Unternehmen
Eine stattliche Zahl internationaler Großunternehmen wie
BOSCH, Michelin, Ina,
FESTO und
SAP haben sich im Kreisgebiet angesiedelt, man findet aber auch eine große Zahl erfolgreicher mittelständischer Unternehmen.
Städte und Gemeinden
(Einwohner am 30. September 2005)
Weblinks
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