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Saarlouis
 

Wappen Karte
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Basisdaten
Bundesland: Saarland
Landkreis: Saarlouis
Fläche: 43,27 km²
Einwohner: 38.372 (31. Dezember 2005)
Bevölkerungsdichte: 887 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 66711 - 66740 (früher 6630)
Telefonvorwahl: 06831
Geografische Lage:
Höhe: 181 m ü. NN
Kfz-Kennzeichen: SLS
Gemeindeschlüssel: 10 0 44 115
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Großer Markt 1
66740 Saarlouis
Offizielle Website: www.saarlouis.de
E-Mail-Adresse: Pressestelle Saarlouis
Politik
Oberbürgermeister: Roland Henz (SPD)
Stadtrat:
(Wahl am 13. Juni 2004)
CDU 41,9% (-8,1) - 20 Sitze (-3)
SPD 38,8% (-1,8) - 18 Sitze (-1)
GRÜNE 9,2% (+2,1) - 4 Sitze (+1)
FWG 7,0% (+7,0) - 3 Sitze (+3)
Andere 3,1% (+0,9) - 0 Sitze (=)

Saarlouis * ist eine Stadt im Saarland, Verwaltungssitz des Landkreises Saarlouis und hat rund 38.400 Einwohner. Es ist Verwaltungs-, Schul- und Handelszentrum. Wirtschaftlicher Schwerpunkt ist die Autoindustrie (Ford-Werke). Der Saarhafen wird Saarlouis-Dillingen genannt.

Zur Aussprache


Der Name Saarlouis ist eine deutsch-französische Mischung und bereitet manchem Schwierigkeiten bei der Aussprache. Die richtige Sprechweise ist Saarlui (wie hui; Betonung auf der zweiten Silbe) und nicht etwa Saarluis (das abschließende s wird nicht gesprochen). Die Einwohner der Stadt sind die Saarluier (Schreibweise: Saarlouiser).

Von 1936 bis 1945 trug die Stadt offiziell den Namen Saarlautern. Es handelte sich um eine "Germanisierung" des deutsch-französischen Ortsnamens (eigentlich "Sarre-Louis" zu Ehren des französischen Königs Ludwig XIV.). Das Element "-lautern" wurde in Anlehnung an den heutigen Stadtteil Fraulautern (ehemaliges Kloster "Lautern") gebildet.

Zur Sprache


Entgegen anderer Annahmen wird im Saarland kein Französisch, sondern ein deutscher Dialekt gesprochen. Allerdings ist der lokale Dialekt für Nichtsaarländer stark gewöhnungsbedürftig. Das Saarlouiser Platt gehört zur moselfränkischen Dialektgruppe, die außer dem nördlichen Teil des Saarlandes im wesentlichen Rheinland-Pfalz, Teile Lothringens und ganz Luxemburg abdeckt.

Geschichte


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Mit dem Frieden von Nimwegen 1679 fällt Lothringen an Frankreich. Ein Jahr später, 1680, lässt der französische König Ludwig XIV. (franz. Louis XIV) Saarlouis (ursprünglicher Name: Sarre-Louis) zum Schutz der neuen Ostgrenze errichten. Baumeister Sébastien le Prestre de Vauban legt die Festungsstadt symmetrisch in Sternform mit sechs Bastionen, die zur Aufstellung von Kanonen dienten, an. Die Pläne hierzu stammen von Thomas de Choisy. Wer sich ein Bild davon machen möchte wie Saarlouis früher aussah, dem sei unbedingt ein Besuch in Neubreisach empfohlen, dort wurden die Festungsanlagen kaum verändert. Auch die Proportionen von „Großem Markt“ usw. stimmen recht gut überein.

Im Zusammenhang mit der Errichtung der Stadt entstehen im Umland einige neue Siedlungen, z. B. Beaumarais, Picard, Bourg-Dauphin (heute Neuforweiler) und Felsberg (Steinbrüche).

1683 verleiht Louis XIV der Stadt bei einem Besuch das Stadtwappen mit der aufgehenden Sonne und den drei bourbonischen Lilien. Der Wappenspruch lautet Dissipat Atque Fovet: Sie (die Sonne) zerstreut (die Wolken) und erwärmt (die Erde).

1697 erlangt Lothringen seine Souveränität zurück, Saarlouis bleibt jedoch französische Exklave. Im Zuge der französischen Revolution wird die Stadt in Sarre-Libre umbenannt, was 1810 wieder rückgängig gemacht wird.

1815, im Frieden von Paris, verliert Frankreich das Saargebiet, Saarlouis wird preußisch. Aus dieser Zeit stammt auch die Geschichte vom Soldaten Lacroix. Die Preußen bauten die von den Franzosen errichteten Festungswerke weiter aus und legten unter anderem die Kasematten an, in denen sich heute zahlreiche gemütliche Gaststätten befinden. Nach dem ersten Weltkrieg, 1918, wird die Stadt von Frankreich besetzt. Das Saargebiet kommt unter die Verwaltung des Völkerbundes.

Nach der Volksabstimmung von 1935 wird das Saargebiet deutsch, Saarlouis wird 1936 in Saarlautern umbenannt (bis 1945). Im Zweiten Weltkrieg wird die Stadt zur „Zitadelle Saarlautern“ erklärt. Sie wechselt mehrfach den Besitz zwischen Amerikanern und Deutschen. Vor allem Artilleriebeschuss zerstört große Teile der historischen Innenstadt. Luftangriffe finden ihre Ziele vor allem in Fraulautern und Roden in der Nähe der Bahnanlagen.

Nach dem Krieg ist das Saargebiet unter französischer Besatzung. In der Volksabstimmung von 1955 entscheidet sich das Saarland für den Wiederanschluss an Deutschland.

1980 feierte Saarlouis seinen 300. Geburtstag. Zu diesem Anlass schrieb Alfred Gulden das Theaterstück Saarlouis 300.

Seit etwa 1965 ist Saarlouis, nach dem Abzug der französischen Besatzung, Garnisonsstadt der Bundeswehr. In der Graf Werder-Kaserne liegt die Luftlandebrigade 26.

Festungsanlagen

Saarlouis_1693.jpg Die ehemalige Festung der Stadt bestimmt auch heute noch den sechseckigen Grundriss der Innenstadt. Neben den Bauwerken von Vauban finden sich auch noch einige Anlagen aus dem 19. Jahrhundert, die nach dem Abzug der Franzosen von den Preussen angelegt wurden. Ab 1887 wurde die Festung geschleift, dennoch finden sich im Norden der Innenstadt Wälle und Gräben der Festung. Die Wälle werden heute unter dem Namen Kasematte von der Gastronomie genutzt, während die wassergefüllten Gräben in die städtischen Grünanlagen integriert wurden. Auf der Vauban-Insel, einem ehemaligen Demi-lune befinden sich heute die Denkmäler für Marschall Ney und dem Soldaten Lacroix.

Im Innenstadtbereich befinden sich eine Reihe von ehemaligen Kasernen, die heute als Museum und Einkaufszentrum genutzt werden. Die sogenannte Vauban-Kaserne von 1680 gilt als älteste ihrer Art überhaupt.

Eingemeindungen

Politik


Wappen

Das Wappen ist zweigeteilt: Der Schildhaupt enthält 3 stilisierte goldene Lilien auf blauem Grund; der untere Teil der Wappens wird gebildet durch einen silbernen Hintergrund, auf dem Sich rechts eine strahlende goldene Sonne, links eine blaue längliche Wolke befindet. Das Vollwappen, welches eine majestätische Rundform aufweist, enthält zudem noch ein purpurnes Spruchband mit der goldenen Devise "Dissipat atque fovet" (Sonne "zerstreut und erwärmt" Erde), darüber eine goldene Mauerkrone, aus der zwei goldene Lorbeerzweige mit flatternden blauen Bändern emporwachsen. Unter dem Schild befinden sich zwei grüne Lorbeerzweige mit roten Früchten, die ebenfalls mit einer blauen Schleife zusammengebunden sind.

Das älteste, von Ludwig XIV. von Frankreich im Jahre 1683 verliehene kommunale Wappen im Saarland hat die Verleihung (13. Januar 1937) eines Wappens in der NS-Zeit (in Rot über rotgefugten silbernen Zinnenmauer ein silberner Adler, auf der Brust belegt mit einer roten Raute, darin ein silbernes Hakenkreuz), überstanden, genau wie seine Namensänderungen in Sarrelibre (1793-1804) und Saarlautern (1936-1945). Die Deutung des Wappens hat von den bourbonischen Lilien als Hinweis auf die Gründer der Festungsstadt auszugehen. Die Devise und die Figuren in der unteren Schildhälfte verweisen dabei auf den "Sonnenkönig".

Stadtoberhäupter

Gouverneure:

Oberbürgermeister:

Städtepartnerschaften

Wirtschaft und Infrastruktur


Verkehr

Saarlouis ist über die Bundesautobahnen A 8 (Perl - Bad Reichenhall) und A 620 (nach Saarbrücken) und die Bundesstraßen B 51 (Bremen - Saargemünd), B 269 (Longkamp - Überherrn-Felsberg (Saar)) und B 405 (Thionville - Saarwellingen) gut an das überregionale Straßennetz, nicht nur in Deutschland sondern auch nach Frankreich, Luxemburg und Österreich) angebunden.

Die Stadt liegt außerdem an der Eisenbahnstrecke von Trier nach Saarbrücken. Im Hauptbahnhof Saarlouis halten pro Stunde mehrere Regionalbahnen und Regionalexpresszüge.

Mit dem Saarhafen im Stadtteil Roden verfügt die "heimliche Hauptstadt" der Saar gemeinsam mit der Nachbarstadt Dillingen über den achtgrößten Binnenhafen der Bundesrepublik.

Ortsansässige Unternehmen

Ford betreibt am Ort ein großes Automobilwerk und baut dort den Ford Focus und seit 2004 den Ford Focus C-MAX. Ford ist Arbeitgeber von rund 6.000 Beschäftigten. Pieper Kaufhaus: Kaufhaus mit mehreren Gebäuden in der Innenstadt. Darüber hinaus ist Saarlouis auch Sitz etlicher Unternehmen und Betriebe. So hat DSD-Dillinger Stahlbau seinen Sitz in Saarlouis-Roden und die Schokoladenfabrik "Ludwig" beschäftigt in Saarlouis ebenfalls über 1000 Mitarbeiter. Die Chemiefirma "Meguin" ist über die Grenzen hinaus bekannt. Der Hausgeraetepunkt Saarland repariert bis weit über die Saarländischen Grenzen hinaus. Mit der Kreissparkasse Saarlouis, die aus der Fusion zwischen der alten KSK Saarlouis und der Stadtsparkasse Saarlouis, 1987 entstand, ist die Stadt auch Sitz einer der renommiertesten und größten Sparkassen der Bundesrepublik.

Gerichte

Saarlouis verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichts- und OLG-Bezirk Saarbrücken gehört, sowie über ein Arbeitsgericht. Außerdem befinden sich dort das Saarländische Verwaltungsgericht und Saarländische Oberverwaltungsgericht.

Militär

In Saarlouis sitzt der Brigadestab der Luftlandebrigade 26 sowie die Luftlandepionierkompanie 260 der Bundeswehr. Ferner hat das Verteidigungsbezirkskommando 46 seinen Sitz in Saarlouis. Das Einzugsgebiet des Verteidigungsbezirkskommandos geht bis an den Rhein und umfasst somit ein Gebiet von Saarbrücken bis Mainz und Ludwigshafen.

Feuerwehr

Mit ihrem Gründungsjahr 1811 ist die Freiwillige Feuerwehr Saarlouis die wahrscheinlich älteste Freiwillige Feuerwehr der Bundesrepublik Deutschland. Sie umfasst heute die vier Löschbezirke Innenstadt, Ost, Lisdorf und West und unterhält mit 231 aktiven Mitgliedern (darunter 22 Frauen) ca. 30 Einsatzfahrzeuge. Sie bewältigt ca. 390 Einsätze jährlich.

Zu beachten ist jedoch, dass es evtl. ältere Wehren in Deutschland geben könnte, diese können jedoch ihre Geschichte und ihre Gründung nicht dokumentieren. Die Feuerwehr Saarlouis kann ihren Gründungstag exakt bestimmen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Museen

Sehenswürdigkeiten

  • Großer Markt (ehemaliger Exerzierplatz) mit alter Kommandantur im Stil des Barock aus den Jahren 1680-1683. Er ist mit vier Trinkwasserbrunnen aus dem 19. Jahrhundert an den Platzecken ausgestattet. Der Große Markt dient heute als Park- und nach wie vor als Marktplatz.
  • Ludwigskirche am Großen Markt, ursprünglich im Jahr 1685 gebaut, aber regelmäßig von Katastrophen heimgesucht, wie in einer in der Kirche aushängenden Dokumentation nachzulesen ist. Im 19. Jahrhundert und im 20. Jahrhundert stark umgebaut. Das Kirchenschiff aus dem Jahre 1970 wurde vom Professor Gottfried Böhm entworfen und in Sichtbeton ausgeführt.
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