Saalfeld/Saale ist die Kreisstadt des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen.
Geografie
Ausdehnung des Stadtgebiets
Der Stadtkern von Saalfeld liegt am westlichen Saaleufer. Am niedriger gelegenen östlichen Ufer befinden sich der Bahnhof (der recht groß ist; er ist auch Haltepunkt der
ICEs von
Berlin nach
München) sowie die Industrieanlagen und Neubaugebiete der Stadt.
Nachbargemeinden
Angrenzende Gemeinden sind die Stadt
Rudolstadt und die Gemeinden
Arnsgereuth,
Kamsdorf,
Kaulsdorf,
Saalfelder Höhe und
Unterwellenborn.
Stadtgliederung
Zu Saalfeld gehören die Stadtteile:
- Aue am Berg
- Beulwitz
- Crösten
- Garnsdorf
- Gorndorf
- Graba
- Köditz
- Obernitz
- Remschütz
- Wöhlsdorf
Geschichte
Blankenburger Tor Saalfeld.jpg
Saalfeld wurde im Jahre
899 erstmals urkundlich erwähnt. Als
1071 (andere Angabe: 1074) der
Kölner
Erzbischof Anno II. hier ein
Benediktinerkloster gründete, entwickelte sich der
Ort schnell zum kirchlichen Machtzentrum des östlichen Thüringens. Der erste Abt war
Lampert von Hersfeld. Schon
1180 erhielt Saalfeld das
Stadtrecht. Das Saalfelder Stadtrecht gilt damit als das älteste, das in
deutscher Sprache in Thüringen formuliert wurde.
1363 wurde die
Stadtmauer gebaut, ein erstes
Rathaus gab es
1389.
1572 gelangte Saalfeld an Sachsen-Weimar, 1603 an Sachsen-Altenburg und 1673 an Sachsen-Gotha. Zwischen 1680 und 1735 war die Stadt Residenz der Herzöge von Sachsen-Saalfeld und im folgenden war sie bis 1826 Teil des Herzogtums Sachsen-Coburg-Saalfeld. Von 1826 bis 1918 gehörte die Stadt schließlich zum Herzogtum Sachsen-Meiningen.
Eingemeindungen
Am 6. April 1994 wurde Beulwitz eingemeindet.
Einwohnerentwicklung
Entwicklung der Einwohnerzahl
(ab 1960 31. Dezember):
|
| 1833 bis 1946
1950 bis 1997
1998 bis 2003
- Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik
1 29. Oktober
2 31. August
Politik
Städtepartnerschaften
Saalfeld unterhält
Städtepartnerschaften mit:
Geplante Fusion
Die Städte Saalfeld/Saale,
Rudolstadt und
Bad Blankenburg arbeiten seit 1997 als Städteverbund „Städtedreieck am Saalebogen“ zusammen. Eine Diskussion über einen möglichen festen Zusammenschluss verlief in der Öffentlichkeit schnell im Sande. Auf Verwaltungsebene werden jedoch sinnvolle mögliche Teilkooperationen weiter diskutiert.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Saaltor Saalfeld.jpg
- Hoher Schwarm
- Stadttore
- Innenstadt (Steinerne Chronik Thüringens)
- Johanneskirche
- Park und Villa Bergfried
- Rathaus
- Schlösschen Kitzerstein
- Kulmberghaus (Aussichtspunkt über ganz Saalfeld)
- Stadtmuseum im ehemaligen Franziskanerkloster
- Residenzschloss (Landratsamt)
- Katholische Kirche Corpus Christi
Naturdenkmäler
Bedeutendste Sehenswürdigkeit sind die "Feengrotten" (Tropfsteinhöhle).
- Bohlenwand (Richtung Obernitz)
Sport
Es gibt die Fußballvereine VFL 06 Saalfeld und FC Lokomotive Saalfeld sowie Sportverein 1.SSV Saalfeld.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Der Bahnhof Saalfeld ist Eisenbahnknoten an der Saalbahn mit ICE-Halt und Rangierbahnhof. Weitere Bahnstrecken verlaufen nach Gera, Erfurt, Katzhütte und Blankenstein (Saale).
Produkte aus Saalfeld
- Bier aus der Brauerei Saalfeld
- Schokolade aus dem Thüringer Schokoladewerk
- Feengrottenconfiserie (handgemachte Pralinen und andere Schokoladenprodukte)
Medien
Saalfeld verfügt als eine der wenigen Thüringer Städte über einen Bürgerfernsehsender. Hier können interessierte Bürger ein eigenes Programm gestalten und aussenden. Die erforderliche Technik wird kostenfrei bereitgestellt. Träger des Offenen Kanals ist ein eingetragener Verein.
Bildung
Es gibt in Saalfeld zwei Gymnasien, das Heinrich Böll Gymnasium und das Erasmus Reinhold Gymnasium (welches erst vor kurzem durch einen Beschluss des Landtags vor der Zusammenlegung mit dem Heinrich-Böll-Gymnasium bewahrt wurde).
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- * 1511, 22. Oktober, Erasmus Reinhold, † 19. Februar 1553, Mathematiker und Astronom, einer der ersten Verfechter des kopernikanischen Weltbilds
- * 1517, Casper Pfreund, † 16. Juni 1574, Apotheker und Bürgermeister von Wittenberg
- * 1721, 24. April, Johann Philipp Kirnberger, † 27. Juli 1783 (in Berlin), Komponist.
- * 1887, 4. Mai, Hugo Eberlein, † wahrscheinlich 12. Januar 1944, Politiker, Mitbegründer der KPD
- * 1899, 13. März, Clara Döhring, † 7. Juni 1987, deutsche Politikerin (SPD), MdB
- * 1924, 18. August, Ludwig Engelhardt, Bildhauer, † 21. Januar 2001
- * 1932, 29. Juni, Ror Wolf, Schriftsteller
Weblinks
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