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Saadun Hammadi, fälschlich auch Sadoon H., (geboren 22. Juni 1930 in Kerbela) ist ein irakischer und panarabischer Diplomat und Wirtschaftspolitiker. Unter dem Baath-Regime war er bis 2003 Ölminister, Außenminister, Premierminister bzw. Parlamentspräsident des Irak.

Hammadi ist (bzw. war) wie auch Fuad ar-Rikabi Schiit und gründete zusammen mit diesem 1952 die irakische Sektion der Sozialistischen Arabischen Baath-Partei, Rikabi allerdings verließ die Partei 1959 und gründete 1961 eine Gegenpartei. Weitere Daten aus Hammadis Lebens sind:

  • nach Studium im Libanon und den USA 1957 Wirtschaftsprofessor in Bagdad
  • 1961-62 Vizepräsident der libyschen Nationalbank in Tripolis
  • 1963 irakischer Minister für Bodenreformen. Als solcher wurde er Nachfolger der Kommunistin Naziha Dulaimi, diese hatte zuvor Rikabi verdrängt und war damit 1959 als erste Frau in der gesamten islamischen Welt Ministerin geworden. Hammadi wiederum wurde 1963 bzw. 1964 von Rikabi abgelöst.
  • Nach der (ersten) vorübergehenden Entmachtung der Baath-Partei im Irak Ende 1963 ging Hammadi ins Exil nach Syrien, wo ebenfalls die Baath-Partei an die Macht gelangt war, und war 1964-1965 wirtschaftlicher Berater des syrischen Präsidialrates, 1965-1968 Mitglied der syrischen Wirtschaftsdelegation bei den UN.
  • 1968-1974 Ölminister und wesentlich für die Nationalisierung der Iraqi Petrolium Company
  • 1974-1983 Außenminister, 1975 Frieden mit dem Iran, 1978 Ablehnungsfront gegen Israel und Ägypten, dann aber von Tariq Aziz abgelöst
  • 1983-1990 Parlamentspräsident, (in der irakischen Präsidialrepublik zwar machtlos, formal aber dem Rang eines Premierministers entsprechend), er löste damit den Schiiten Naim Haddad (seit 1980) ab
  • seit 1986 Mitglied des obersten Revolutionären Kommandorates, 1990-1991 Sondergesandter des Präsidenten Saddam Hussein während des Irakisch-Amerikanischen Krieges um Kuwait
  • März bis September 1991 Premierminister, Saddam Hussein gab dieses seit 1968 abgeschaffte und vom Präsidenten in Personalunion ausgeübte Amt an Hammadi ab, um die aufständischen Schiiten zu beschwichtigen
  • Entgegen der von einer kuwaitischen Zeitung gemeldeten Verwicklung in einen Putschversuch und Hinrichtung Hammadis, Berufung zum Präsidialberater im November 1991, neuer Premier wurde Muhammad Hamza az-Zubaidi
  • 1996 Hammadi besiegte bei den Parlamentswahlen im Bagdader Wahlkreis Mansur Udai Hussein, den Sohn des Präsidenten, und wurde erneut Parlamentspräsident (bis zur Flucht nach dem Irak-Krieg 2003)

Trotz seines hohen Alters befand sich Hammadi nach seiner Gefangennahme im Mai 2003 neun Monate lang in Kriegsgefangenschaft bzw. in Haft. Nach seiner Haftentlassung im Februar 2004 reiste er im Mai 2004 zur medizinischen Behandlung nach Deutschland.

Quellen


The International Who´s Who 1988-89, London 1988, S. 607

Mann | Politiker (Irak) | Iraker | Geboren 1930

Sa'dun Hammadi | Saadoun Hammadi

 

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