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SWIFT ist die Abkürzung für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication. Es handelt sich dabei um eine 1973 gegründete, internationale Genossenschaft der Geldinstitute, die ein Telekommunikationsnetz (SWIFT-Netz) für den Nachrichtenaustausch zwischen diesen unterhält. Diese Genossenschaft leitet Finanztransaktionen zwischen Banken, Brokerhäusern, Börsen und anderen Finanzinstituten in einem Volumen von sechs Billionen Dollar (4,8 Billionen Euro) täglich weiter. Swift wickelt den Finanzverkehr von etwa 7800 Geldinstituten in mehr als 200 Ländern ab. Der Sitz ist in La Hulpe, Belgien. In Zoeter Woude, Niederlande und Culpeter, USA befinden sich jeweils ein Operating Center. In jedem Mitgliedsland existieren Konzentratoren.

SWIFT standardisiert den Zahlungsverkehr der Finanzinstitute untereinander. Es sind Message Types (kurz MT) für den Datenaustausch definiert.

SWIFT-Code


Der SWIFT-BIC (BIC ist die Abkürzung für Bank Identifier Code) wird umgangssprachlich auch SWIFT-Code genannt, korrekt wären aber SWIFT-Adresse oder BIC.

Es handelt sich um einen nach ISO 9362 international standardisierten Bankcode, mit dem weltweit jedes direkt oder indirekt teilnehmende Kreditinstitut eindeutig identifiziert werden kann. Er findet weltweit Verwendung bei grenzüberschreitenden Zahlungen und beim internationalen Austausch von Nachrichten zwischen Kreditinstituten. Hierzu gehören:

  • Zahlungen
  • Deckungsanschaffungen aus Wertpapier- und Devisengeschäften
  • Kontoauszüge für gegenseitig unterhaltene Konten zwischen Kreditinstituten
  • Zahlungsavise mit Angabe der Deckungsadressen
  • Avise von Akkreditiveröffnungen

Die Kommunikation findet über ein gesichertes Netz mit bilateral ausgetauschten Schlüsseln statt. Die großen Kreditinstitute unterhalten hierfür meist Standleitungen zu den nationalen SWIFT-Konzentratoren.

Der BIC oder SWIFT-Code hat eine Länge von 8 oder 11 alphanumerischen Zeichen und folgenden Aufbau:

BBBBCCLLbbb

BBBB 4-stelliger Bankcode, vom Geldinstitut frei wählbar (nur Alphazeichen) CC 2-stelliger Ländercode nach ISO 3166-1 (nur Alphazeichen) LL 2-stellige Codierung des Ortes (alphanumerische Zeichen; zweites Zeichen = 1: passiver SWIFT-Teilnehmer) bbb 3-stellige Kennzeichnung der Filiale oder Abteilung (optional, Standard: "XXX", kann weggelassen werden, andere Kennzeichen nicht) (alphanumerische Zeichen)

Unzulänglichkeiten

Da die Online-Banking-Software vieler Banken fehlerhafterweise den 2-stelligen Ländercode CC mit den Anfangsbuchstaben des IBAN-Codes auf Übereinstimmung überprüfen, obwohl dieser nicht unbedingt gleich lautet, sind Überweisungen an Banken mit abweichendem IBAN-Code online häufig nicht möglich. So lautet der SWIFT-Ländercode für Banken auf der englischen Kanalinsel Guernsey GG, der zugehörige Ländercode als Teil des IBAN-Codes lautet jedoch GB für Great-Britain. Ursachen sind nur historisch zu erklärende Ausnahmen (hier für Guernsey) in der ISO 3166-1.

Beispiele

  • Der SWIFT-BIC RBOSGGSX ist der Natwest Offshore Bank auf der Kanal-Insel Guernsey in Großbritannien zugeordnet, deren Konten jedoch die ähnlich der IBAN-Nummer GB45NWBK12345678901234 lauten.
  • Der SWIFT-BIC RZTIAT22263 ist der Raiffeisenbank Kitzbühel (Bankleitzahl: 36263) in Österreich zugeordnet.
  • Der SWIFT-BIC MARKDEFF (oder auch MARKDEFFXXX) ist der Zentrale der Deutschen (DE) Bundesbank (MARK) in Frankfurt am Main (FF) zugeordnet.
  • Der SWIFT-BIC GENODEF1JEV ist der Volksbank Jever zugeordnet. Sie befindet sich im deutschen (DE) Verbund der Genossenschaftsbanken (GENO) und ist passive SWIFT-Teilnehmerin (1), also ohne direkte Verbindung zum SWIFT-System.

Datenaustausch


Die Formate der SWIFT-Nachrichten sind standardisiert und heißen Message Type (kurz MT).

Beispiele:

  • MT103 - Standardnachricht für Kundenzahlungen
  • MT202 - Standardnachricht für Bank-an-Bank-Zahlungen
  • MT940 - Standardisierter Aufbau für Kontoauszüge
  • MT941 - Kontosaldo (aktuell)
  • MT942 - Kontoumsätze (aktuell)
  • MT999 - Freitext

Zur Zeit (2005) erfolgt eine Umstellung des Messageformates nach XML.

Weitergabe vertraulicher Daten an US-amerikanische Behörden


Seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 in den USA übermittelte SWIFT nach eigenen Angaben vertrauliche Daten über Finanztransaktionen an US-amerikanische Behörden. In Presseberichten ist von 20 Millionen übermittelter Bankdaten pro Jahr die Rede. Die US-amerikanische Regierung ist unmittelbar nach den Anschlägen über CIA, FBI, Finanzministerium und US-Notenbank an die SWIFT-Führung herangetreten. Diese folgte der Aufforderung freiwillig. Dabei war das 25-köpfige SWIFT-Direktorium sowie ein Kontrollgremium, dem auch ein Mitglied der Deutschen Bundesbank angehörte, von den Vorgängen informiert. Wie die dpa berichtet, habe SWIFT versucht, eine Genehmigung für die Datenweitergabe zu erhalten, die befragten Zentralbanken hätten darauf jedoch nicht reagiert. In der New York Times, welche die Vorgänge aufdeckte, wird angezweifelt, ob die Vorgehensweise legal war.US-Regierung lässt internationales Finanzdatennetz überwachen, heise online, 23. Juni 2006 So sieht etwa die "Aktion Finanzplatz Schweiz" in der Weitergabe der Daten einen Verstoß gegen das Bankgeheimnis. Die Bush-Regierung rechtfertigt das Vorgehen mit dem Schlagwort vom Krieg gegen den Terror.

Siehe auch


Weblinks


Quellen


Zahlungsverkehr | Abkürzung

Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication | SWIFT | SWIFT | SWIFT-koodi | Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication | Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication | Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication | SWIFT

 

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