Der SV Darmstadt 98 ist der bekannteste Sportverein in Darmstadt. Die Farben des Vereins sind blau-weiß. Neben Fußball werden noch zahlreiche andere Sportarten angeboten.
Die Fußball-Abteilung trägt ihre Heimspiele im Stadion am Böllenfalltor aus. Sie spielt aktuell in der Regionalliga-Süd. Trainer seit Juni 2006 ist Gino Lettieri.
Der SV 98 zählt zu den ältesten Vereinen in der deutschen Fußball-Landschaft und ist der älteste der großen Traditionsvereine im Rhein-Main-Gebiet. Am 22. Mai 1898 als FK Olympia 1898 Darmstadt gegründet, ging nach der Fusion mit dem Darmstädter SC 1905 im Jahr 1919 schließlich der SV Darmstadt 1898 daraus hervor. Aufgrund des Vereinswappens, welches in Anlehnung an das Darmstädter Stadtwappen, eine Lilie ziert, wird der Verein auch die Lilien genannt. Anfang der Fünfziger Jahre stellten sich dann die ersten sportlichen Erfolge ein. Im Jahr 1950 gewann die Mannschaft zum ersten Mal die Hessenmeisterschaft und stieg in die Oberliga Süd auf, der damals höchsten deutschen Spielklasse. Seit 1965 gehörte der SV Darmstadt 98 damit kontinuierlich dem erweiterten Kreis des bezahlten Fußball an.
Mit dem Jahr 1978 begann schließlich die Zeit der bis heute größten Erfolge in der Vereinsgeschichte: Die Mannschaft wurde Meister der zweiten Bundesliga Süd und stieg zum ersten Mal in die Fußball-Bundesliga auf. Spieler wie Bechthold, Lindemann, Drexler, Cestonaro, Westenberger und Weber sind auch heute noch jedem 98er Fan ein Begriff. Nach dem direkten Abstieg in die zweite Bundesliga, folgte nach nur einer Saison der bis heute letzte Aufstieg in das Oberhaus des deutschen Fußballs.
Nach über zehn Jahren Zweitliga-Fußball, wobei neuerliche Aufstiege nur um Haaresbreite verpasst wurden, stieg der Verein 1993 in die Oberliga Hessen ab. Sportliche aber auch wirtschaftliche Gründe waren ausschlaggebend für diesen Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte. Zwar gelang sofort die Qualifikation zur Regionalliga Süd, doch musste die Mannschaft noch zweimal den Weg in die Oberliga antreten (1998 und 2003).
Nach dem direkten Wiederaufstieg unter Trainer Bruno Labbadia lautete die neue Zielvorgabe des Vereins, an die alten Erfolge anzuknüpfen und wieder in den bezahlten Fußball aufzusteigen. Die Saison 2005/06 wurde trotz einiger namenhafter Verpflichtungen nur mit dem 5. Platz abgeschlossen. Allerdings konnte die Mannschaft zum dritten Mal den Hessenpokal gewinnen.
Im Juni 2006 wurde Gino Lettieri als neuer Trainer verpflichtet, sein Vertrag läuft bis 2008.
- bgcolor="#DDDDDD" | Name | Rückennummer | Nationalität | - bgcolor="#EEEEEE" | Tor | - bgcolor="#FFFFFF" | Bastian Becker | 1 | Flag of Germany.svg | - bgcolor="#FFFFFF" | Patrick Gräber | 22 | Flag of Germany.svg | - bgcolor="#FFFFFF" | Thomas Richter | 25 | Flag of Germany.svg | - bgcolor="#EEEEEE" | Abwehr | - bgcolor="#FFFFFF" | Abdoul Salem Thiam | 15 | Flag of Germany.svg | - bgcolor="#FFFFFF" | Nduka Anyanwu | 16 | Flag of Nigeria.svg | - bgcolor="#FFFFFF" | Dennis Grassow | 6 | Flag of Germany.svg | - bgcolor="#FFFFFF" | Richard Hasa | 27 | Flag of Slovakia.svg | - bgcolor="#FFFFFF" | Christian Beisel | 3 | Flag of Germany.svg | - bgcolor="#EEEEEE" | Mittelfeld | - bgcolor="#FFFFFF" | Adrian Mahr | 2 | Flag of Germany.svg | - bgcolor="#FFFFFF" | Benjamin Kern | 4 | Flag of Germany.svg | - bgcolor="#FFFFFF" | Dirk Wolf | 20 | Flag of Germany.svg | - bgcolor="#FFFFFF" | Ivo Ilicevic | 17 | Flag of Croatia.svg | - bgcolor="#FFFFFF" | Manuel Boelstler | 18 | Flag of Germany.svg | - bgcolor="#FFFFFF" | Thomas Ollhoff | 10 | Flag of Germany.svg | - bgcolor="#FFFFFF" | Stefan Leitl | 12 | Flag of Germany.svg | - bgcolor="#FFFFFF" | Dilaver Satilmis | 21 | Flag of Switzerland.svg | - bgcolor="#FFFFFF" | Zivojin Juskic | 8 | Flag of Serbia and Montenegro.svg | - bgcolor="#EEEEEE" | Sturm | - bgcolor="#FFFFFF" | Markus Beierle | 13 | Flag of Germany.svg | - bgcolor="#FFFFFF" | Nazir Saridogan | 7 | Flag of Turkey.svg | - bgcolor="#FFFFFF" | Matías Esteban Cenci | 9 | Flag of Argentina.svg | - bgcolor="#FFFFFF" | Nico Beigang | 11 | Flag of Germany.svg | - bgcolor="#EEEEEE" | Stand: Januar 2006 |
|---|
- bgcolor="#DDDDDD" | Name | Trainer von | Trainer bis |
|---|---|---|
| Adam Keck | 1945 | 14. September 1950 |
| Bohuslav Snopek | 19. September 1950 | September 1951 |
| Fritz Meusel | September 1951 | November 1951 |
| Rudolf Gramlich | November 1951 | März 1952 |
| Lothar Schröder | 1952 | 1953 |
| Karl Vetter | 1953 | Februar 1955 |
| Hermann Schmidtmer | Februar 1955 | 30. Juni 1956 |
| Ludwig Kolb | 1956 | 1959 |
| Adolf Schmidt | 1959 | 1961 |
| Ernst Lehner | 1961 | Februar 1966 |
| Albert Thalheimer | Februar 1966 | 31. Oktober 1966 |
| Hermann Schmidtmer | 31. Oktober 1966 | 30. Juni 1967 |
| Radoslav Momirski | 1967 | 1968 |
| Heinz Lucas | 1968 | 1970 |
| Adolf Schmidt | 1970 | Oktober 1970 |
| Wolfgang Solz | Oktober 1970 | 30. Juni 1971 |
| Udo Klug | 01. Juli 1971 | 09. November 1976 |
| Lothar Buchmann | 15. November 1976 | 07. April 1979 |
| Klaus Schlappner | 18. April 1979 | 30. Juni 1979 |
| Jörg Berger | 01. Juli 1979 | 18. Januar 1980 |
| Werner Olk | 21. Januar 1980 | 13. März 1982 |
| Manfred Krafft | 22. März 1982 | 30. Juni 1983 |
| Hans-Dieter Zahnleiter | 01. Juli 1983 | 13. April 1984 |
| Lother Kleim | 14. März 1984 | 23. September 1984 |
| Udo Klug | 27. September 1984 | 29. Juni 1986 |
| Eckhard Krautzun | 09. September 1986 | 09. Juni 1987 |
| Uwe Ebert | 10. Juni 1987 | 30. Juni 1987 |
| Klaus Schlappner | 01. Juli 1987 | 30. Juni 1988 |
| Werner Olk | 01. Juli 1988 | 17. November 1988 |
| Rainer Scholz | 18. November 1988 | 02. März 1989 |
| Eckhard Krautzun | 03. März 1989 | 30. Juni 1989 |
| Dieter Renner | 05. Juli 1989 | 31. März 1990 |
| Uwe Klimaschefski | 03. April 1990 | 06.Arpil 1990 |
| Uwe Ebert | 07. April 1990 | 18. Mai 1990 |
| Slobodan Cendic (Vertrag nicht umgesetzt) | 01. Juni 1990 | 13. Juni 1990 |
| Jürgen Sparwasser | 21. Juni 1990 | 05. November 1991 |
| Uwe Ebert | 06. November 1991 | 15. Dezember 1991 |
| Rainer Scholz | 01. Januar 1992 | 31. August 1992 |
| Gernot Lutz | 01.September 1992 | 21. September 1992 |
| Alexander Mandziara | 22. September 1992 | 30. Juni 1993 |
| Gernot Lutz | 01. Juli 1993 | 20. Februar 1994 |
| Gerhard Kleppinger | 21. Februar 1994 | 01. Mai 1996 |
| Max Reichenberger | 03. Mai 1996 | 10. Oktober 1996 |
| Martin Bremer | 11. Oktober 1996 | 16. Oktober 1996 |
| Lothar Buchmann | 17. Oktober 1996 | 17. Mai 1998 |
| Slavko Petrovic | 18. Mai 1998 | 12. Oktober 1999 |
| Eckhard Krautzun | 12. Oktober 1999 | 27. Mai 2000 |
| Michael Feichtenbeiner | 27. Mai 2000 | 23. April 2002 |
| Hans-Werner Moser | 21. Mai 2002 | 09. April 2003 |
| Bruno Labbadia | 28. Mai 2003 | 31. Mai 2006 |
| Gino Lettieri | 1. Juni 2006 |
alle Angaben zu Spielen und erzielten Toren beziehen sich auf die Zeit beim SV 98
Es besteht eine lebhafte Gegnerschaft zu den beiden anderen großen hessischen Vereinen: Kickers Offenbach und Eintracht Frankfurt. Spiele gegen diese Teams werden von der Mannschaft und den Fans besonders ernst genommen. Bengalische Feuer etc. sind vor und während der Spiele keine Seltenheit. Vielfach geben sie jedoch auch Anlass zu Gewalt zwischen den Anhängern der Teams. Bei einem Spiel des SV 98 gegen die Amateure der Frankfurter Eintracht im Jahr 2000 kam ein männlicher Fan bei Ausschreitungen im Stadion am Böllenfalltor ums Leben. Er hatte betrunken versucht, eine Mauer, die als Abgrenzung zu den Sportanlagen der Technischen Universität Darmstadt dient, zu übersteigen.
In letzter Zeit kam es seltener zu Ausschreitungen. Die Polizei wusste sie dank eines massiven Aufgebotes und räumlicher Trennung der Fans zu verhindern.
Die Geschichte des Stadions beginnt mit der Fusion der beiden Darmstädter Vereine FK Olympia und dem SC 05 im Jahr 1919. Erstmals wurde der Wunsch zur Schaffung einer eigenen großen Sportanlage geäußert. Dieses Anliegen ging zwei Jahre später in Erfüllung, als das 8.000 Zuschauer fassende Stadion 1921 feierlich eröffnet wurde.
Benannt ist das Stadion am Böllenfalltor nach Pappeln, den so genannten Böllen, die zu Zeiten des großherzoglichen Darmstadt an dieser Stelle wuchsen. Der Rest des Namens leitet sich aus einem Stadttor ab, das sich in unmittelbarer Umgebung des heutigen Stadions befand. Noch heute schmücken eine Vielzahl von Pappeln den Nordrand des Stadions. Diese dürfen auf Anordnung der Stadtverordnetenversammlung von 1920 nicht gefällt werden, da der Verein die Patenschaft für die Bäume übernahm.
Nach dem 2. Weltkrieg beschlagnahmten die amerikanischen Truppen das Stadion und nutzen es als Baseball-Platz. Erst 1950 konnte der Verein seine Spiele wieder am Böllenfalltor austragen. In der Oberliga spielend, der zu dieser Zeit höchsten Spielklasse, stellte man fest, dass das Stadion den aktuellen Bedingungen angepasst werden musste. Zwischen 1950 und 1952 fanden daher diverse Umbaumaßnahmen statt. Aus Kriegsschutt wurden neue Zuschauerränge erbaut. Bei der Einweihung im Jahr 1952 konnten schließlich 25.000 Zuschauer Platz finden.
1975 wurde die alte Sitztribüne abgerissen und durch eine modernere Konstruktion ersetzt. Diese existiert noch heute und kann etwa 4.000 Zuschauer aufnehmen.
In den Jahren der Erstklassigkeit der Lilien sorgten Auflagen des DFB dafür, dass das Stadion auf eine Kapazität von 30.000 Plätzen erweitert wurde (1978) und eine Flutlichtanlage installiert werden musste (1981). Diese Investitionen hatten einen finanziellen Zusammenbruch zur Folge, von dem sich der Verein lange Zeit nicht erholte.
Aktuell fasst das Stadion 26.000 Zuschauer, von denen 4.000 auf der überdachten Haupttribüne sitzen können. Neben der Flutlichtanlage ist darüber hinaus eine 33m² große Videowand in der Südkurve des Stadion vorhanden.
Zur Zeit ist eine Sanierung des teilweise maroden Stadions in der Stadtverordnetenversammlung Thema. Nachdem geprüft wurde, ob ein Abriss und Neubau bzw. ein Neubau an anderer Stelle wirtschaftlicher sei, steht nun fest, dass das Station bleibt. Oberbürgermeister Walter Hoffmann (SPD) sprach sich im Juni 2006 für eine Sanierung in zwei Phasen aus: Im ersten Schritt soll eine Sanierung der maroden Substanz erfolgen, vor allem auch um neue Bau- und Sicherheitsstandards des DFB zu erfüllen. Der nächste Schritt wird dann der Umbau zur zweitligatauglichen Multifunktions-Arena mit Schwerpunkt Fußball sein. Die Kosten des Umbaus, die zwischen 20 und 25 Millionen Euro betragen, sollen neben der Stadt Darmstadt vor allem von Sponsoren getragen werden.
Darmstadt | Sportverein | Sport (Rhein-Main) | 1898
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