SOS-Kinderdorf ist eine unabhängige, nicht-staatliche, soziale Organisation, die bedürftigen Kindern in 132 Ländern und Territorien eine langfristige, familiennahe Betreuung bietet. Während in ärmeren Ländern immer noch viele echte Waisenkinder beherbergt werden, handelt es sich in reicheren Ländern wie Österreich oder Deutschland heutzutage häufig um Sozialwaisen, deren leibliche Familie sich aus unterschiedlichen Gründen nicht um die Kinder kümmern kann (oder auf Grund einer richterlichen Verfügung nicht darf), und auf Vermittlung des Jugendamts im Kinderdorf untergebracht werden.
Mit dem Bau des ersten Kinderdorfes wurde noch im selben Jahr in Imst in Tirol begonnen. Eröffnet wurde das erste Haus („Haus Frieden“) am 15. April 1951. Hermann Gmeiner investierte sein gesamtes Vermögen von 600 Schilling in die ersten Spendenaufrufe, die dazu aufforderten, den Verein mit einem Schilling monatlich zu unterstützen. Diese Aufrufe fanden eine unerwartete Resonanz. Das erste Kinderdorf außerhalb Europas entstand 1963 in Korea.
Heute werden weltweit mehr als 55.000 Kinder und Jugendliche in 449 SOS-Kinderdörfern und 328 Jugendeinrichtungen betreut. Zusätzlich unterstützt die Organisation Familien mit materiellen, psychologischen und sozialen Leistungen. Rund 130.000 Kinder und Jugendliche besuchen SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, SOS-Kindergärten und SOS-Berufsbildungszentren, mehr als 650.000 Menschen profitieren von medizinischen Zentren und Sozialzentren sowie von Nothilfeprogrammen.
Die Kinder können bei einer Kinderdorfmutter und - je nach Kulturkreis - bis zu acht und mehr Geschwistern langfristig aufwachsen. Auch leibliche Geschwister können hier zusammenbleiben. Jede Familie hat ein eigenes Haus im Kinderdorf. Vereinzelt gibt es auch schon Kinderdorfväter in den Familien.
Unterstützt werden die Familien durch die Infrastruktur der Dörfer wo z.B. ein Kindergarten oder andere begleitende Einrichtungen vorhanden sind. Ein besonderes Augenmerk wird auch auf die pädagogische und psychologische Betreuung gelegt.
In allen Ländern gibt es außerdem einen Verein, der sich auch um die Beschaffung der Mittel für die SOS-Kinderdörfer kümmert. Der größte Teil der Ausgaben wird durch Spenden oder Kinderpatenschaften gedeckt und ist Träger des DZI Spenden-Siegel und des Österreichischen Spendengütesiegels.
Aber nicht nur dem Betrieb von Kinderdörfern widmet sich die Organisation, sondern versucht auch, intakten Familien, die in Not geraten sind, zu helfen. So werden zum Beispiel in Sri Lanka einige hundert Häuser für Familien errichtet, die ihr Heim durch den Tsunami im Dezember 2004 verloren hatten.
Zum SOS-Kinderdorf Deutschland gehören auch Einrichtungen wie Dorfgemeinschaften für Erwachsene mit Lernbeeinträchtigung, Berufsausbildungszentren für die Ausbildung von sozial benachteiligten Jugendlichen, Mütterzentren, Jugendwohngruppen und ambulante Jugendhilfen.
Ziel von "SOS Children's Villages of Pakistan" ist es, verwaisten und in Not geratenen Kindern ungeachtet ihrer ethnischen Zugehörigkeit, Nationalität und Religionszugehörigkeit eine Familie, ein ständiges Zuhause und eine solide Vorbereitung auf ein Leben in Selbständigkeit zu bieten.
SOS Kinderdörfer in den Städten: Karachi, Lahore, Rawalpindi, Sialkot, Dhodial, Sargodha, Faisalabad, Multan
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