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Der 1. FC Magdeburg (Abk. 1. FCM) ist ein Fußballverein aus Magdeburg.

Geschichte


Bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Magdeburg Fußball gespielt. Am 15. Juni 1896 wurde der FC Victoria Magdeburg gegründet, der seine beste Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg hatte, als er in einer der 16 Gauligen spielte, deren Staffelsieger den Deutschen Meister ausspielten. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden zunächst mehrere neue kleine Fußballvereine aus denen schließlich durch mehrere Zusammenschlüsse 1952 die Betriebssportgemeinschaft Motor Mitte hervorging. Deren Fußballabteilung wurde 1957 zum Sportclub Aufbau Magdeburg delegiert, die wiederum 1965 ausgegliedert wurde, um am 22. Dezember den 1. FC Magdeburg zu gründen.

Erstmals erstklassig im DDR-Fußball wurde der damalige SC Aufbau Magdeburg im Jahre 1959. 1966 stieg man in die zweite Liga ab. Mit seinem neuen Trainer Heinz Krügel errang man nach dem sofortigen Wideraufstieg den 3. Tabellenplatz. Die goldenen Jahre des Magdeburger Fußballs begannen 1972, als der FCM zum ersten Mal den DDR-Meister-Titel errang. Ihm folgten 1974 und 1975 zwei weitere Meisterschaften. Noch mehr Titel sammelten die Magdeburger im DDR-Pokal, dem FDGB-Pokal, den sie zwischen 1964 und 1983 bei sieben Finalteilnahmen auch siebenmal gewinnen konnten. Allein zwischen 1969 und 1974 brachte der FCM neun DDR-Nationalspieler hervor, von denen vier im Aufgebot für die Weltmeisterschaftsendrunde 1974 standen.

Der größte Triumph des 1. FC Magdeburg ist jedoch der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger am 8. Mai 1974. Die Mannschaft gewann das Endspiel gegen den AC Mailand in Rotterdam mit 2:0 und wurde damit der einzige DDR-Fußballclub, der einen Europapokal gewann. Vater dieses Erfolges und des guten Abschneidens in den sechziger und siebziger Jahren war Trainer Heinz Krügel, dessen Karriere 1976 abrupt endete, als er bei den SED-Funktionären wegen angeblicher politischer Unzuverlässigkeit in Ungnade fiel und entlassen wurde. Krügel lehnte u.a. eine Spionageaktion gegen den FC Bayern 1974 ab. Weil der Magdeburger Ersatzkeeper Uwe Bardick in Verdacht geriet in den Westen flüchten zu wollen wurde er am Rande des Europapokalspieles bei Athletico Bilbao im jahre 1986 im Auftrag der Stasi krank gespritzt.

Durch grobe Managementfehler verloren die Magdeburger Kicker nach der Wende den Anschluss an den Spitzenfußball. Nach der verpassten Qualifikation für die 1. oder 2. Bundesliga fand sich der FCM 1991 in der drittklassigen Oberliga Nordost / Staffel Mitte wieder. Im DFB-Pokal 2000 konnte die Mannschaft noch einmal für Furore sorgen, als sie sowohl den 1. FC Köln als auch Bayern München aus dem Wettbewerb warfen und erst am FC Schalke 04 scheiterten.

Zum vorläufigen Tiefpunkt wurde 2002 das Insolvenzverfahren und der damit verbundene Zwangsabstieg aus der Regionalliga.

Seitdem hat sich der 1. FC Magdeburg stabilisiert und hofft mit Hilfe des Neubaus des Ernst-Grube-Stadions eine bessere Basis für Profifußball in Magdeburg schaffen zu können. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde 2006 mit der Meisterschaft in der Oberliga Nordost, Staffel Süd und dem damit verbundenden Aufstieg in die Regionalliga gemacht.

Erfolge


Gewinner des Europapokal der Pokalsieger 1974
DDR-Meister 1972, 1974, 1975
DDR-Pokalsieger 1964, 1965, 1969, 1973, 1978, 1979, 1983
FSA-Landespokalsieger 1993, 1998, 2000, 2001, 2003, 2006
DFB-Pokalsieger der A-Jugend 1999
NOFV-Pokalsieger der B-Jugend 2000

Europapokal der Pokalsieger 1974 - Endspiel


8. Mai 1974 im Kuip von Rotterdam
1.FC Magdeburg - AC Mailand 2:0 (1:0)

1.FC Magdeburg:
Ullrich Schulze, Manfred Zapf, Detlef Enge, Wolfgang Seguin, Wolfgang Abraham, Jürgen Pommerenke, Helmut Gaube, Axel Tyll, Detlef Raugust, Jürgen Sparwasser, Martin Hoffmann
Trainer: Heinz Krügel

Tore: 1:0 Lanzi (41., Eigentor), 2:0 Seguin (74.)
Schiedsrichter: van Gemert (Niederlande)
Zuschauer: 5.000

Trainer


Ernst Kümmel, 1962 - 1966
Günter Weitkuhn, 1966
Heinz Krügel, 1966 - 1976
Günter Konzack, 1970 - 1971 (in Vertretung für Heinz Krügel, der in dieser Zeit ein Studium an der DHfK Leipzig absolvierte)
Klaus Urbanczyk, 1976 – 1982
Claus Kreul, 1982 – 1985
Joachim Streich, 1985 – 1990
Siegmund Mewes, 1990 - 1991
Joachim Streich, 1991 - 1992
Wolfgang Grobe, 1992
Jürgen Pommerenke, 1992 – 1993
Frank Engel, 1993 - 1994
Martin Hoffmann, 1994 - 1996
Karl Herdle, 1996
Hans-Dieter Schmidt 1996 - 1999
Jürgen Görlitz, 1999 - 2000
Eberhard Vogel, 2000 - 2001
Achim Steffens, 2001 - 2002
Martin Hoffmann, 2002 - 2003
Dirk Heyne, ab 2003

Nationalspieler


Heiko Bonan, 2x
Klaus Decker, 3x, 1974
Damian Halata, 4x, 1984/89
Dirk Heyne, 9x, 1979/90
Günter Hirschmann, 1x, 1961
Martin Hoffmann, 66x, 1973/81
Günter Kubisch, 1x, 1961
Stefan Minkwitz, 2x
Jürgen Pommerenke, 57x, 1972/83
Detlef Raugust, 3x, 1978/79
Uwe Rösler, 5x
Detlef Schößler, 18x, 1986/90
Ulrich Schulze, 1x, 1974
Dirk Schuster, 4x DDR, 3x DFB-Auswahl
Wolfgang Seguin, 18x, 1971/74
Jürgen Sparwasser, 53x, 1969/77
Dirk Stahmann, 46x, 1982/89
Wolfgang Steinbach, 28x, 1978/85
Herrmann Stöcker, 6x, 1963/65
Joachim Streich, 102x, 1969/1984
Axel Tyll, 4x, 1973/75
Markus Wuckel, 4x, 1987/90
Manfred Zapf, 16x, 1969/75

Aktueller Regionalligakader 2006/07


Tor Abwehr Mittelfeld Angriff

Wendepunkte


1960: 7. DDR-Oberliga als SC Aufbau Magdeburg
1965/66: 14. DDR-Oberliga als 1.FC Magdeburg (Abstieg)
1966/1967: 1. DDR-Liga (Aufstieg)
1971/72: 1. DDR-Oberliga (Meister)
1973/74: 1. DDR-Oberliga (Meister)
1974/75: 1. DDR-Oberliga (Meister)
1990/91: 10. DDR-Oberliga
Qualifikation zur 2. Bundesliga: 4. Abstieg in NOFV-Oberliga Mitte, 3.Liga)
1993/1994: 7. Abstieg in NOFV-Oberliga Nord aufgrund der verpassten Qualifikation für die neue Regionalliga Nordost, 4.Liga
1996/1997: 1. NOFV-Oberliga Süd (Aufstieg)
1999/2000: 9. Regionalliga Nordost (Abstieg in NOFV-Oberliga Süd aufgrund der wiederum verpassten Qualifikation für die Regionalliga Nord, 4.Liga)
2000/2001: 1. NOFV-Oberliga Süd (Aufstieg)
2001/2002: 12. Regionalliga Nord (Insolvenzverfahren, Abstieg)
2005/2006: 1. NOFV-Oberliga Süd (Aufstieg)

Stadion


Das Ernst-Grube-Stadion ist mit einem Fassungsvermögen von 25.800 Zuschauern das Heimatstadion des 1. FCM. Das Ernst-Grube-Stadion wurde nach einem Beschluss des Magdeburger Stadtrats vollständig abgerissen. An gleicher Stelle wird bis Herbst 2006 eine moderne Multifunktionsarena mit 22.750 Sitz- und 4.500 Stehplätzen errichtet. Bei Bedarf können die Stehplätze in 2.250 Sitzplätze umgewandelt werden, damit ist das Stadion auch länderspieltauglich. Als Ausweichspielstätte während des Neubaus dient das Heinrich-Germer-Stadion, welches derzeit (26. Dezember 2005) für eine Zuschauerkapazität von 4.990 Besuchern zugelassen ist.

Literatur


  • 1.FC Magdeburg - Mein Club, 2000, Magdeburg, ISBN 3-930794-02-0
  • Blau-Weißes Lexikon - 40 Jahre 1.FC Magdeburg, 2005, Magdeburg, ISBN 3-9808508-5-4
  • Magdeburger Triumph im Kuip - Momentaufnahmen vom Finale im Europapokal der Pokalsieger 1974, 2004, Magdeburg, ISBN 3-9808508-2-X
  • Blau-Weiße Legenden - Fußball-Nationalspieler des 1.FC Magdeburg 1961-1990, 2003, Magdeburg, ISBN 3-9808508-0-3
  • Sieben Tränen muß ein Clubfan weinen. 1. FC Magdeburg - eine Fußballegende, 2001, ISBN 337801038X

Weblinks


Deutscher Fußballverein | Magdeburg | Sport (Sachsen-Anhalt)

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