- | “Bitte Bild einfügen” | - | Betrieb | - | Lokomotivtyp | Be 4/6 | - | Baujahr | 1920-1923 | - | Betriebsnummern | 12303-12312 | 12313-12342 | - | UIC-Betriebsnummern | - | - | - | Stückzahl Ablieferung | 10 | 30 | - | Stückzahl heute | 3 davon zwei nicht funktionsfähige Denkmalloks | - | Einsatzgebiet | Gotthard (anfänglich) | - | Ausrangierung | bis Februar 1976 | - | Technische Daten | - | Loktyp | Elektro-Lokomotive | - | Hersteller | SLM/BBC | - | Achsfolge | (1’B)(B1’) | - | Höchstgeschwindigkeit | 75 km/h | - | Stundenleistung | 1'230 kW (1'960 PS) bei 52 km/h | 1'500 kW (2'040 PS) bei 52 km/h | - | Dauerleistung | 1'180 kW (1'600 PS bei 56 km/h | 1'310 kW (1'780 PS) bei 56 km/h | - | Max. Anfahrzugkraft | 18'000 kg | 18'000 kg | - | Stundenzugkraft | 9'150 kg bei 52 km/h | 10'600 kg bei 52 km/h | - | Masse und Gewicht | - | Länge über Puffer | 16’500 | - | Breite | ? mm | - | Höhe | 4’550 mm, Stromabnehmer gesenkt | - | Triebraddurchmesser neu | 1'530 mm | - | Laufraddurchmesser neu | 950 mm | - | Dienstgewicht | 107t | 110t | - | Reibungsgewicht | 77t | 80t | - | Sonstiges | - | Besondere Merkmale | Elektrische Widerstandsbremse | - | Vorgänger | Be 12302 | - | Nachfolger | Ae 4/7 |
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Neben anderen Strecken wurde deshalb forciert auch die Gotthardstrecke für den elektrischen Betrieb hergerichtet. Diese Elektrifizierung war im Jahr 1920 abgeschlossen.
Für den Betrieb benötigten die SBB dringend Personen- und Güterzuglokomotiven.
Da sehr schnell erkannt wurde, dass die Ablieferung der vier im Bau befindlichen Probelokomotiven Be 3/5, Be 4/6 12301, Be 4/6 12302 und Ce 6/8I14201 nicht abgewartet werden konnte, bestellten die SBB im Mai 1918 bei SLM und BBC aufgrund einer Beurteilung der eingereichten Konstruktionsentwürfe für die Probelokomotiven die Be 4/6 12303-12312 für den Personenzugbetrieb.
Bereits im Juli des gleichen Jahres erfolgte die Nachfolgebestellung der Nummern 12313-12342.
Ein wichtiges Kriterium für die Bestellung war eine gleichmässige Verteilung der Lieferung von Personen- und Güterzuglokomotiven auf die einzelnen Firmen (s. dazu auch Ce 6/8 II.
Die letztgenannte Bedingung zeigt deutlich, mit welcher Steigerung der Ausnützung der Lokomotiven die SBB gegenüber dem Dampfbetrieb rechneten.
Am 23. und 24. September 1922 wurden mit der Nummer 12328 Messfahrten statt, um die Bedingungen des Pflichtenheftes in der Praxis zu prüfen. Der Versuchszug mit einem Gewicht von 302 t wurde dabei während 25 Stunden dreimal von Luzern nach Chiasso und zurück gefahren. Nach der zweiten Rückfahrt wurde in Luzern ein einstündiger Halt zur genauen Kontrolle und Nachschmierung eingelegt. Die durchschnittliche Geschwindigkeit betrug dabei bei einer reinen Fahrzeit von 21 Stunden und 51 Minuten 62 km/h, was für damalige Verhältnisse beachtlich war. Auf den 26 ‰-Rampen wurden dabei 55 - 60 km/h erreicht. Bei einem Anfahrversuch konnte der Messzug schon in 2½ anstatt 4 Minuten die verlangte Geschwindigkeit erreichen. Die zulässigen Temperaturen wurden während der ganzen Versuchsphase nie überschritten.
Die Getriebeübersetzung betrug bei Nummern 12303-12312 1:3.5, bei den nachfolgenden Lokomotiven 1:3.2.
Die erste Serie 12303-12312 wurde unter Zeitdruck gebaut. Auf den Einbau einer elektrischen Bremse wurde deshalb verzichtet. Elemente der Probelokomotive Be 4/6 12302 wurden in fast unveränderter Form übernommen. Dies galt insbesondere für die Fahrmotoren und für die Wendeschalter.
Die Lokomotive 12313 und alle weiteren wurde mit stärkeren Fahrmotoren ausgerüstet. Die Umschaltmöglichkeit auf 7'500 kV wurde ab der Lokomotive 12329 nicht mehr eingebaut. Diese musste zuvor vorgesehen werden, da die Gotthardbahn wegen befürchteter Überschläge durch Verrussung der Isolatoren wegen des immer noch vorhandenen Dampfbetriebes vorerst nur mit 7'500 kV, 16 ⅔ Hz anstatt 15'000 kV, 16 ⅔ Hz betrieben wurde.
Ab der Nummer 12313 wurde eine elektrische Widerstandsbremse eingebaut. Die Fahrmotoren wirkten dabei als Einphasengeneratoren. Die Bremsenergie wurde dabei in Widerständen vernichtet. Diese waren, wie auch die Wendepolshunts zwecks Kühlung auf dem Dach des Lokomotivkastens angeordnet. Die Schutzhauben dieser Einrichtung prägten wesentlich das Erscheinungsbild der Lokomotiven. Zur Erregung der Fahrmotoren war ein Bremstransformator installiert, der seine Leistung über den Stufenschalter vom Haupttransformator bezog. Die Wendeschalter waren deshalb wesentlich komplizierter als bei den Nummern 12303-12312. Die Wirkung der verwendeten elektrischen Bremse ist mit modernen Anwendungen nicht vergleichbar. Die Anwendung war auch verhältnismässig kompliziert. Zuerst musste der Stufenschalter auf die Stellung „0“ zurücklaufen. Anschliessend konnte der Wendeschalter auf „Bremsen“ umgestellt werden. Erst dann konnte im Bremsbetrieb der Stufenschalter wieder hochgeschaltet werden. Auch die Wirkung der elektrischen Bremse war vergleichsweise gering. Sie reichte knapp aus, um eine allein fahrende Lokomotive bei der Talfahrt auf der Gotthard-Südrampe in Beharrung zu halten.
Da mit den anfänglich verwendeten, einfachen Schleifstücken immer beide Stromabnehmer angehoben sein mussten, wurden zwecks Verminderung der Fahrleitungsbeanspruchung bei den Nummern 12329-12342 die Stromabnehmer an den Kastenenden und die Bremswiderstände innen montiert. Diese Anordnung hatte aber viele Stromabnehmerentgleisungen zur Folge. Deshalb wurden die Stromabnehmer dieser Lokomotiven nach innen, wie bei den Vorgängerinnen, über die Drehpunkte der Drehgestelle und die Bremswiderstände nach aussen verlegt. Die Lokomotiven behielten aber die leicht vorgezogenen Dächer. Die Lokomotiven 12302-12328 wurden in den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts mit kleinen Sonnendächern über den Führerstandsfenstern ausgerüstet.
Die Nummern 12311 und 12312 wurden im Jahre 1921 mit einer Vielfachsteuerung ausgerüstet. Die Einrichtung wurde zwischen Bern und Thun erprobt. Auf eine Umrüstung der anderen Lokomotiven wurde aber verzichtet. Die Einrichtung wurde bei den zwei Lokomotiven wieder ausgebaut.
Folgende Änderungen wurden durchgeführt:
Gegen Ende der Laufbahn wurde noch versucht, zwei schwere Nachteile der Be 4/6 zu beheben.
Zur Verbesserung der vertikal schlechten Laufeigenschaften der Lokomotive wurden 1956/57 bei den Lokomotiven 12335, 12338 und 12340 die Abstützungselemente durch Gummielemente ersetzt. Die Laufeigenschaften wurden aber kaum besser und die Gummiblöcke verformten sich. Die Lokomotiven wurden daraufhin zurückgebaut.
Mehr Erfolg hatten die Bemühungen, die elektrische Bremse zu verstärken. Im Januar 1956 wurde die Nummer 12316 wie nachfolgend beschrieben durch die Hauptwerkstätte Bellinzona geändert:
Die Lokomotive 12331 wurde in Jahr 1957 noch weiter umgebaut:
Die Variante 12331 brachte zwar eine grosse Steigerung der Bremskraft bis zu kleinen Geschwindigkeiten, war aber kompliziert und wenig zuverlässig. Anlässlich einer Revision R2 wurde die ganze Bremseinrichtung im Sommer 1967 ausgebaut. Die Lokomotive verkehrte nachher bis zur Ausmusterung ohne elektrische Bremse. Auch die Bremswiderstände mit den charakteristischen Abdeckhauben auf dem Dach wurden entfernt.
Die Variante 12316 war zwar weniger leistugnsfähig, aber wesentlich einfacher und brauchte einen verhältnismässig kleinen Umbauaufwand. 1960 wurde der Auftrag für die Lokomotiven 12313-12342 (ohne 12331) erteilt und ein Jahr vor der Ausmusterung der ersten Lokomotive abgeschlossen!
Zwischen August 1921 und Januar 1922 wurden die Nummern 12303-12307 bereits wieder nach Bern verschoben. 1924 wurde die ganze erste Serie ohne elektrische Bremse (12303-12312) dem Depot Zürich zugeteilt. Mit Ausnahme der 12303, deren Aufenthalt 1929-1947 und 1950 – 1955 Bern war, blieben alle Lokomotiven dieser ersten Serie bis 1962 in Zürich. Anschliessend wurden sie bis zur Ausmusterung dem Depot Winterthur zugeteilt.
Die Lokomotiven 12313-12316 des zweiten Bauloses wurden vom 12. Januar 1921 bis 19. Juli 1921 nach Bern ausgeliefert und kamen vor Zügen nach Brig zum Einsatz. Bereits im Juli 1921 wurden sie aber nach Erstfeld verschoben.
Die Lokomotiven 12317-12342 wurden zwischen April 1921 und April 1923 direkt an den Gotthard ausgeliefert und auf die Depots Erstfeld und Bellinzona verteilt. Das Depot Luzern erhielt 1924 die Nummern 12313-12340. Im November 1927 kamen einige davon nach Olten. Das Depot Zürich erhielt 1928 und 1929 die Nummern 12313 und 12314.
Interessant sind die ersten Diensteinteilungen der Be 4/6. Bei diesen handelt es sich um die planmässigen Leistungen. Nicht eingerechnet sind hier Bedarfsleistungen, Vorspanndienst, Extra- und Probezüge. Der erste Dienstplan für den elektrischen Betrieb am Gotthard beinhaltete keine Be 4/6. Die Leistungen zwischen Erstfeld und Airolo wurden mit sechs Ce 6/8II und noch einer [[SBB A 3/5 600|A 3/5 600 erbracht. Ab 31. Oktober 1920 fuhren dann drei Ce 6/8II und drei Be 4/6 im Plandienst.
Die eingeteilten Leistungen zwischen Erstfeld und Bellinzona waren dann ab dem 1. Juni 1921 wie folgt:
- | Nummern | Depots | eingeteilte Dienste | - | 12303-12313 | Zürich | 9 | - | 12314-12318 | Luzern | 2 | - | 12319-12324 | Olten | 4 | - | 12325-12332 | Bellinzona | 3 | - | 12333-12342 | Erstfeld | 6 |
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1928/1929 war die letzte Fahrplanperiode mit ausschliesslicher Führung der Schnellzüge am Gottahrd durch Be 4/6 und Be 4/7.Ein Jahr später führte bereits eine Zürcher Ae 4/7 das erste Schnellzugpaar nach Chiasso und zurück.
Die anscheinend schlechte Auslastung der Be 4/6 des Kreises II (Nord-/Zentral-/Südschweiz) mit 28 Maschinen und nur 15 eingeteilten Diensten täuscht. Auf der Gotthardstrecke musste eine grosse betriebliche Reserve für Extrazüge, Doppelführungen und Vorspannleistungen vorhanden sein. Die eingeteilten Dienste kamen dabei auf eine tägliche Laufleistung von 463 km. Dies war mehr als das doppelte der Zürcher Lokomotiven.
Auch die Oltener Lokomotiven kamen mit der Führung von fast ausschliesslich Güterzügen zwischen Thun, Basel und Zürich auf tägliche Laufleistungen von 369 km. Die zwei Luzerner Dienste bestanden aus der Führung von zwei Güterzügen nach Olten und eines Schnellzugpaares nach Chiasso und zurück. Die Luzerner Dienste kamen auf eine mittlere Tagesleistung von 337 km.
Im Mai 1938 präsentierte sich die Depotzuteilung wie nachfolgend gezeigt.
- | Nummern | Depots | eingeteilte Dienste | - | 12303 | Bern | 1 | - | 12304-12314 | Zürich | 8 | - | 12315-12319 | Olten | 5 | - | 12320-12322 | Luzern | 2 | - | 12323-12328 | Bellinzona | 4 | - | 12329-12342 | Erstfeld | 8 |
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Die Be 4/6 des Depots Bellinzona beförderten Personenzüge, Nahgüterzüge und waren im Vorspanndienst tätig. Sie erreichten Tagesleistungen von bis zu 545 km. Eine Lokomotive verkehrte nur zwischen Bellinzona und Locarno. Eine zweite führte von Chiasso aus Personenzüge nach Bodio.
Die Erstfelder Maschinen führten Personenzüge Luzern – Chiasso und leisteten Vorspann- und Zwischendienst am Gotthard. Weiter führten sie Züge zwischen Luzern und Sempach und Wolhusen. Mit der Führung des Zuges 60 zwischen Luzern und Erstfeld war ihnen noch ein Schnellzug verblieben.
Die beiden Luzerner Dienste bestanden hauptsächlich aus der Führung von Güterzügen nach Olten und Langnau. Die Oltener Maschine führten weiter meistens Güterzüge nach Bern, Basel, Biel und Zürich.
Verteilung und Einsatz änderten sich in den folgenden Jahren kaum. 1957 etwa zeigte sich folgendes Bild:
- | Nummern | Depots | - | 12303-12320 | Zürich | - | 12321-12325 | Biel | - | 12326-12330 | Luzern | - | 12331-12342 | Bellinzona |
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- | Nummern | Depots | - | 12303-12322 | Winterthur | - | 12323-12334 | Biel | - | 12335-12342 | Luzern |
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Drei Maschinen blieben erhalten:
Die Be 4/6 12332 war ab 1974 zuerst als Denkmal in Baden aufgestellt. Ab 1972 befindet sie sich im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern.
Die Nummer 12339 kam im Februar 1976 im Austausch gegen eine Drehstromlokomotive nach Italien. Dort befindet sie sich seit 1994 zur Betreuung bei einem privaten Club.
Die Nummer 12320 verliess am 25. Juli 1975 nach einer Hauptrevision die Hauptwerkstätte Bellinzona. Äusserlich wurde sie wieder ungefähr in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Sie erhielt auch ihren ursprünglichen rotbraunen Anstrich wieder. Seither befindet sie sich im Depot Winterthur und wird von Zeit zu Zeit für leichte Einsätze auf die Strecke geschickt.
Dass die Lokomotiveserie ohne grössere Umbauten 45 bis 55 Dienstjahre hinter sich brachte, zeigt die Bewährung der Konstruktion, die ohne grosse Erfahrung mit Prototypen entworfen und gebaut werden musste.
Von der äusseren Erscheinung her konnte man die Lokomotive für damalige Verhältnisse durchaus als elegant bezeichnen. Die Laufeigenschaften waren aber eher mässig. Die Lokomotive zeichnete sich aus durch ein mehr oder weniger heftiges vertikales Schütteln. Dazu kam im Führerständ Seite I noch der Lärm der Ölpumpe. Die Lokomotive war deshalb beim Personal nur mässig beliebt. Insbesondere war man gar nicht erfreut, wenn man mit ihr eine ganze Tagesleistung zu erfüllen hatte.
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"SBB Be 4/6 12303-12342".
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