- | SBB-Be-2-5.gif | - | - | Betrieb | - | Baujahr | 1910 siehe Text | - | Stückzahl Ablieferung | 1 | - | Stückzahl heute | 0 | - | Einsatzgebiet | Probelokomotive, selbst- fahrender Schweisswagen | - | Ausrangierung | 1937 | - | Technische Daten | - | Loktyp | Elektro-Lokomotive | - | Hersteller | BBC SLM | - | Achsfolge | 1'(1Bo)1' | - | Höchstgeschwindigkeit | 75 km/h | - | Stundenleistung | 736 kW (1’000 PS) bei 60 km/h | - | Dauerleistung | 62 kW (900 PS) bei 65 km/h | - | Max. Anfahrzugkraft | 9'000 kg | - | Stundenzugkraft | 4’500 kg/60 km/h | - | Masse und Gewicht | - | Länge über Puffer | 13’240 mm | - | Breite | ? | - | Höhe | ? | - | Triebraddurchmesser neu | 1'610 mm | - | Laufraddurchmesser neu | 1’610*/950 mm *) Die dritte Triebachse der der ursprünglichen Lokomo- tive war nach dem Umbau eine Laufachse | - | Dienstgewicht | 75 t | - | Reibungsgewicht | 33 t | - | Sonstiges | - | Besondere Merkmale | Buchli-Antrieb Tschanz-Antrieb | - | Nachfolger | Ae 3/6I | - | Spitznahmen | Midi-Lok, Victor | - |
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Folgende Leistungen mussten mit einer vorgeschriebenen Achsfolge von1C1 erbracht werden:
Die Firmen SLM und BBC bauten in den Jahren 1910/11 die Lokomotive E 3301. Die Lokomotive hatte die Achsfolge 1’C1’ Der Antrieb erfolgte durch zwei grosse, parallel geschaltete, langsam laufende Repulsionsmotoren der Bauart Déri. Diese füllten fast den ganzen Lokomotivkasten aus. Die Motoren wurden von zwei parallel geschalteten Transformatoren mit Strom einer Spannung von 1’250V versorgt. Anfahrt, Beschleunigung und Richtungswechsel wurden dabei gesteuret durch Verdrehen von beweglichen Bürstenbrücken auf den Kollektoren der Fahrmotoren.
Das Drehmoment der zwei Motren wurde von zwei schrägen Triebstangen, ohne Zwischengetriebe auf die mittlere Triebachse übertragen. Von dort erfolgte der Antrieb der äusseren Triebachsen über Kuppelstangen.
Die Transformatoren wurden für Versuchsfahrten auf der Strecke Spiez – Frutigen der Lötschbergbahn mit Zusatzwicklungen für den Betrieb mit 15’000V ausgerüstet. Schon bei diesen Probefahrten erwies sich die Lokomotive als Fehlkostruktion. Die Kommutation der Fahrmotoren war äusserst schlecht. Beim Anfahren war die Phasenverschiebung so gross, dass sich das Kraftwerk Spiez oft selbstständig ausschaltete.
Am 18. Februar 1912 wude die Lokomotive trotzdem nach Perpignan überstellt. Dort wurde sie bis 16. August 1921 erprobt. Die Lokomotive konnte dabei die geforderten Leistungen nicht erfüllen und wurde an den Hersteller zurückgewiesen, was übrigens auch mit zwei weiteren Maschinen passierte. Zwei Lokomotiven konnten das Pflichtenheft teilweise und nur eine ganz erfüllen.
Aus elektrmotorischer Sicht erfolgte mit dieser Rückweisung die Abkehr der schweizerischen Lokomotivindustrie von den langsamlaufenden, hochliegenden Repulsionsmotoren.
Das Inventar der auf der Lokomotive mitgeführten Werkzeuge war eindrucksvoll:
Folgende Anmerkung im Protokoll war auch nicht gerade fördernd für das Vertrauen des Lokomotivepersonals: „Sollten infolge der Holzverschalung des Transformators Betriebsstörungen entstehen (Brandausbrüche), so können wir (SBB) keine Verantwortung übernehmen.“ *" target="_blank" >„für allfällige Beschädigungen der Apparate, welche in der Nähe des Zusatzgewichtes (Schienenabfälle) sich befinden.“ [Zitat Ende.
Es wurden auch undichte Zahnradkästen und Luftleitungen erwähnt. Daneben wurde auch auf unzureichende Kommutation des MFO-Motors hingewiesen. Des weitern wurde erwähnt, dass die Rotor- und Laufachslager zum Warmlaufen neigten.
Der Versuchsbetrieb bei der BLS konnte ohne grössere Probleme durchgeführt werden. Die Lokomotive mit den zwei neuen Antrieben schien sich bewährt zu haben. Deshalb wurde sie anschliessend sofort zwischen Bern und Thun eingesetzt. Eine Führerstandsheizung wurde nachgerüstet. Die Lokomotive wurde auch mit einem Elektroden-Dampfkessel und Dampfheizkupplungen auf beiden Seiten zur Heizung von Personenwagen ausgestattet. Am 1. Mai 1919 wurde die Lokomotive als Fb 2/5 10001 von den SBB übernommen.
Die Lokomotive führte ab Mai 1919 vor allem Personenzüge zwischen Bern und Thun, teilweise auch bis Spiez. Sie legte dabei im Jahre 1919 achtbare 24’500km zurück.
Im Jahr 1920 legte die inzwischen als Be 2/5 11001 bezeichnete Lokomotive nur noch ca. 5’500km zurück, da die inzwischen eingetroffenen Be 4/6 12303-12342 und Ce 6/8 II laufend in Dienst gestellt wurden.
1921 wurden diese Lokomotiven aber für den Einsatz auf der Gotthardstrecke abgezogen. Auf seiner angestammten Strecke brachte es „Victor“ in diesem Jahr deshalb wieder auf 35’300km.
Der Erprobungsträger für die Einzelachsantriebe hatte damit aber seinen eigentlichen Zweck erfüllt. Gesucht war nun ein angemessenes Betriebsfeld für die Lokomotive. Auf der Strecke Bern – Thun war kein Platz mehr für die Maschine, da laufend neue Lokomotiven abgeliefert wurden.
Deshalb wurde die Be 2/5 am 1. Juni 1922 dem Depot Erstfeld zugeteilt. Die Aufgabe der Lokomotive war die Führung von Personenzügen Erstfeld – Arth-Goldau und Erstfeld – Luzern. Die Tagesleistung betrug dabei immerhin im Schnitt 244km. 1923/24 führte sie sogar ein Personenzugpaar zwischen Luzern und Bellinzona. 1924 gab es anscheinend einen, nicht nachgewiesenen, grösseren Schaden. Die Jahresleistung war auf jeden Fall nur etwa 2’000km.
1925 tauchte „Victor“ im Depot Luzern auf und wurde dem Nebendepot Zug zugeteilt. Auch hier kam der Sonderlimg im Einsatz zwischen Rotkreuz, Zürich und Arth-Goldau wieder auf beträchtliche 202 km im planmässigen Tageseinsatz. Für diese Einsätze wurde der Heizkessel für die Zugheizung entfernt und eine elektrische Zugheizung mit 1’000V eingebaut. Ab 1. Oktober 1926 wurde nur noch ein vormittägliches Güterzugpaar Luzern – Zug – Luzern geführt und die Lokomotive sonst als Reserve gehalten. Ab Mai 1927 erhöhte sich die Leistung aber durch Führung von Personen- und Güterzügen im Dreieck Rotkreuz – Arth-Goldau – Zug wieder auf 135 km pro Tag. Ungefähr ein Jahr später, am 15. Mai 1928 übernahm die Be 3/5 12201 diese Leistungen. „Victor“ kam zum Depot Zürich und war im Rangierdienst tätig. Die Jahresleistung betrug dann noch etwa 7’000km verglichen mit 29’00km im Jahr 1927. 1929 betrug die Jahresleistung nur noch 592km.
1929 wurde die Be 2/5 als Lokomotive ausrangiert und zum selbstfahrenden Schweisswagen Xe 1/5 99999. Der BBC-Antrieb auf der Triebachse II wurde ausgebaut.
Dazu nochmals eine Bemerkung von Hans Schneeberger: „An die immer wieder kolportierte Mär einer Transformator-Explosion als Grund der Ausrangierung vermag der Verfasser nicht zu glauben; denn gerade der Transformator mit der Stufenschaltung wurde ja weiterhin benötigt, da „Victor“ sich in eigener Kraft bewegen musste.“ [Zitat Ende
Das Fahrzeug wurde am 17. September 1937 ausgemustert und im Dezember 1937 abgebrochen.
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