- | Ae-4-8.gif Ae 4/8 Typenskizze | - | Betrieb | - | Lokomotivtyp | Ae 4/8 | - | Baujahr | 1922 | - | Betriebsnummern | (1922) 11000 (Uz 1929) 11300 | - | UIC-Betriebsnummer | - | Stückzahl Ablieferung | 1 | - | Stückzahl heute | 0 | - | Einsatzgebiet | undefiniert (s. Text) | - | Ausrangierung | 31. Dez. 1964 | - | Technische Daten | - | Loktyp | Elektro-Lokomotive | - | Hersteller | SLM Winterthur BBC Baden | - | Achsfolge | 1'Bo1'+1'Bo1' | - | Höchstgeschwindigkeit | 90 km/h | - | Stundenleistung | 1'885 kW (2’560 PS) bei 62 km/h | - | Dauerleistung | 1’620 kW (2’200 PS) bei 65 km/h | - | Max. Anfahrzugkraft | 18’600 kg | - | Stundenzugkraft | 11’150 kg/62 km/h | - | Masse und Gewicht | - | Länge über Puffer | 21’000 mm | - | Breite | ? mm | - | Höhe | ? mm | - | Triebraddurchmesser neu | 1'610 mm | - | Laufraddurchmesser neu | 950 mm | - | Dienstgewicht | 127 t | - | Reibungsgewicht | 73 t | - | Sonstiges | - | Besondere Merkmale | Buchli-Antrieb Tschanz-Antrieb | - | Vorgänger | - | Nachfolger | Ae 3/6I | - |
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Dies waren vornehmlich die Lokomotiven Be 3/5 12201, Be 4/6 12301 , Be 4/6 12302 und Ce 6/8I 14201 mit Antrieb über Triebstangen und Kuppelstangen.
Daneben entschlossen sich die SBB bereits 1918, die Versuchslokomotive Be 2/5 im Betriebseinsatz zu erproben, um Erfahrungen mit dem Einzelachsantrieb zu erhalten. Um konkrete Resultate zu erhalten, war aber diese Lokomotive zu schwach und zu wenig schnell.
Deswegen entschlossen sich die SBB schon 1919, eine zweite Probelokomotive mit Einzelachsantrieb bei SLM und BBC zu bestellen. Wie die Be 4/6-Lokomotiven sollte auch diese Probelokomotive vier Triebachsen aufweisen. Das Pflichtenheft entsprach demjenigen der Be 4/6, es wurde aber für den Einsatz im Schnellzugdienst eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h verlangt.
Im mittleren Teil der Lokomotive war der Transformator montiert. Zum Ausbau desselben konnte das Dach des Mittelteils entfernt werden. Die Dächer der äusseren Teile konnten längs rechts und links einzeln ausgebaut werden. Die Seitenelemente konnten in einzelnen Teilen ausgebaut werden. Der mittlere Kastenteil konnte als ganzes abgehoben werden.
Im Vorbau vor dem Führerstand I befanden sich zwei Kolbenkompressoren. Der Vorbau auf Führerstandsseite II enthielt den Bremstransformator, eine Schlittenwinde und eine Werkzeugkiste.
Die Lokomotive war mit vier gleichen, fest auf den Rahmen verschraubten Fahrmotoren ausgerüstet. Die Einzelachsantriebe waren aber bei den beiden Rahmenteilen verschieden. Die Lokomotive hatte deshalb auch den Übernahmen Bastard.
Im vorderen Rahmenteil waren so genannte Tschanz-Antriebe montiert. Das wesentliche Merkmal dieses Antriebs war das Kardan-Prinzip zur Übertragung des Drehmomentes zwischen dem dem ungefederten Fahrmotor zugehörigen Grosszahnrad und der gefederten Triebachse. Im Gegensatz zu der Ausführung bei der Be 2/5 gelang es, diesen Kardanantrieb so kurz zu gestalten, dass keine Hohlwelle auf die andere Lokomotivseite durchgeführt werden musste. Die Beschränkung des Durchmessers des Grosszahnrades aus Profilgründen verlangte dabei eine doppelte Zahnradübersetzung, da identische Motordrehzahlen vorhanden waren (s. oben).
Auf der Lokomotivseite II waren, wie die Tschanz-Antriebe, einseitige BBC-Antriebe (Buchli-Antriebe) montiert. Wegen des grossen Gewichtes dieser Antriebe waren diese aber, anders als auf der Lokomotivseite I, seitenversetzt angeordnet. Auf eine beidseitige Anordnung des Antriebes wie bei der Be 2/5 wurde verzichtet.
Gebremst wurde die Lokomotive wie folgt:
Das Gesamtgewicht der Lokomotive von 127 t, übrigens das gleiche der später gebauten Ae 4/7, verteilt auf total 8 Achsen hatte eine maximale Achslast von 18.6 t bei den Triebachsen zur Folge. Die Limite von 20 t war damit erfüllt. Im übrigen war die Lastverteilung auf die einzelnen Lauf- und Triebachsen aber recht unharmonisch, wobei sich der Lokomotivteil I durch deutliche höhere Achslasten auszeichnete. Nachfolgend sind die Achslasten, angefangen bei der äusseren Bisselachse des Lokomotivteils I aufgeführt:
14.0 t – 18.3 t – 18.6 t – 14.5 t – 14.2 t – 18.1 t – 17.9 t – 11.2 t
Die Sandstreueinrichtung hatte deshalb besondere Bedeutung. Jedes Triebrad konnte mit Druckluft in beiden Fahrtrichtungen mit Sand bestreut werden.
Transformator, Ölhauptschalter und Stufenschalter waren im Mittelkasten untergebracht. Die Energiezufuhr aus der Fahrleitung erfolgte über die beiden Scherenstromabnehmer auf den Endkasten. Im Betrieb mussten anfänglich immer beide Stromabnehmer gehoben werden, weil diese ursprünglich nur mit einer einfachen Schleifleiste ohne Wippe ausgerüstet waren. Vor den Stromabnehmern über den Führerständen befanden sich die Aufbauten für die Wendepolshunts und die Bremswiderstände.
Am Transformator befand sich der 18-stufige BBC-Fachbahnstufenschalter, der durch einen batteriegespiesenen Gleichstrommotor angetrieben wurde. Der Stufenschalter wurde am Anfang durch eine Kurbel, später durch ein Handrad angesteuert. Der Handbetrieb des Stufenschalters war möglich, aber nur im Innern am Stufenschalter selbst.
Die Kühlung des Transfomatorenöls erfolgte über Kühlrohre, die beidseitig unterhalb des mittleren Kastenteils angeordnet waren. Für die Zirkulation des Öls war eine Ölpumpe vorhanden. Jedes der Rohrsysteme war in einen Schacht eingebaut. Durch diese presste je ein Ventilator vom Lokomotivinnern angesaugte Luft.
Die Fahrmotoren in den Endkasten waren jeweils in Serie geschaltet. Die Arretierung des jeweiligen Wendeschalters erlaubte die Abtrennung einer Lokomotivseite.
Als elektrische Bremse war eine wechselstromerregte Widerstandsbremse vorhanden. Die Bremswiderstände befanden sich, vom Fahrtwind gekühlt, über den den zwei Führerständen, zusammen mit den Wendpolshunts
Folgende Hilfsbetriebe waren vorhanden:
Nach der Ablieferung im März 1922 wurde die Lokomotive zuerst auf der Strecke Bern – Thun eingesetzt, da diese als erste Strecke der SBB mit 15 kV 16 ⅔ Hz elektrifiziert worden war. Zu einem Einsatz der Lokomotive auf der Lötschbergbahn im Anschluss von Thun nach Brig wie bei den Probelokomotiven mit Stangenantrieb kam es aber nie. In Bern war die Lokomotive aber nicht lange beheimatet. Es folgte bald eine mehrjährige Versuchsphase ohne Umlaufpläne, auch auf der Gotthardstrecke.
1925 erfolgte die Umteilung der Lokomotive zum Depot Basel. Diese Depotzuteilung wurde bis zum der Ausserbetriebssetzung der Lokomotive nicht mehr geändert.
Im Jahre 1927 bestand ein Dienstplan, in dem die Ae 4/8 zusammen mit Ae 4/7 zwei Schnellzugpaaren Basel – Zürich und zurück mit einer Tagesleistung von 416 km zugeteilt war.
Bald danach verschwand die Ae 4/8 wieder von den Einsatzplänen. Mit ihrer Belastungsnorm, die etwa 90 % der Ae 4/7 betrug, war sie universell einsetzbar. Mit ihrer Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h konnte sie auch Schnellzüge führen. Sie wurde deshalb häufig für Doppelführungen eingesetzt und kam in dieser Funktion oft auch nach Zürich, Chur, Luzern, Bern und auch Spiez.
Normalerweise führte die Ae 4/8 aber Güterzüge nach Bern und Winterthur. In den letzten Jahren folgten Dienste Basel – Zürich – Winterthur, dann Personenzug Olten und Güterzug Solothurn. 1961 wurden in den Tschanz-Antrieben sogar neue Zahnräder eingebaut.
Am 7. Oktober 1964 rapportierte ein Lokomotivführer Stufenschalter-Überschläge. In der Folge wurde die Lokomotive in die Hauptwerkstätte Zürich abgeschleppt. Diese hatte aber wegen der EXPO 64 zu viele andere Aufgaben. Deshalb wurde die Ae 4/8 vorerst einmal abgestellt. Da die Generaldirektion der SBB in Bern versprochen hatte, nach der EXPO 64 die Veteranen auszumustern, wurde die Ae 4/8 umgehend abgebrochen.
Die technische Bedeutung der Lokomotive war gering. Zum Zeitpunkt der Ablieferung der Ae 4/8 waren die sechs Be 4/7 mit dem Wetsinghouse-Antrieb und die ersten Ae 3/6I mit dem BBC-Antrieb bereits in Betrieb. Der Tschanz-Antrieb wurde wegen seiner Komplexität nicht weitergebaut. Erstaunlicherweise wurden die letzten Teile dieses Antriebes erst 1967 in der Hauptwerkstätte Zürich verschrottet.
Die Lokomotive trug ursprünglich wie alle Elektrolokomotiven der SBB einen braunen Anstrich, der später durch einen grünen ersetzt wurde. Bei ihrer Beschaffung 1922 wurde sie als Ae 4/8 11000 bezeichnet, 1929 wurde die Betriebsnummer in 11300 geändert.
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"SBB Ae 4/8 11300".
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