- | “Bitte Bild einfügen” | - | Betrieb | - | Lokomotivtyp | Ae 3/6II | - | Baujahre | 1921-1926 | - | Betriebsnummern | 10401-10460 | - | UIC-Betriebsnummer | - | Stückzahl Ablieferung | 60 | - | Stückzahl heute | 1 (10439) 1 | - | Einsatzgebiet | Hauptstrecken der SBB | - | Ausrangierung | 1965-1977 | - | Technische Daten | - | Loktyp | Elektro-Lokomotive | - | Hersteller | SLM/MFO | - | Achsfolge | 2’C1’ | - | Höchstgeschwindigkeit | 100 km/h | - | Stundenleistung | 1'475 kW (2’000 PS) bei 65 km/h | - | Dauerleistung | 1’225 kW (1’665 PS) bei 75 km/h | - | Max. Anfahrzugkraft | 15'000 kg | - | Stundenzugkraft | 8’300 kg/65 km/h | - | Masse und Gewicht | - | Länge über Puffer | 14’090 mm | - | Breite | ? mm | - | Höhe | 4’500 mm Stromabnehmer gesenkt | - | Triebraddurchmesser neu | 1'610 mm | - | Laufraddurchmesser neu | 950 mm | - | Dienstgewicht | 98.5 t (10401-10420) 96.7 t (10421-10460) | - | Reibungsgewicht | 55.3 t (10401-10420) 56.3 t (10421-10460) | - | Sonstiges | - | 1 Als historisches Triebfahrzeug klassiert |
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Für die Regulierung der Spannung waren zwei Stufenschalter vorhanden. Dies waren vor dem Transformator in Längsrichtung angeordnet und vom Führerstand I aus zugänglich. Die Stufenschalter waren als nockengesteuerte Hebelwerke mit Funkenlösch-Schaltern und Überschalt-Drosselspulen gebaut. Sie waren elektromotorisch angetrieben an konnten insgesamt 17 Fahrstufen schalten. Im Falle einer Störung konnten die Stufen mittels eines aufsteckbaren Handrades von beiden Führerständen aus geschaltet werden.
Bei der Stufenschalterkonstruktion handelte es sich übrigens um die Gleiche, die schon für die Ce 6/8II. Die gleiche Schaltung wurde später auch für die Ce 6/8III wieder verwendet.
Die Fahrmotoren wogen etwa 10 t und hatten einen Durchmesser von 1'800 mm. Sie waren die grössten je für die SBB gebauten Motoren. Sie waren dauernd in Serie geschaltet. Fiel ein Motor aus, konnte am zugehörigen Wendeschalter das Trennmesser entfernt und zwischen den Motoren eingelegt werden. In gleicher Weise wurde vefahren, wenn ein Stufenschalter oder Wendeschalter ausfiel. Es konnte dann, wenn möglich, mit halber Leistung weitergefahren werden.
Die Betätigung der Wendeschalter erfolgte mechanisch von den Führerständen aus. Abweichend davon hatte die Nummer 10401 eletropneumatische Wendeschalter, die auch nach dem Ausbau der Rekuperationsbremse beibehalten wurden.
Ab April 1924 begann dann die Ablieferung der Serie. Diese erstreckte sich bis zum Juni 1926. Die Depotzuteilung ab Fabrik war dabei wie in der nachfolgenden Tabelle gezeigt:
- | Nummern | Depots | - | 10401-10404 | Zürich | - | 10405-10413 | Olten | - | 10414-10438 | Basel | - | 10439-10449 | Olten | - | 10450-10460 | Luzern |
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Die Anzahl der gelieferten Lokomotiven überstieg dabei den Bedarf. Die im Sommer 1925 abgelieferten Nummern 10433-10438 wurden im SBB-Kreis II als „überzählig“ erklärt. Mit Fortschritt der Elektrifizierung in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts war der Bedarf aber durchaus gegeben und die Lokomotiven wechselten in der Folge die Depotzuteilung und die Einsätze häufig.
Am 1. Juni 1924 bestanden für die neu abgelieferten Lokomotiven drei Dienst im Depot Olten und deren fünf im Depot Basel. Diese Dienste deckten die Führung von durchgehenden Güterzügen ab. Daneben wurde mit ihnen der gesamte Zugverkehr Basel – Luzern mit einer durchschnittlichen Tagesleistung von 330 km abgewickelt.
Im Juni 1926 bestand folgende Zuteilung:
- | Nummern | Depots | - | 10401-10406 | Winterthur | - | 10407 | Zürich | - | 10408-10410 | Olten | - | 10411-10413 | Zürich | - | 10414-10438 | Basel | - | 10439-10449 | Olten | - | 10450-10460 | Luzern |
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Im Jahr 1927 wurden die ersten Ae 4/7 abgeliefert. Diese übernahmen in Basel und im Kreis III die schwersten Leistungen. Der Einsatz der Ae 3/6II verschob sich deshalb mehr in die Ostschweiz (Kreis III). Im Sommer 1928 ergab sich folgende Verteilung:
- | Nummern | Depots | - | 10401-10405 | St. Gallen | - | 10406-10409 | Rorschach | - | 10410-10412 | Zürich | - | 10413-10416 | Romanshorn | - | 10417-10424 | Olten | - | 10425-10434 | Basel | - | 10435 | Bellinzona | - | 10436-10446 | Olten | - | 10447 | Bellinzona | - | 10448-10449 | Olten | - | 10450-10460 | Luzern |
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Interessant ist dabei die Einteilung der Lokomotiven in einmännige und zweimännige Besetzung der Führenstände:
- | Depot | Anzahl Lokomotiven | Dienste einmännig | Dienste zweimännig | Mittlere täg- liche Leistung | - | Basel | 10 | 6 | 1 | 286 km | - | Olten | 21 | 10 | 10 | 243 km | - | Luzern | 11 | — | 7 | 250 km | - | Bellinzona | 2 | 2 | — | 274 km | - | Zürich | 3 | mit Ae 3/6I | - | St. Gallen | 5 | — | 5 | 216 km | - | Rorschach | 4 | — | 4 | 241 km | - | Romanshorn | 4 | — | 4 | 246 km |
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Bei den einmännigen Touren des Depots Basel handelte es sich vor allem um die Führung von Güter- und Personenzügen nach Olten, Luzern und Zürich.
Die zweimännigen Touren umfassten drei Schnellzüge und einen Personenzug zwischen Basel und Luzern mit einer Tagesleistung von 382 km.
Von Olten aus führten die einmännigen Touren nach Biel, Bern, Basel und Zürich. Sie umfassten alle Arten von Zügen, auch ein Schnellzug Zürich – Bern. Die zweimännigen Touren umfassten Leistung nach Biel, Thun, Basel, Luzern und Zürich. Sie führten jede Art von Zügen.
Drei zweimännig besetzte Lokomotiven waren dem Nebendepot Goldau zugeteilt. Sie besorgten den lokalen Güterverkehr im Freiamt. Daneben führten sie je ein Zugpaar Aarau – Olten, Goldau – Zug und Goldau – Erstfeld.
Interessant war die Zuteilung von zwei Ae 3/6II an das Depot Bellinzona. Eine Tour umfasste die Personenzüge 553 Bellinzona – Luzern, 552 Chiasso und 2573 Bellinzona. Die Tagesleistung betrug 450 km! Die zweite Lokomotive führte von Chiasso aus das Güterzugpaar 5543/5548 nach Lugano. In Lugano musste sie ausgiebigen Rangierdienst übernehmen. Vorher wurde bis 1926 wurde diese Leistung durch eine Reservedampflokomotive durchgeführt. Ab 1929 übernahm ein De 6/6 diese Leistung. Die andere Leistung wurde im Mai 1929 von einer Be 4/6 übernommen.
Die Ae 3/6II des Depots Zürich wurden im Tausch mit den Ae 3/6I eingesetzt. Die anderen Einsatzpläne des Kreises III waren wie folgt:
St. Gallen:
Personen- und Güterzüge nach Zürich und Rorschach.
Rorschach:
Schnell-, Personen- und Güterzüge bis Zürich und Romanshorn. Dazu gehörten auch die Schnellzüge 26/25 nach Zürich und zurück. Im Weiteren wurde der Schnellzug 10 von St. Gallen nach Zürich geführt, wo er von einer Ae 3/6II des Depots Zürich weiter nach Westen übernommen wurde.
Romanshorn:
Schnell-, Personen- und Güterzüge bis Zürich.
Im Laufe der dreissiger Jahre wurden die Lokomotiven mehr und mehr konzentriert. Die Lokomotive 10451-10460 wurden von Depot Luzern in den Kreis III dauerhaft verschoben. Die Nummern 10451-10455 kamen nach Rapperswil. Die Nummern 10456-10458 wurden nach Romanshorn versetzt. 10459-10460 schlussendlich landeten in Zürich.
Im Sommer 1939 war die Depotzuteilung wie nachfolgend aufgelistet:
- | Nummern | Depots | - | 10401-10413 | Olten | - | 10414-10429 | Luzern | - | 10430-10438 | Basel | - | 10439-10447 | Olten | - | 10448-10460 | Zürich |
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Die Lokomotiven des Depots Olten waren in elf Diensten mit der Führung von Personen- und Güterzügen bis Biel, Bern, Basel, Luzern und Zürich betraut. Vom Oltner Nebendepot Aarau wurden fünf Umläufe, vor allem mit Personenzügen, nach Olten, Goldau und Zürich geführt. Die Ae 3/6II des Depots Luzern fuhren in neun Plandiensten Personenzüge nach Olten, Zürich und Goldau sowie Schnellzüge über Langnau nach Bern. Von 1937-1945 bestand ein zweitägiger Umlaut in den Tessin.Dies begann am ersten Tag mit der Führung eines Personenzuges Luzern – Chiasso. Darauf folgte die Führung von diversen Personen- und Güterzüge nach Bellinzona und Lugano. Am zweiten Tag erfolgte die Rückfahrt nach Luzern mit einem Personenzug Chiasso – Luzern.
Die Basler Lokomotiven führten Personen- und Güterzüge nach Luzern, Bern über den Bözberg und auch nach Delsberg.
Die Zürcher Maschinen waren auf dem ganzen Kreis III vertreten.
Die Momentaufnahme im Sommer 1949 zeigte folgende Depotzuteilung:
- | Nummern | Depots | - | 10401-10421 | Olten | - | 10422-10429 | Luzern | - | 10430-10439 | Basel | - | 10440-10447 | Olten | - | 10448-10460 | Zürich |
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Interessant war dabei ein Dienst des Depots Luzern von 1947 – 1949. Dieser enthielt einen Vorspanndienst an den Schnellzügen 56 Luzern – Lugano und 65 Lugano – Luzern. Eingesetzt als Zuglokomotive war dabei eine Ae 4/6. Die Anhängelast war schon gemäss Zugbildungsplan überschritten, was einen Vorspann auf den 26 ‰ zwingend erforderte. 1950 gab es noch einen Vorspanndienst vor Zug 64 Luzern – Göschenen und Rückleitung als Vorspann vor Zug 64 nach Luzern.
Im Sommer 1957 bestand ein sehr grosser Mangel an elektrischen Triebfahrzeugen. Speziell die Ae 3/6II des Kreises II kamen dabei zu vergleichsweise grossen täglichen Laufleistungen:
1960 zeigte sich die Aufteilung des immer noch kompletten Bestandes wie folgt:
- | Nummern | Depots | - | 10401-10443 | Olten | - | 10444-10460 | Winterthur |
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Das EXPO 64-Jahr (Schweizerische Landesausstellung) war das letzte mit vollständigem Bestand an Ae 3/6II. Sie waren wie folgt eingeteilt:
Als erste Lokomotive des Typs wurde im Januar 1965 die Ae 3/6II 10415 ausrangiert worden. Am 8. August 1961 war sie nach einer Flankenfahrt mit einer Ae 4/7 in Lengnau die Bahndamm heruntergestürzt. Sie konnte mit den vorhandenen Hilfsmitteln zwar aufgestellt, aber nicht auf Gleis zurückgehoben werden und wurde deshalb komplett in Einzelteile zerlegt. Diese gelangten in die Hauptwerkstätte Yverdon, wo sie gerichtet und wieder zusammengebaut wurden. In der Folge wurde sie zwar wieder eingesetzt, blieb aber ein Sorgenkind, weil sie insbesondere zum heisslaufen neigte. Als sie Ende 1964 wieder einmal zur Reparatur nach Yverdon gebracht worden war, wurde sie abgebrochen.
Im August 1965 folgte die 10436 (nach einem Zusammenstoss in Gisikon), 1966 wurden die 10403, 10405 und 10416 abgebrochen.
Aber auch Anfangs der siebziger Jahre führten die Lokomotiven im Falle von Doppelführungen sogar noch Schnellzüge oder auch Extrazüge.
Im Sommer 1973 gab es im Depot Olten noch 14 Dienste mit einer mittleren Tagesleistung von 253 km. Mit der Führung von Personen- und Güterzügen kamen sie immer noch bis Zürich, Basel, Luzern, Erstfeld, Biel und Bern.
Ab 1974 wurden die Ae 3/6II des Depots Olten mehr und mehr durch Ae 3/6I ersetzt.
Die Nummer 10453 wurde im Januar als letzte ausrangiert. Einige Lokomotiven dienten noch längere Zeit als Vorheizanlagen für Reisezugwagen.
Unfälle mit Katastrophencharakter sind bei den Ae 3/6II nicht zu verzeichnen.
Die Lokomotive 10439 wurde weitgehend in ihren Ursprungszustand (inklusive braunem Anstrich) zurückversetzt und bleibt so der Nachwelt als betriebsfähige Lokomotive erhalten. Um Stillstandsschäden zu vermeiden, wird sie von Zeit zu Zeit mit leichten Aufgaben auf die Strecke geschickt. Ansonsten steht sie für Sonderfahrten zur Verfügung.
Die Lokomotive war dank ihrer hochliegenden Fahrmotoren im Winterbetrieb wesentlich unempfindlicher als ihre Schwestern Ae 3/6I, Ae 3/5 und Ae 3/6III. Der Instandhaltungsaufwand war aber, insbesondere wegen des Stangenantriebs, wesentlich höher.
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